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Staatsoper Berlin
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Unter den Linden 7, 10117 Berlin
Telefon: 030 203540
SPIELPLAN & KARTEN

Das kalte Herz

Bewertung und Kritik zu 

DAS KALTE HERZ 
Musik von Matthias Pintscher
Regie: James Darrah Black 
Premiere: 11. Januar 2026
Staatsoper Unter den Linden Berlin

Zum Inhalt: Als körperlicher Ort, der menschliche Gefühle, Sehnsüchte und Schmerzen birgt, ist das Herz ein besonders begehrtes Symbol. Ein Mann möchte ohne die schmerzhaften Gefühle in seinem Herzen leben, seine Geliebte sich mit ihm verbinden, übersinnliche Mächte es für sich gewinnen. Überwältigende und ergreifende Klänge erfindet der Komponist Matthias Pintscher für die geheimnisvollen und merkwürdigen Begebenheiten in seiner Oper Das kalte Herz.

Musikalische Leitung: Matthias Pintscher
Inszenierung: James Darrah Black
Spielleitung: José Darío Innella und Leander Teßmer
Bühne: Adam Rigg
Kostüme: Molly Irelan
Licht: Yi Zhao
Video: Hana S. Kim
Co-Regie: Anderson Nunnelley
Dramaturgie: Olaf A. Schmitt

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Mutter entherzt Sohn; wahrscheinlich ist sie ein Mitglied der Schwarzwälder Anubis-Sekte
4 Tage her.
Kritik

''Wir haben es also in der Gerzenberg'schen Verunstaltung des Hauff'schen Originals mit mindestens drei begehrlichen Protagonistinnen zu tun, die jeweils scharf auf Peters Herz sind: a) der Gehelfsmännin Azaël, b) der Göttin Anubis und c) Peters leibhaftiger Mutter; alle drei agieren mit demgleichen Ziel, und das Ganze lässt sich - nach meinem laienhaften Stückverständnis - nur mit einem pathologischen Sekten-Verhalten in Verbindung bringen; je 2 mal 7 Statistinnen und Statisten verkörpern selbige dann auch in Gestalt von a) den bisher mit demselben "Problem" betroffenen Müttern und b) ihren diesbezüglich geopferten Söhnen... Alles klar soweit?

Die per Übertitel ausgewiesenen Textpassagen waren/ sind dann eigentlich des Lesens nicht weiter wert, die meisten Sprachbilder stimmen nicht, es gibt unendliche Wiederholungen von immer wieder dengleichen Plattitüden, die das pseudolyrische Konstrukt "intellektuell" und sprachlich so an- wie aufzubieten hat; und einigermaßen vernünftig nacherzählbar ist der grauenhafte Unsinn letzten Endes auch nicht.

Ganz anders verhält es sich mit Pintschers Musik: Die hat was total Raumgreifendes, obgleich ihr fast durchgängiges Lamento im allerschönsten Waldfruchttee-Sound, je länger sie sich hinzieht, auf die Dauer nervt - allein die alleskönnerische Staatskapelle Berlin kam mit der gewaltigen Partitur (für großes Orchester mit größtmöglichem Schlagwerk) perfekt zurecht; als ob der Pintscher es exklusiv für sie komponiert hätte.

Die drei Frauen-Hauptfiguren (Sophia Burgos als Clara, Rosie Aldridge als Anubis und Katarina Bradić als Mutter) werden stimmlich gefordert, stellenweise sogar überfordert, sind also permanent in exaltistischster Aktion. Dasselbe muss und kann von Samuel Hasselhorn (!) behauptet werden; der stand in der Tat seine kraftzehrende Peter-Partie mit Anstand und Würde durch.

Pintscher dirigierte sein Opus höchstselbst.

Die Inszenierung von James Darrah Black trug wenig zur Enträtselung des an sich total verrätselten Librettos bei.

Zu beobachtende Fluktuationen während der Aufführung.

Auffällige Beifallsbekundungen am Schluss; ich vermutete Claqueure, war mir allerdings nicht sicher.

Im Ganzen empfand ich die teure Chose als hohles Pathos.'' schreibt Andre Sokolowski am 12. Januar 2026 auf KULTURA-EXTRA

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