LOVE HURTS IN TINDER TIMES

Bewertung und Kritik zu

LOVE HURTS IN TINDER TIMES
von Patrick Wengenroth
Realisation: Patrick Wengenroth 
Premiere: 28. Januar 2017 
Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin 

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Zum Inhalt: Der Mensch ist ein Abgrund. OK. Alles klar. Dann springen wir doch mal rein. Kopfüber in diesen Schlamassel aus Sehnsüchten, Ängsten, biologischen und sozialen Bedingtheiten. Deeply (gender)troubled and deeply in need for love. Aber – Achtung! Achtung! – LOVE IS A BATTLEFIELD und LOVE IS BLINDNESS und LOVE IS A CATASTROPHE und überhaupt: LOVE HURTS. Soweit ist sich die Popkultur einig. LIEBE ist vor allem eins: ein riesengroßer Müllberg, auf dem Frau und Mann und alles dazwischen Zeit ihres Lebens herumkrabbeln und sich an den ganzen fluffigen Kissen, die da zwischen den Scherben und Stahlträgern herumliegen, blutige Schrammen holen. Und kaum sind die Narben verschorft, verspüren sie den unheimlichen Drang sie wieder aufzukratzen, um nachzuschauen, ob das Blut immer noch so rot ist wie die berühmte Sonne, die angeblich andauernd bei Capri im Meer versinkt. Schluss damit.

Mit: Matze Kloppe, Lise Risom Olsen, Andreas Schröders, Mark Waschke, Patrick Wengenroth

Realisation: Patrick Wengenroth
Bühne: Mascha Mazur
Künstlerische Mitarbeit Bühne: Céline Demars
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Musik: Matze Kloppe
Dramaturgie: Sina Katharina Flubacher

