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Bewertung und Kritik zu

ROMEO UND JULIA 
von Serge Prokofieff
Regie: Nacho Duato 
Premiere: 29. April 2018 
Staatsballett in der Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: Für seine Fassung dieses Ballettklassikers hat Nacho Duato ganz der kongenialen Komposition von Serge Prokofieff vertraut, aus der sich die tänzerischen Bewegungen wie von selbst ergeben. Ein Hauch von Jasmin und Orange liegt in der Luft, wenn das Ensemble in aus der Renaissance inspirierten Kostümen von Angelina Atlagic die weltbekannte Geschichte um das junge Liebespaar allein durch Tanz erzählt.

Mit Polina Semionova, Ivan Zaytsev und Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin

Choreographie und Inszenierung: Nacho Duato
Bühne: Jaffar Chalabi nach Carles Puyol und Pau Renda
Kostüme: Angelina Atlagic
Licht: Brad Fields
Musikalische Leitung: Paul Connelly
Orchester: Staatskapelle Berlin


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Romeo und Julia träumen einen Sommernachtstraum
  · 01.05.18
Zu einer der bekanntesten Liebesgeschichten der Literaturgeschichte muss man ja eigentlich nichts mehr sagen. Es gibt wohl kaum jemanden, der die tragische Liebe zwischen Romeo und Julia nicht kennt, das junge Liebesglück, das aufgrund ihrer verfeindeten Familien nicht zueinander kommen darf und dessen Liebe in Gift und Blut ertrinken muss. Unzählige Male wurde der Stoff bereits verarbeitet, sei es als Film, als Theaterstück, als Oper oder als Ballett. Warum also Nacho Duatos Ballett in der Staatsoper unter den Linden anschauen?

Weil Nacho Duato mit lockerleichter Hand ein Ballett auf die Bühne bringt, dass der bekanntesten Liebesgeschichte der Welt noch einmal ein ganz neues Leben einhaucht. Sein Verona ist hell und sonnenleuchtend, seine Protagonisten jung und vergnügt. Die Truppe von jungen Männern um den schönen Romeo, seine guten Freunde Mercutio und Benvolio, ist verschmitzt und heißblütig. Sie tollen über den Marktplatz, flirten mit den Mädchen, kämpfen spielerisch. Sie sind jung und haben ihr ganzes Leben noch vor sich. Unwillkürlich wird man angesteckt, von ihrer Freude und ihrem Lebenseifer. Das auftauchen von Tybalt und seinen Spießgesellen, ganz in schwarz, wirft einen Schatten auf das fröhliche Treiben, aber Mercutio, der Spaßmacher, der Schelm, er spielt und neckt mehr, als dass er ernsthaft kämpfen, ernsthaft verletzen will.

Im prächtigen Haus der Capulets, Julia, gazellenhaft, in unschuldigem weiß, noch halb Kind, halb junge Dame, spielt sie mit ihrer Amme. Zu Prokofjews zart-fröhlichen Klängen erscheinen Lord und Lady Capulet vorerst wie liebevolle Eltern, ihrer Tochter zärtlich zugetan, aber auch streng auf ihre Zukunft bedacht. Und so rauschen am Abend farbenprächtig die Ballkleider durch den Saal, Masken verhüllen die Gesichter der Feiernden und die vorher so frohsinnige Julia hängt nun steif in den Armen von Paris, dem jungen Adeligen, den sie heiraten soll. Verzweifelt fleht sie mal den Vater, mal die Mutter an, aber die haben sich bereits entschieden. Und mitten in diesem Herzenstumult taucht dann Romeo auf, ihre Blicke kreuzen sich, ihre Hände finden sich und man möchte nicht glauben, dass diesen Beiden etwas Schlimmes geschehen mag. Gegen jedes bessere Wissen hofft man, dass es gut ausgehen möge für die beiden Liebenden. Das die Liebesschwüre unter dem Balkon und die heimliche Hochzeitszeremonie bei Pater Lorenzo nicht das böse Ende einleitet, das unweigerlich auf unser junges Paar wartet.

Nacho Duatos Romeo und Julia ist eine Liebesgeschichte in Sommertönen. Die vielen herzlichen und charmanten Szenen, in denen junge Menschen tanzend ihr Leben genießen, lassen einen lauen Sommertag entstehen, zaubern rote Wangen und verstohlene Blicke vor das innere Auge und man lächelt unwillkürlich. Umso schlimmer dann das furchtbare Ende, das lange nachhallt.

Choreographie und Inszenierung: Nacho Duato
Bühne: Jaffar Chalabi nach Carles Puyol und Pau Renda
Kostüme: Angelina Atlagic
Licht: Brad Fields
Musikalische Leitung: Paul Connelly
Orchester: Staatskapelle Berlin
Julia: Polina Semionova
Romeo: Ivan Zaytsev a.G.
Es tanzen: Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin
Weitere Informationen und Tickets gibt es hier. Weitere Termine für Romeo und Julia in der Staatsoper unter den Linden im Mai und Juni sind bereits weitestgehend ausverkauft, also nicht zu lange überlegen!

©Nicole Haarhoff
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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Repräsentative, schick-eingängige Belanglosigkeit
  · 30.04.18
''Mit dieser Choreografie gelingt Duato immerhin eine passende Rückkehr des Staatsballetts an die Staatsoper Unter den Linden. Das Gediegene dieser Choreografie, die äußerst geschmackvollen, wunderschönen, leicht historisierenden Kostüme, das elegant-moderne Bühnenbild auf das Notwendigste reduziert – das ist alles ansehnlich und repräsentativ und die Berliner Staatskapelle spielt unter Leitung von Paul Connelly meisterhaft blitzend und leuchtend, Sergej Prokofjews Musik klingt fabelhaft.

Eigentlich passt alles, nur dass Nacho Duatos vorab geäußerter Wunsch, die Geschichte möglichst "irdisch" erzählen zu wollen in eine schicke, süffig-eingängige Belanglosigkeit führt.

Sein letztes abendfüllendes großes Ballett, Ende Mai zeigt er ja noch eine kurze Berliner Erstaufführung, ist genau genommen ein Abbild seiner Intendanz: fast wäre es gut gewesen.'' schreibt Frank Schmid auf kulturradio.de
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