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Berliner Ensemble
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SPIELPLAN & KARTEN

Antigone

von Sophokles in der Übertragung von Friedrich Hölderlin

Regie: Johan Simons

Premiere: 15. Januar 2026 Berliner Ensemble, Großes Haus

Zum Stück: 

"Ungeheuer ist viel. Doch nichts ungeheuerer als der Mensch."

Eine Stadt im Ausnahmezustand. Eteokles und Polyneikes, die Söhne des Ödipus, sollten sich nach dessen Sturz die Herrschaft über Theben teilen. Doch als Eteokles die Macht behalten wollte, zog Polyneikes gegen ihn in den Krieg – ein Bruderkrieg, in welchem sie sich gegenseitig töteten. Nun liegt die Stadt in Trümmern und der neue Herrscher Kreon muss das Chaos ordnen. Um der Unterscheidung nachhaltig Geltung zu verschaffen, die dem politischen Gemeinwesen zu Grunde liegt – der Unterscheidung zwischen denen, die es bewahren, und denen, die es zerstören wollen – erlässt er ein Bestattungsverbot gegen denjenigen Bruder, der die Stadt angriff. Eine Unterscheidung, die Antigone nichts zählt, weil ihr die beiden Brüder gleichviel zählen. Sie begräbt Polyneikes gegen Kreons Gesetz, den eigenen Tod in Kauf nehmend. Sowohl Kreon als auch Antigone berufen sich auf das Recht und seine Legitimierung durch eine höhere Autorität: die Götter. Doch wer oder was bestimmt, was Recht ist, wenn das Recht selbst, das Konflikte und Widersprüche lösen soll, sich widerspricht?

Sophokles' antike Tragödie ist nicht nur eine Tragödie des Rechts, sondern auch die einer Familie und des Menschen schlechthin. Sie handelt von Verantwortung und Ohnmacht, von Selbstgerechtigkeit und der Frage, warum wir nicht ohne einander, aber offensichtlich auch oft nicht miteinander leben können. Regisseur Johan Simons ist dem Berliner Publikum bereits durch seine regelmäßigen Einladungen zum Theatertreffen bekannt. Nun arbeitet er erstmals am Berliner Ensemble und inszeniert "Antigone" entsprechend der sophokleischen Inszenierungspraxis mit nur drei Schauspieler:innen.

Bühne: Johannes Schütz; Kostüm: Kevin Pieterse; Musik: Tristan Wulff; Licht: Steffen Heinke; Dramaturgie: Sibylle Baschung

Mit: Constanze Becker, Jens Harzer, Kathleen Morgeneyer

1 Kritik

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Karge Kunstanstrengung
2 Tage her.
Kritik

Auf drei Spieler*innen hat Simons die „Antigone“ aufgeteilt und die Rollen wieder einmal cross-gender besetzt. Die Titelrolle übernimmt der bereits erwähnte Harzer, den Gegenspieler Kreon mimt Constanze Becker, Kathleen Morgeneyer übernimmt weitere Rollen wie Ismene und Teiresias. 

In einer unwirtlich-gähnenden Leere finden sich die drei wieder, auf konzentrischen Kreisen hat Schütz einige Hinterlassenschaften der verfluchten Atriden-Dynastie angeordnet. Dazwischen tobt das Trio anfangs wie Kinder, sie spielen fangen, Beckers Kreon zieht sich eine Pappkrone über. Im Programmheft-Interview erklärt Simons dazu, dass er den „Antigone“-Stoff als das Drama traumatisierter Kinder liest.

Anders als bei seinem Bochumer „Macbeth“, seiner jüngsten Theatertreffen-Einladung von 2024, tauscht das Trio die Rollen nicht durch und springt nicht abrupt zwischen den Szenen. Die konzentrierten zwei Stunden folgen weitgehend der antiken Tragödie von Sophokles, allerdings in der schwer zugänglichen Übersetzung von Friedrich Hölderlin, in die man sich einhören muss.

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