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USHER 
von Claude Debussy / Annelies Van Parys
Regie: Philippe Quesne 
Premiere: 12. Oktober 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin

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Zum Inhalt: Neben seiner einzigen vollendeten Oper »Pelléas et Mélisande« verfolgte Claude Debussy zahlreiche weitere Musiktheaterprojekte, die jedoch nie realisiert wurden. Spätestens ab 1908 fesselte ihn die Kurzgeschichte »The Fall of the House of Usher« des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe. In Poes literarischer Vorlage wird ein namenloser Jugendfreud Zeuge des inneren und äußeren Verfalls des letzten Sprosses eines untergehenden Adelsgeschlechts. Die zwischen Angst, Delirium und Rausch changierenden Zustände Roderick Ushers sind hierbei mit atmosphärischen Bebilderungen der Umgebung des geheimnisvollen Familienanwesens verbunden: einer unheimlichen Sumpflandschaft, einer Gruft, in der die angeblich verstorbene Zwillingsschwester Rodericks, Lady Madeline, beerdigt wird und nicht zuletzt mit dem Haus selbst, das geisterhaft zum Leben erwacht.

Die Belgierin Annelies Van Parys gehört spätestens seit ihrer ersten auf einem Film Alfred Hitchcocks basierenden Oper »Private View« 2015 zu den innovativsten Komponistinnen des zeitgenössischen Musiktheaters und zeichnet sich durch ein besonderes Interesse für die Facetten der menschlichen Singstimme sowie eine eigenwillige Instrumentationsweise aus. Ausgehend von dem Material der unvollendet gebliebenen Oper – Debussy hinterließ neben mehreren Libretto-Entwürfen ein musikalisches Fragment von ca. 20 Minuten sowie einige Skizzenblätter – entwickelt Van Parys in »Usher« ein Kammermusiktheater, das auf spezifische Art und Weise die »Kategorie des Unheimlichen« musikalisch wie theatral erforscht.

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MEDEA 
von Luigi Cherubini
Regie: Andrea Breth 
Premiere: 7. Oktober 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin

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Zum Inhalt: Sie ist eine der eindrücklichsten und seltsam faszinierenden Gestalten der griechischen Mythologie. Die mit Zauberkräften begabte Medea, vom Rande der Welt in die Mitte der Zivilisation gelangt, wandelt sich zum Racheengel. Getrieben wird sie von Wut und Enttäuschung, die sie von Jason erfahren musste, dem sie den wertvollsten Schatz, das Goldene Vlies, zu gewinnen half, dem sie sich ehelich verband, und der sie undankbar verließ. In Korinth, wo Jason mit der Tochter des Königs Kreon Hochzeit feiern will, entwickelt sich ein tragisches Geschehen – die elende Medea bringt Elend den Anderen und schreckt dabei nicht einmal vor Kindesmord zurück.

Der attische Dichter Euripides hat im 5. vorchristlichen Jahrhundert diesen uralten Mythos in einem Drama in Worte gefasst und auf die Bühne gebracht. Luigi Cherubinis Oper, 1797 in Paris uraufgeführt, greift darauf zurück und eröffnet mit den Mitteln einer dramatisch akzentuierten, theatralisch enorm wirksamen Musiksprache neue Horizonte dieses klassischen Stoffes. Selten nur hat die Figur der Medea eine solche Prägnanz und Eindringlichkeit erhalten wie hier.

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TI VEDO, TI SENTO, MI PERDO
von Salvatore Sciarrino
Regie: Jürgen Flimm 
Premiere: 7. Juli 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: Im Palazzo der hochadligen Familie Colonna im barocken Rom erwarten eine Sängerin, ein Literat, ein Musiker, ein Chor und ein Instrumentalensemble auf der Bühne die Ankunft des Komponisten. Doch am Ende erreicht sie statt einer versprochenen neuen Arie die Nachricht von Stradellas Tod. Bis dahin wird ausgiebig über den ebenso streitbaren wie originellen Künstler – schon zu Lebzeiten eine Legende – und seine Musik berichtet und reflektiert. Unterschiedliche Perspektiven und Wertmaßstäbe spielen dabei eine Rolle, desgleichen auch das Nachdenken über die menschliche Natur, über den Körper, die Sinne und die Leidenschaft – mithin über das, was die Kunstform Oper in ihrem Kern ausmacht.

