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Bewertung und Kritik zu

THE ENCOUNTER
nach dem Roman »Amazon Beaming« von Petru Popescu
Regie: Simon McBurney 
Deutschland-Premiere: 17. Mai 2018 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin
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Zum Inhalt: 1969 begibt sich Loren McIntyre, ein Fotojournalist des National Geographic-Magazins, auf eine Reise, die ihn auf dem Amazonas zur brasilianisch-peruanischen Grenze führt. Er ist auf der Suche nach den Mayoruna, den »Katzen-Menschen«, einem von der Zivilisation abgeschnittenen, halb-nomadischen Stamm, der tief im Dschungel des einsam gelegenen Javari-Tals lebt. Der Aufenthalt bei den Mayoruna, die keine Trennung zwischen Mensch und Natur machen und die Zeit als kreisförmig statt fortlaufend betrachten, verändert seine Sicht auf die Welt grundlegend. Sechzehn Jahre später, in Manaus, erzählt er die Geschichte dem rumänischen Autor Petru Popescu, der ein Buch, »Amazon Beaming«, darüber schreibt. Der Schauspieler und Regisseur Simon McBurney versucht, die Reise McIntyres in die Tiefen des amazonischen Regenwaldes zu rekonstruieren. Mithilfe einer neuartigen Audiotechnologie erschafft McBurney eine sich ständig verändernde, komplexe Klangwelt und untersucht das menschliche Bewusstsein und unsere Beziehung zur Natur. Das Publikum nimmt an dieser Zeitreise teil und taucht mithilfe von Kopfhörern in eine fremde Welt ein.

Mit: Simon McBurney

Regie: Simon McBurney
Co-Regie: Kirsty Housley
Mitarbeit Regie: Jemima James
Bühne und Kostüme: Michael Levine
Ton: Gareth Fry und Pete Malkin
Licht: Paul Anderson
Video: Will Duke

TRAILER

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4.0/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
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Amazon Beaming
  · 23.05.18
2015 hatte Simon McBurney im Rahmen des Festival International New Drama (FIND) bereits eine noch rohe Version von The Encounter gezeigt, damals noch unter dem Arbeitstitel Amazon Beaming. Unter diesem Titel war im Jahr 1991 Petru Popescus Buch erschienen, auf dessen Inhalt dieses Stück beruht. Das Buch wiederum ist nicht reine Fiktion, sondern erzählt die Erlebnisse des National Geographic Fotografen Loren McIntyre, der im Jahr 1969 tief in den Regenwald Brasiliens vordringt, auf der Suche nach dem sagenumwobenen Stamm der sogenannten Katzenmenschen Mayoruna.
Simon McBurney, dessen von ihm mitgegründete Theatergruppe Théâtre de Complicité sich auf Tourneestücke unter Einsatz diverser multimedialer Techniken spezialisiert hat, adaptiert diese Geschichte einer Entdeckungsreise nun auf unvergleichliche Art und Weise für die Bühne. Mithilfe von Kopfhörern, die jeder Zuschauer aufsetzen muss, holt er den Regenwald direkt in den Theatersaal. Ganz genau möchte ich gar nicht wissen, wie die ganze Technik funktioniert, die es möglich macht, das McBurney direkt in das Ohr der Zuhörenden flüstert, mal rechts und mal links, als würde er unmittelbar in der Reihe hinter einem sitzen. Und wie es gelingt, dass er aus einzelnen Geräuschen einen Klangteppich webt, der uns mitten hinein trägt, in die schweißtreibende Hitze des Regenwaldes, ins Summen der Insekten und die geheimnisvollen Rufe der Tiere im dunklen Grün. Man folgt ihm und dem Fotografen McIntyre auf eine plötzliche, unvorbereite Reise in die Tiefen des Dschungels, ein paar jäh aufgetauchten Eingeborenen hinterher, nur eine Kamera um den Hals und eine Uhr am Handgelenk, sonst keinerlei Erinnerungen an die Zivilisation, keine Möglichkeit, wieder hinauszufinden, keine Möglichkeit sich zu verständigen. Und schließlich, nach Tagen und Tagen, nach Verlust der Armbanduhr ohne jedes Zeitgefühl, nach Strapazen, Hunger und Krankheit, bekommt Loren McIntyre dann doch noch die Gelegenheit mit dem Häuptling der Mayoruna zu kommunizieren, wenn auch vollkommen anders, als er sich das je erträumt hätte…
Simon McBurney ist ein grandioser Erzähler, mit seinem ganzen Körper und seinem ganzen Sein springt er mit den Füssen voran in geheimnisvoll-mystische und abenteuerlich-spannende Beschreibung einer Suche, die zwar mit dem Finden belohnt wird, allerdings nicht nur mit dem Finden des Gesuchten, sondern mit sehr viel mehr, als es sich der Fotograf Loren McIntyre jemals hat vorstellen können. Was er findet, rüttelt an den Grundfesten dessen, was er zu wissen glaubt und erschüttert auch Leser und Zuschauer. Eine unheimlich packende und ergreifende Vorstellung, die noch lange nachhallt, nicht nur, weil sie einem direkt ins Ohr gewispert wurde.
©Nicole Haarhoff, www.berlineransichtssachen.com
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Expedition ins Herz der Finsternis
  · 21.05.18
Auf den ersten Blick ist „The Encounter“ ein Live-Hörspiel, das mit binauraler Technik arbeitet. Über die Kopfhörer, die an jedem Platz installiert sind, wispert Simon McBurney den Zuschauern ins Ohr, lässt Moskito-Schwärme sirren oder scheint plötzlich hinter den Zuschauern zu stehen. Die Raumwirkung dieser Aufnahmetechnik ist raffiniert, der „Guardian“ bejubelte sie als „revolution in the head“, sie bildet das Zentrum dieser Performance.

Inhaltlich erzählt McBurney von einer Reise ins Herz der Finsternis. Er stieß auf den Roman „Amazon Beaming“ von Petru Petrescu, der darin von der Amazonas-Expedition des US-Amerikaners Loren McIntyre zu den Mayoruna im Jahr 1969 erzählt. Schritt für Schritt verliert er die gewohnten Hilfsmittel der Zivilisation (seine Kamera, seine Uhr). Auf sich allein zurückgeworfen, nimmt er Raum und Zeit im Dschungel ganz anders wahr. Der Abend steuert damit esoterische und schamanistische Gefilde an.

McBurney tritt immer wieder aus der Rolle heraus, streut einige Bemerkungen gegen den Brexit oder Trump ein. Vor allem unterbricht er seine Erzählung immer wieder durch einen Dialog mit seiner Tochter, die ihn bei den Aufnahmen stört, aus dem Bett krabbelt und nicht schlafen will. Auf dieser zweiten Ebene geht es um das Erzählen an und für sich.


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3.1
Durchschnittsnote aller Stücke
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4 122+
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Kritiken: 140

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