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Bewertung und Kritik zu 

TOSCA 
von Giacomo Puccini
Regie: Boleslaw Barlog 
Premiere: 13. April 1969 
Deutsche Oper Berlin
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Zum Inhalt: Die literarische Vorlage zu Puccinis „Folteroper“ (Oskar Bie) lieferte Victorien Sardou (1831–1908) mit seinem erfolgreichen Theaterstück LA TOSCA, das 1887 in Paris mit Sarah Bernhardt in der Titelrolle uraufgeführt wurde. Nachdem Puccini 1889 das Stück auf einer Tournee in Mailand erlebt hatte, war er auf Anhieb begeistert von dem Stoff. Aber der TOSCA-Plan bleibt zunächst sechs Jahre liegen, bis Puccini, vermutlich angeregt durch eine weitere Aufführung des Sardou-Dramas in Florenz und durch Luigi Illicas Arbeit an einem TOSCA-Libretto für den Komponisten Alberto Franchetti (1860–1942), Interesse an dem Stoff findet. Nach einer „Verschwörung“ zwischen Puccini, Illica und Ricordi gelingt es dem Verleger, Franchetti zur Aufgabe seines TOSCA-Projektes zu bewegen und Puccini die Vertonungsrechte zu überlassen.

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Mit Liudmyla Monastyrska, Jorge de León, Zeljko Lucic, Derek Welton, Noel Bouley, James Kryshak, Byung Gil Kim, Dong-Hwan Lee

Musikalische Leitung: Giampaolo Maria Bisanti
Inszenierung: Boleslaw Barlog
Bühne, Kostüme: Filippo Sanjust
Chöre: Thomas Richter
Kinderchor: Christian Lindhorst