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MACBETH 
von Giuseppe Verdi
Regie: Harry Kupfer
Premiere: 17. Juni 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: Nach gewonnener Schlacht wird dem Feldherrn Macbeth prophezeit, dass er einmal König von Schottland sein werde. Beeinflusst von den Einflüsterungen seiner Frau geht er buchstäblich über Leichen, damit die Vorhersage sich erfüllt. Von Schuldgefühlen gepeinigt, verfallen die Macbeths jedoch schon bald in Wahnvorstellungen und werden zu Opfern der eigenen Herrschsucht.
Um der bewunderten Shakespeare’schen Vorlage so treu wie möglich bleiben zu können, sprengte Giuseppe Verdi mit seinem »Macbeth« die Opernkonventionen der Zeit und schuf eines seiner dunkelsten und abgründigsten Werke. Monumentale Chorszenen, aus denen das Aufbegehren und die Desillusion der Beherrschten, Unterdrückten und Verfolgten hervorklingen, demonstrieren gesellschaftliche Folgen von Tyrannei und Willkürherrschaft. Sie kontrastieren mit äußerst expressiv ausgestalteten Arien und Duetten, in denen Verdi die seelischen Abgründe der machtbesessenen Protagonisten klanglich durchleuchtet. Um die vielschichtigen Motivationen und Affekte seiner Figuren möglichst differenziert zum Ausdruck bringen zu können, verlangte Verdi seinen Darstellern nie Dagewesenes ab: Zugunsten einer größeren dramatischen Wirkung sind die Vokalparts – statt mit virtuosem Glanz zu brillieren – darauf ausgelegt, sprachliche und darstellerische Aspekte zu betonen und gnadenlos dem konkreten psychischen Zustand der Figur unterworfen – ein deutlicher Schritt weg vom Belcanto-Ideal, und hin zu unverwechselbarer musikdramatischer Wahrhaftigkeit.

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ABSTRACT PIECES 
Musiktheater für Darsteller, Instrumente, Raum und Licht
Regie: Manos Tsangaris 
Premiere: 19. Mai 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin

Zum Inhalt: Manos Tsangaris gehört seit vielen Jahren zu den führenden Vertretern eines neuen Musiktheaters, das sich durch eine Vielseitigkeit der Dispositionen und Formen auszeichnet. Beständig changieren seine Werke zwischen Oper, Installation, komponierter Performance und musiktheatraler Miniatur. Die Erforschung des kompositorischen Materials beschränkt sich hierbei nicht allein auf die Arbeit mit Tönen, sondern sucht die Verbindungen zwischen verschiedenen Medien, zu denen Bewegung, Körper, Raum und Licht ebenso zählen, wie Musik und Text.
In dieser neuen Arbeit, die für die Neue Werkstatt der Staatsoper Unter den Linden entsteht, wird sich Manos Tsangaris im Sinne künstlerischer Grundlagenforschung mit der Phänomenologie des Musiktheaters auseinandersetzen: Im Zentrum steht nicht mehr – jedoch auch nicht weniger – als der seine Mittel bloßlegende Theaterraum selbst. Abstrakte Stücke aus Bewegung, Klang und Licht finden statt und entfalten nach und nach die unter der Oberfläche verborgenen Geschichten zweier Figuren, die mit und in diesem Raum eine Veränderung durchmachen.

Konzept, Komposition, Inszenierung: Manos Tsangaris
Musikalische Leitung (Einstudierung): Max Renne

Licht: Stefan Schlagbauer
Video: Nastasja Keller
Ton: Sébastien Alazet
Kostüme: Christin Haschke
Dramaturgie: Roman Reeger

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ROMEO UND JULIA 
von Serge Prokofieff
Regie: Nacho Duato 
Premiere: 29. April 2018 
Staatsballett in der Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: Für seine Fassung dieses Ballettklassikers hat Nacho Duato ganz der kongenialen Komposition von Serge Prokofieff vertraut, aus der sich die tänzerischen Bewegungen wie von selbst ergeben. Ein Hauch von Jasmin und Orange liegt in der Luft, wenn das Ensemble in aus der Renaissance inspirierten Kostümen von Angelina Atlagic die weltbekannte Geschichte um das junge Liebespaar allein durch Tanz erzählt.