TRAILER


 
Meinung der Presse zu „ LOVE HURTS IN TINDER TIMES“ - Schaubühne


rbb
★★★☆☆

Berliner Zeitung
★★★★☆

Der Tagesspiegel
★★★★☆

Die Welt
★★★☆☆

Zitty
★★★☆☆

tip
★★★★☆

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AUSVERKAUF MONOGAMIE
  · 19.10.17
Mit >>LOVE HURTS IN TINDER TIMES<< läutet der Regisseur Patrick Wengenroth mit seinem Ensemble das Ende der Zweierbeziehung ein. Das Stichwort lautet: POLYGAMIE.
Bedingungslose Liebe ist im Zeitalter der Digitalität und der modernen Technologien nur noch in raren Mengen erhältlich. Liebe ist zur Ware geworden. Ein Produkt des Menschen, welches nicht nur an Bedingungen, sondern auch Transaktionen geknüpft ist. Und je mehr Liebe, Zuneigung und Bestätigung wir erlangen, umso wertvoller fühlen wir uns. Jedes Like auf Facebook, jedes Match bei Tinder und jedes Kompliment bestärken unser Ego. Damit wir unsere vielfältigen Bedürfnisse befriedigen können, unser überleben sichern, benötigen wir mehrere Arrangements. Da kann es schon passieren, dass auf die vielen Gefühle mehrere Partner fallen, zumindest ergeht so es dem Pop-Ensemble von >>LOVE HURTS IN TINDER TIMES<<. Gemeinsam hinterfragen sie die Liebe im digitalen Zeitalter und das abgelaufene Beziehungsmodell: Monogamie. Wie der Schauspieler Mark Waschke so schön fragt: >>Why the f**k?<< ... Weiterlesen
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penisse und plakatives
  · 11.02.17
schaubühne 2016 - mit &quot;thisisitgirl&quot; kurvte performance-prinz patrick wengenroth durch paar-konstellationen, paar-weisheiten und menschliches beziehungselend, mythen, wunden der neuzeit und nostalgischem. ich habe es geliebt (http://www.livekritik.de/livekritiken/livekritik-von-frollainwunder-zu-thisisitgirl/). 2017 kehrt wengenroth mit &quot;love hurts in tinder times&quot; zurück in das off-experimental-studio der schaubühne (einheitspreis) und hat sich den james bond der ard, mark waschke, mal wieder ins ensemble reingecastet. der darf ziemlich schnell blankziehen und dynamisch seinen adoniskörper präsentieren. selbstverständlich nicht nur performance-drüber, hier geht es um ein bildstarkes, fast hektisches kunstprojekt. body-painting, im flotten neuzeitdreier. andreas schröders, geboren mit dem körper von nebenan, aber einer mimischen welt, die clowneskes, ironisches und hyperkonzentriertes bietet, prägt sich wieder schnell ein mit seiner speziellen aura. die quotenfrau des abends, die norwegerin lise risom olsen (der name muss sich erst einmal einprägen), folgt entspannt und ästhetisch ins splitternackte und es wird sich in schönsten farben wie türkis, neongelb und pink gewälzt. die penisse schlenkern, die schenkel spreizen, die farbe kleckert und spritzt. wir folgen natürlich hipsterig unbeeindruckt, gedenken waschkes studienkollegen eidinger, der immer mal wieder nebenan blankzieht, als richard, für das große werk shakespeares. nur hier und heute geht es um scham. auch. und ob eine beziehung zu dritt beglückend sein kann. mark küsst lise, lise küsst andreas, andreas küsst mark. programmpunkt abgehakt. die öde monogamie aber kurz lässig angerissen. patrick wengenroth, the brain des ganzen, stöckelt heute mal als transvestit durch die kulissen, die weitere herrenversion. die künstlichen wimpern klimpern, die dunkle langhaarperücke sitzt, das kleid ist damenhaft und da patrick immer gern singt, tut er es auch heute, mit stillem pathos. als pet shop boy und &quot;love is a catastrophe&quot;. patrick bleibt die melancholische maske, beobachtet sein ensemble, sitzt mal hier, steht mal da. die drei versuchen derweil eine einheit zu werden und werden nicht organisch. waschke verdrängt energetisch seine nacktheit und reibt sich mit sich auf. selten fließen seine vielen worte, er stockt, verschlingt satzenden. er mackert und machot. ich betete für seine erlösung, möge er mal loslassen können, sich selbst entsperren für die nahe theaterbühne. (oder doch einfach tatorteln und obercool durch die straßen berlins grimmen, und meret becker schroff rätsel aufgeben?). das publikum mag macker mark, der atemlos von pubertären zeiten, flaschendrehen, petting, der trennung seiner eltern erzählt, und auch singen soll und darf, sich an &quot;careless whisper&quot; versucht. die regie-beliebten nebelschwaden wabern. andreas und lise mit turmtakelfrise knutschen und verhakeln sich plakativ mit ihren körpern. von mark baumelt ein famoses kunstwerk in den kulissen, sein farbgetunkter frontalkörper gepresst an einen durchsichtigen rahmen, mit neonbunten hoden. alle ziehen sich später aber wieder nebenbei an und präsentieren mal ernst, mal extrovertierter ihre anekdoten zur liebe 2000plus. singen ein bisschen schief, während matze kloppe als dieter-bohlen-verschnitt aus trashigsten modern-talking-zeiten (ballonseide, pornobrille, schneeweiße sneaker) und schulterkeyboard die 80er-jahre-seufz-hits zusammenklimpert. der abend hat keinen einen (neonbunten) faden. die seltsame neuzeit-herz-schmerz-app tinder findet ihren platz nur im reißerischen titel des abends, wengenroths generation hat noch die analoge liebe kennengelernt und bleibt ganz gern dabei. schröders bringt die komik, lise ist die ätherische rätselfrau, mark der macker mit macken. nach 100 minuten blankziehen, vor allem körperlich, weniger seelisch, bleibt nicht viel erhellend durchgeknalltes übrig, wie einst bei thisisitgirl. wengenroth lächelt nicht, nie. dass thisisitgirl so ein großartig schlauer spaß war, kann ich fast kaum noch glauben, bei tinder und der liebe mit schmerz, will ich nicht glauben.
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LOVE HURTS IN TINDER TIMES
  · 03.02.17
Dating-Apps spielen bei diesem unterhaltsamen Spektakel außer im Titel keine Rolle. Die drei Schauspieler Lise Risom Olsen, Andreas Schröders und Mark Waschke bleiben ganz traditionell analog, wechseln sich mit ihren Solonummern (Anekdote oder Song) ab oder sprechen gerne auch mal ältere Ehepaare in der ersten Reihe auf ihre eigenen Erfahrungen zum Thema an.
„Love hurts in tinder times“ ist zwar kein großer Abend wie nebenan das Polit-Drama „Professor Bernhardi“, will das aber auch gar nicht sein. Wengenroths neue Regiearbeit, die er wie gewohnt mit dem Ensemble entwickelte, ist eine sympathische, assoziative Aneinanderreihung kleiner Nummern rund um die Themen Liebe und Sex für das kleine Studio der Schaubühne. Weiterlesen
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Kein Glück mit der Liebe
  · 29.01.17
''Unterton verstünde, man müsste besorgt sein um den Zustand der liebebedürftigen Ü40-Generation. Die hat dann auch schon so einiges erlebt, was hier in ein paar persönlichen Beichten ausgebreitet wird. Und sind es nicht die eigenen Erlebnisse, dann die der fremdgehenden Eltern von Mark Waschke, oder Partyerinnerungen in der Gartenlaube. So palavert man zwischen Deutsch und Englisch über den Freiheitsbegriff in der Liebe, den handelnden Beziehungskörper, Grenzen und Vereinbarungen der offenen Beziehung und Achtsamkeit und Wahrnehmung. Kommunikation ist alles. Es wird von romantischer Liebe geschwärmt und über Liebesleid geklagt.„Use your suffering.“ ist der tröstende Ratschlag. Lise Risom Olsen meint, Sex sei auch wie gute oder schlechte Kunst machen. Manchmal eben auch eine große Katastrophe.'' schreibt Stefan Bock am 29. Januar 2017 auf KULTURA-EXTRA
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