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Bewertung und Kritik zu

DIE ANTIGONE DES SOPHOKLES
von Bertolt Brecht
Regie: Veit Schubert 
Premiere: 12. Januar 2019 
Berliner Ensemble 

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Zum Inhalt: Was vor 2500 Jahren begann, hat immer noch kein Ende in Sicht: Bis heute hat die "Antigone" des Sophokles in unzähligen Übersetzungen, Inszenierungen und Bearbeitungen eine steile Karriere hingelegt und ließ Generationen von Leserinnen und Lesern über deren düstere Handlung rätseln. Die Erzählung von zwei Brüdern, die im Krieg fallen und denen ungleiche Bestattung zuteilwird, von deren beiden Schwestern, die über die ungleiche Behandlung der Brüder in Streit geraten, und über die eine Schwester Antigone, die sich mit dem Staat überwirft, um dem geschmähten Bruder Gerechtigkeit zu verschaffen, faszinierte die unterschiedlichsten Menschen. Als ein Modell, um die Gesellschaft und ihre geschriebenen wie ungeschriebenen Gesetze zu verstehen und gleichzeitig zu hinterfragen, inspirierte der Stoff durch die Zeiten hinweg.

So auch Bertolt Brecht. 1947 frisch aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt, legte er eine Antigone-Bearbeitung vor und brachte diese im Schweizer Chur selbst zur Uraufführung. Brecht diente der antike Stoff als Parabel über die Verantwortung des Individuums im Angesicht großen Unrechts und als eine Analyse von staatlicher Willkür, Widerstand und Gewalt. Der NS-Terror, Auschwitz und Stalingrad standen ihm mahnend im Hintergrund. Wir wollen mit Brechts Text fragen: Woran glauben wir so sehr, dass wir bestehende Gesetze brechen wollen und müssen? Welche Gesetze und Systeme kann man heute überhaupt noch verletzten in dieser vermeintlich grenzenlosen und verfügbaren Welt? Wie hoch ist der Preis für Freiheit? Und woher eigentlich kommt unser langanhaltendes Bedürfnis nach Heldinnen und Helden?   

Regie: Veit Schubert
Bühne: Wiebke Bachmann
Kostüme: Isabel Waluga
Dramaturgie: Tobias Kluge
Licht: Benjamin Schwigon

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2.0/5 Insgesamt 1 Bewertungen (1 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Enges Korsett für klassische Tragödie
  · 12.01.19
Vermutlich lag es am strengen Blick von Brechts Erben, die darüber wachen, dass sich ja niemand mit zu vielen eigenen Ideen an den Klassikern abarbeitet, dass sich der Abend kaum Freiheiten nimmt. Hier ein paar eingestreute Songs, dort ein paar akrobatische Einlagen beim Abrutschen über die schräge Grabplatte, die anfangs sehr viele Lücken hat und erst nach und nach festzementiert wird. Dieser Vorgang, der den ganzen Abend leitmotivisch durchzieht, bleibt als stärkstes Bild in Erinnerung.

Spannende Fragen hatten sich die Spieler*innen auf der Webseite vorgenommen: Woran glauben wir so sehr, dass wir bestehende Gesetze brechen wollen und müssen? Welche Gesetze und Systeme kann man heute überhaupt noch verletzten in dieser vermeintlich grenzenlosen und verfügbaren Welt? Wie hoch ist der Preis für Freiheit? Und woher eigentlich kommt unser langanhaltendes Bedürfnis nach Heldinnen und Helden? Daraus hätte ein so spielfreudiger Abend entstehen können, wie er einem Ernst Busch-Vorgänger-Jahrgang und Ursula Werner mit Brechts „Mutter“ im Jahr 2016 im Studio der Schaubühne oder den Kommilitoninnen erst vor einigen Tagen mit ihrer sehr freien „Moby Dick“-Annäherung gelungen ist.

Das enge Korsett, in das dieser Brecht-Abend gezwängt ist, lässt die „Antigone des Sophokles“ zu museal wirken. Eingezwängt unter der Grabplatte, die diesen Abend prägte.

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