Mit Polina Semionova, Ivan Zaytsev und Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin

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FALSTAFF 
von Giuseppe Verdi
Regie: Mario Martone 
Premiere: 25. März 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: Das Gebaren des alternden Sir John Falstaff – ein schlitzohriger Schmarotzer, Lebemann und Möchtegern- Weiberheld – sorgt im spießbürgerlichen Windsor für Aufruhr: Nicht nur, dass er sich auf Kosten anderer seinen Lebensunterhalt ergaunert und seinen dicken Bauch füllt – der über jeden Selbstzweifel erhabene Genussmensch glaubt auch noch, er könne gleich zwei Damen mit gleichlautenden Liebesbriefen Avancen machen und sich sowohl ein Liebesabenteuer als auch einen kleinen »Zuverdienst« davon erhoffen. Die empörten, doch gewitzten Frauen aber schmieden ein Komplott, bei dem sie ganz nebenbei auch noch den Weg für die Liebesheirat der Tochter ebnen.
Im Alter von fast 80 Jahren gelang dem längst zum Mythos gewordenen Giuseppe Verdi noch einmal ein sensationeller Erfolg: Ausgehend von der genialen Librettovorlage des wesentlich jüngeren Arrigo Boito schuf er nach fünf Jahrzehnten tragischer Bühnenwerke doch noch ein Meisterwerk der komischen Opernliteratur. Weise und entlarvend, karikierend und auf das Genaueste charakterisierend, fand der alte Verdi mit seinem »Falstaff« zu einer sehr natürlichen und bildhaften Musiksprache voller Wortwitz, rhythmischen Finessen und klanglichen Assoziationen. Weit stärker noch als in früheren Werken meldet sich das Orchester hier durchgängig kommentierend und schlagfertig pointierend zu Wort. Boitos Libretto strotzt derweil nur so vor virtuoser Sprachbeherrschung und Poesie. Mit seinen prallen Bühnencharakteren, turbulenten Ensembles und parodierenden Situationen entpuppte es sich als eine unschätzbare Inspirationsquelle für ein wahres musikalisches Welttheater ganz im Sinne Shakespeares.

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SALOME 
von Richard Strauss
Regie: Hans Neuenfels 
Premiere: 4. März 2018 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
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Zum Inhalt: In einem Umfeld aufgewachsen, das keinerlei Mäßigung und Hemmungen kennt, ist die exzentrische Prinzessin Salome fasziniert von der Andersartigkeit des moralisch integren und asketisch lebenden Propheten Jochanaan, den ihre Mutter Herodias und ihr übergriffiger Stiefvater Herodes gefangen halten. Als Jochanaan Salomes von Liebeslust durchtränkte Annäherungsversuche brüsk zurückweist, entwickelt sie eine regelrechte Obsession und nutzt die Lüsternheit ihres Stiefvaters, um ihren Willen durchzusetzen: Da Herodes versprochen hat, Salome für den erotischen »Tanz der sieben Schleier« jeden Wunsch zu erfüllen, verlangt sie nun als Gegenleistung Jochanaans Kopf auf einem Silbertablett. In rasendem Wahn küsst sie dessen leblose Lippen und erfüllt sich so ihr sinnliches Begehren – bis Herodes den Befehl gibt, Salome zu töten.
Zwischen feinnervigem Psychogramm und der Darstellung rauschhafter, zügelloser Wollust changierend, gelang Richard Strauss mit seiner Adaption von Oscar Wildes skandalös- schockierendem Décadence-Drama 1905 sein erster, überwältigender Erfolg als Opernkomponist. In aufreizend ekstatischen Klangvisionen gießt er die hitzig aufgeladenen Gefühlswogen und tiefen seelischen Abgründe seiner exzentrischen Titelheldin in eine irisierende, teils auch schroffe Musik, die mit drastischer Klangmacht des gewaltigen Orchesterapparats nicht nur den seelischen Verfall und die Verführungskraft Salomes, sondern auch ihre sonstige Gefühlskälte und Jochanaans pathetische Anklagen auf aufregende wie verstörende Art und Weise einzufangen weiß.

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Staatsoper im Schiller Theater
www.staatsoper-berlin.de
Unter den Linden 7, 10117 Berlin
Telefon: 030 203540
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eventim

3.1
Durchschnittsnote aller Stücke
5 30
4 45
3 67
2 39
1 19
Kritiken: 38

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