Trailer „Tosca“ - Deutsche Oper Berlin


 
Meinung der Presse zu „Tosca“ - Deutsche Oper Berlin


Die Welt

★★☆☆☆

FAZ
★★★☆☆

Der Tagesspiegel
★★★★☆

Süddeutsche Zeitung
★★☆☆☆


Berliner Zeitung
★★★★☆

Zitty
★★★★☆

tip
★★★★☆


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3.6/5 Insgesamt 10 Bewertungen (3 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
tosca, die unsterblich schönste seit 1969
  · 01.11.17
frollainwunder und herr puccini. eine liebe für die opern-ewigkeit. mein zutiefst romantisches herz (hinter der berliner klappe) schlug besonders heftig bei der inszenierung von „tosca“ in der deutschen oper. diese tosca hatte ihre premiere 1969, 45 jahre nach puccinis tod und 5 jahre vor frollainwunders geburt. dass diese inszenierung noch immer gezeigt wird ist eine göttliche gnade, denn sie ist einfach nur berauschend schön. edel, klassisch, venezianisch, stimmig und stimmungsvoll, opulent authentisch. und so nostalgisch. nostalgie sei die wurzel der romantik.
in drei akten entblättert sich das drama um vollblütlerin tosca, ihrem charmantem mario (cavaradossi) und dem machtberauschten polizeichef scarpia. dieser spinnt hinterhältig und eigennützig seine fiesen fäden und toscas wehr-mut wird zu wehmut und tiefer trauer. in drei akten geht es um liebe, macht und leid. die ukrainerin liudmyla monastyrska interpretierte im herbst 2017 die titelheldin als kesses barockes weib mit eigensinn und stürmischem herzen. ihr sopran überwältigte in seiner kraft und lieblichkeit. stolzierend erfüllte sie den saal der oper mit ihrer stimme so feminin und federleicht. jorge de leon als ihr geliebter berauschte mit seinem unglaublichen bilderbuch-tenor. arien zum niederknien!
der serbische bariton zeljko lucic war als finsterer gegenspieler scarpia in format und stimme absolut glaubwürdig und diabolisch ausdrucksstark besetzt. das bühnenbild entführt den tosca-fan ins rom von 1800. detailgetreu, atmosphärisch, sepia-farben, verstuckt und klerikal gesetzt. im ersten akt beginnt die geschichte im offenen innern einer kirche, eine steinerne madonnenstatue ragt abgewandt zum anbeten bis zur hohen decke. im zweiten akt schreitet scarpia durch seine komfortable dienststätte, und im dritten sehen wir die sonne roms langsam im nebel aufgehen, beim blick über die todbringende engelsburg.
diese inszenierung hat alles, was frollainwunder jemals von einer oper erträumt hat. möge puccini in seiner engelsburg nur wissen, dass 45 jahre nach seinem tod sein werk ein umwerfendes denkmal bekommen hat. und immer noch die unsterblichen romantiker in die deutsche oper pilgern um sich berauschen zu lassen. jawohl, es ist ein rausch.
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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Tragisch, gewaltig, wunderschön.
  · 24.10.17
Schon der Beginn ist imposant: Der Vorhang hebt sich und wir befinden uns in einer römischen Kathedrale im Jahr 1800. Ein hölzernes Gestell wurde errichtet, damit der Kunstmaler Mario Cavaradossi (Jorge de León) das Altarbild gestalten kann. Scherzend beichtet er dem Mesner (Noel Bouley), dass er die Maria Magdalena nach einer Dame gestaltet, die häufig zum Beten in die Kirche kommt: der Marchese Attavanti. Das fällt natürlich auch seiner Geliebten auf, der notorisch eifersüchtigen Floria Tosca (Liudmyla Monastyrska). Mit vielen liebevollen Worten, romantischen Versprechungen und Schwüren kann er die temperamentvolle Dame schließlich beruhigen und sie davon abhalten, die ganze Kirche nach ihrer vermeintlichen Nebenbuhlerin zu durchsuchen. Und das ist auch gut so, denn es gibt tatsächlich jemanden, der sich versteckt: Angelotti (Derek Welton), der Bruder der Marchese hat sich in die Familienkapelle gerettet. Der ehemalige Konsul war politischer Gefangener in der Engelsburg und floh vor seiner sicheren Exekution. Cavaradossi versteckt seinen Freund, auch seiner Geliebten Tosca verrät er nichts. Der gefürchtete Polizeichef Scarpia (Zeljko Lucic) fällt mit seinen Schergen in der Kirche ein, kaum das Angelotti und Cavaradossi sie verlassen haben. Sehr schnell erkennt der findige Scarpia die Zusammenhänge und schlau nutzt er die berüchtigte Eifersucht der bekannten Sängerin Tosca: Als sie zurückkehrt, um das Rendezvous mit ihrem Mario abzusagen, hält er ihr bereits einen Fächer entgegen, auf dem das Wappen der Marchesa abgebildet ist. Wie erwartet kocht die Tosca vor Eifersucht und Scarpia schickt seine Schergen hinter ihr her, als sie wütend davonrauscht.
