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Bewertung und Kritik zu

DER KOFFER
von Malgorzata Sikorsky-Miszczuk
Regie: Rolf Kemnitzer 
Premiere: 5. Juni 2020 
Haus der Statistik Berlin 

Zum Inhalt: Das Stück erzählt die Geschichte des Franzosen Fransoua, der im „Museum für Vernichtung“ einen Koffer mit dem Namen seines Vaters Pantofelnik und damit das Geheimnis seiner Herkunft entdeckt. Dem Stück gelingt es, auf scheinbar geradezu unpolitische Weise die Verbrechen der NS-Zeit außen vor zu lassen und ausschließlich deren persönliche Auswirkung in der Gegenwart zu betrachten. Daher kommt die so schlafwandlerisch leichte und auch humorvolle Vorlage am Ende doch zu einer Katharsis mit großer emotionaler Tiefe.  

Mit Ini Dill, Jessica von Randow, Paul Maximilian Boche und Daniel Blum

Regie: Rolf Kemnitzer
Bühne: Stefan Oppenländer
Technik und Sound: Andreas Tiedemann
Kostüm: Ini Dill
Presse: Yven Augustin


DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
''Der Regisseur Rolf Kemnitzer inszeniert surreal und halbironisch, in den Knallbonbonfarben des Autoscooters – die "Anrufbeantworterstimme" etwa, die durch die Telefonleitung steigt, lässt er sich aus einem grauen Stoffschlauch entpuppen. Für den Erzähler und jene Telefonstimmenfrau, Paul Maximilian Boche und Ini Dill, findet er zudem eine zweite Geschichtsebene: das Netz zwischen Deckengerüst und Boden, sodass die beiden direkt über den Köpfen der Zuschauer spielen. Trotz (fast immer eingehaltenem) Corona-Abstand ein ungehemmtes und nie aseptisch wirkendes Spiel, das muss einem erst mal gelingen.

Allerdings findet man kaum einen Zugang zu dieser Geschichte und ihren Figuren, einen Punkt, an dem man sich festhaken könnte. Zum Einen mag das am luftigen Ambiente liegen. Unter heulenden Sirenen herübergeweht vom Alexanderplatz, dröhnenden Ghettoblastern, kreisenden Autos auf dem Parkplatz gehen viele Feinheiten des konzentrierten, komplexen, metaphorischen Textes verloren. Zum Anderen treibt Kemnitzer in der harmlosen Glitzer-Konfetti-Zauber-Welt des Autoscooters dem Text zu sehr die gesellschaftspolitische Relevanz aus. Das Private ist hier eben nur privat – Auschwitz hin, Erinnerungskultur her.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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