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Bewertung und Kritik zu

DIE VERDAMMTEN
nach dem Film von Luchino Visconti
Regie: David Bösch
Premiere: 3. November 2018 
Berliner Ensemble 

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Zum Inhalt: Mit "Die Verdammten" wollte Visconti einen modernen Macbeth schaffen. Entstanden ist die verstörende Analyse einer korrumpierten Industriellenfamilie vor dem Hintergrund einer noch größeren Tragödie: dem Verfall einer ganzen Gesellschaft, die sich vom Nationalsozialismus überwältigen lässt. Worin bestand für die Eliten die politische und ästhetische Faszinationskraft dieser menschenverachtenden Ideologie? Was waren die Folgen dieser fatalen Verquickung von persönlichen Karriereinteressen, wirtschaftlichem Erfolg und autoritärer Machtpolitik in instabilen Zeiten?

David Bösch, der seit einigen Jahren auch erfolgreich an großen Opernhäusern in München, Dresden, Antwerpen und London inszeniert, wird Viscontis verstörende Analyse einer korrumpierten und politisch instabilen Gesellschaft in einer Welt des Umbruchs in Szene setzen.

Regie: David Bösch
Bühne: Patrick Bannwart
Kostüme: Moana Stemberger
Musik: Karsten Riedel
Video: Bert Zander
Licht: Ulrich Eh
Dramaturgie: Sibylle Baschung


 
Meinung der Presse zu 

„Die Verdammten“

Berliner Ensemble


rbb
★★☆☆☆

nachtkritik
★★☆☆☆


Die Welt
★☆☆☆☆

tip
★☆☆☆☆

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1.8/5 Insgesamt 8 Bewertungen (3 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Unglaubwürdig
  · 05.11.18
''Erstaunlich eigentlich, schaut man sich all die prominenten Namen auf dem Besetzungszettel an: Wolfgang Michael, Corinna Kirchhoff, Nico Holonics, Martin Rentzsch, Peter Moltzen. Bösch kann sich nicht recht entscheiden, ob er sie nun grell und fratzenhaft überzeichnen will – oder doch auf psychologisch-realistische Nachvollziehbarkeit Wert legt. Zwischen diesen Polen changierend wirken die Spieler dann schlicht unglaubwürdig.

Am problematischsten tritt das bei Corinna Kirchhoff in der Rolle der Sophie von Essenbeck zutage. Bei Viscontis ist sie eine zuckersüß lächelnde, begehrenswerte Frau, die den sie vergötternden Liebhaber für den eigenen Machtgewinn missbraucht. Kirchhoff gibt sich alle Mühe, sie alt und verhärmt aussehen zu lassen, ein totes Eisgesicht, eine schnarrende Stimme. Schon klar: Sie soll eine blutrünstige Lady Macbeth sein – Visconti hat seinen Film an das Shakespeare-Drama angelehnt, Bösch lässt sogar Macbeth-Zitate einfließen und Verdis Oper spielen. Doch diese Sophie ist nichts als eine unerträgliche Schreckschraube, deren Mann völlig irre sein muss. Peter Moltzen gibt ihn als überzogen fahrigen, stotternden Emporkömmling, den eine Art Ödipus-Komplex an seine hyperdominante Gattin fesselt.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio auf kulturradio.de
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Nazioper mit Dramaqueen
  · 05.11.18
''Bösch baut hier immer wieder wie zur Erklärung kleinere Rampenmonologe ein mit Zitaten von Nazigrößen oder Schriftstellern und Dichtern wie Bertolt Brecht, dessen Gesicht kurz bei der mit echten Flammen inszenierten Bücherverbrennung am Bühnenhorizont auftaucht. Koffer stehen hier für Flucht und Vernichtung. Die SA-Kohorten singen "Flieger grüß mir die Sonne" oder anderes nationalistisches Liedgut. Aber die große Dramaqueen des Abends ist Nico Holonics als psychopathologischer Fall und pädophiler Sohn Martin, der als Marlene-Dietrich-Parodie selbst der Lady Macbeth Corinna Kirchhoff die Schau stiehlt. Da wirkt auch der verhinderter Macbeth Peter Moltzen, der tatsächlich zitternd Shakespeare-Verse rezitiert und auch mal mit dem Schwert auftaucht, relativ blass. Bösch macht es recht theatralisch und drückt auch zum Ende voll auf die Drama-Tube. Das Hochzeitspaar Sophie von Essenbeck und Friedrich Bruckmann fällt unter den Schüssen des sich von seiner Übermutter befreienden Martin. Die Nazis sind am Ziel und wie zur Mahnung lässt Bösch noch mal alle blutüberströmten Leichen des Stücks aufmarschieren. Bösch liefert hier eher eine etwas zähe Visconti-Parodie. Wer melodramatischen Shakespeare mag, dürfte auf seine Kosten kommen.'' schreibt Stefan Bock am 5. November 2018 auf KULTURA-EXTRA
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Handwerklich solide Stadttheater-Nacherzählung des Visconti-Films
  · 03.11.18
Der Versuch, den Filmklassiker für die Bühne zu adaptieren, kommt nicht über nacherzählendes, handwerklich solide gemachtes Stadttheater hinaus. Der kolportagehafte Plot intrigierender, verkommener Großindustrieller, die sich mit wechselnden Bündnissen gegenseitig ausbooten, sich den Nazis ausliefern und ihren Untergang heraufbeschwören, ist schon bei Visconti bewusst voller Stereotype statt facettenreicher Figuren. Die holzschnittartige Schwarz-Weiß-Zeichnung verleiht den knapp zwei Stunden an diesem Theater-Abend etwas Lähmendes.

Warum der Stoff fünf Jahrzehnte nach dem Kinostart des Originals im Revolutionsjahr 1968 aktuell immer wieder aufgegriffen wird, liegt sicher an seinem mahnenden Zeigefinger, mit dem er vor einem Bündnis des Establishments/Kapitals mit rechten, autoritären Demagogen warnt. Die Warnzeichen der vergangenen Jahre sind nicht zu übersehen, unsere Demokratie ist unter Druck geraten und nicht mehr so robust wie sie noch vor einigen Jahren schien. Natürlich wollen und müssen sich auch die Theater damit auseinander setzen.

„Die Verdammten“ ist in seiner grellen Überzeichnung und kolportagehaften Art jedoch ein Stoff, der sich nicht besonders gut eignet, die notwendigen Debatten anzustoßen und zur weiteren Reflexion einzuladen.
So eindimensional wie der Theaterabend bleiben auch die Essays im begleitenden Programmheft. Der Plot schnurrt sauber, aber überraschungsarm ab, bis am Ende nur noch Martin übrig bleibt. Er tötet Mutter und Stiefvater, liefert sich und den gesamten Konzern den Nazis aus.

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2.9
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5 26
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2 61
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Kritiken: 121

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