Am gleichen Abend trifft das Liebespaar im Gemach des Polizeichefs wieder aufeinander: Cavaradossi wurde festgenommen, da man Angelotti nicht finden konnte. Und da er sich stur weigert etwas zu verraten, soll Tosca nun den Aufenthaltsort des Flüchtigen verraten. Auf den Geheiß ihres Geliebten hin schweigt sie zunächst, aber Scarpia bedrängt sie mehr und mehr, schließlich lässt er Cavaradossi gar im Nebenzimmer foltern und seine Schreie kann die schöne Sängerin nicht ertragen. Sie verrät Angelotti. Der wählt im Angesicht der Schergen Scarpias den Freitod. Von Angst und Schuld zermürbt will Tosca mit Scarpia um das Leben ihrer Geliebten feilschen. Scarpia möchte aber kein Geld, er will Tosca. Tosca ist voller Abscheu, aber sie sieht keinen Ausweg und schließlich willigt sie ein. Wenn sie ihm zu Willen ist, dann erschießt er Cavaradossi nur zum Schein. Und wenn die Soldaten fort sind, dann können Tosca und ihr Geliebter mithilfe eines Geleitbriefes fliehen. Scarpia instruiert seinen Gehilfen Spoletta dahingehend. Während Scarpia den geforderten Brief schreibt, fasst Tosca in ihrer Verzweifelung aber einen ganz anderen Entschluss understicht den verhassten Scarpia.
Im Morgengrauen auf den Zinnen der Engelsburg. Langsam taucht die Stadt Rom aus der Dunkelheit auf. In der Ferne kündigen die Glocken den herannahenden Tag an. Tosca hat nur wenige Minuten Zeit, um ihren Geliebten von ihrem Plan zu unterrichten. Hoch über der Stadt verabschieden sich die Liebenden voneinander, zumindest für einen kurzen Moment. „Lass dich beim ersten Schuss fallen“, beschwört die Tosca ihren Mario, „und erheb dich erst wieder, wenn ich dich rufe!“ Aber noch aus dem Tod heraus hat Scarpia die Oberhand! Nachdem sich der letzte Pulverrauch verzogen hat und die Soldaten verschwunden sind, erkennt Floria die schreckliche Wahrheit: Ihr Mario ist tatsächlich tot, die Exekution war nicht vorgetäuscht! Als der Mord an Scarpia entdeckt wird und die Soldaten Tosca ergreifen wollen, da wirft sie sich von den Zinnen der Engelsburg.
Die Liebe von Mario und seiner Floria ist wunderschön anzusehen und zu hören. Liudmyla Monastyrska ist der Inbegriff der temperamentvollen, heißblütigen Italienerin. Sie liebt mit Inbrunst, ist schnell eifersüchtig, vergibt aber auch ebenso schnell. Zwischen ihr und Jorge de León flimmert die Luft, er ist genauso charmant und entflammt für Freiheit und Gerechtigkeit, wie man sich seinen Held wünscht. Zeljko Lucic überzeugt als machtbesessener, gieriger Scarpia und sein wieseliger Gehilfe Spoletta (James Kryshak) ist richtig abstoßend. Nicht nur die wundervolle Musik (Musikalische Leitung: Giampaolo Maria Bisanti) und der grandiose Gesang überzeugen, auch die Bühne ist absolut perfekt. Ob nun die Kirche im ersten Akt und die Prozession der Gläubigen oder das düstere Gemach des Polizeichefs im zweiten, in dem sich hinter der Gebetsbank die Hausbar verbirgt oder, am allerschönsten: im 3. Akt die Zinnen der Engelsburg aus der Froschperspektive. Sanft verändert sich das Licht und der neue Tag kündigt das tragische Ende der Liebe von Floria und Mario an…
Hach! Einfach wunderschön. Von vorne bis hinten eine wunderschöne, traurige und herzergreifende Oper. Genau so stellt man sich Oper doch vor. Ganz große Gefühle. Ganz große Arien. Ganz tragische Charaktere, voller Heldenmut und doch verdammt.
©Nicole Haarhoff
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Floria, die Furie
  · 22.10.17
''Das Berliner Tosca-Trio war dann in der Tat zum Kochen und zum Explodieren aufgelegt: 

Jorge de León erklomm geradezu artistisch-frohgemut sämtliche tenorale Höhen, die Cavaradossi ihm so bot; auch wollte oder musste er aufs Kräftigste und andauernd vibrieren. 

Zeljko Lucic überzeugte spielerisch (und selbstverständlich auch mit seinem Heldenbariton) als fieses Scarpia-Tier - die vielleicht überzeugendste Gesamtleistung des Abends. 

Ja und unsere Liudmyla donnerte (ja, donnerte!) in zügelloser Angriffslaune ihr gesamtes Stimmvolumen, was sie nun mal aufzubieten in der Lage war und ist, ins quasi "ungeschützte" Rund vor ihr; dieser gewalttätige Diven-Ausbruch hat dann schon was Einschüchterndes und rückt unsre Floria mehr ins allgemeine Furienreich. 

Die Leute tobten, trotzdem.'' schreibt Andre Sokolowski am 22. Oktober 2017 auf KULTURA-EXTRA
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SPIELPLAN & KARTEN
3.2
Durchschnittsnote aller Stücke
5 19
4 70
3 54
2 38
1 12
Kritiken: 50
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