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Bewertung und Kritik zu

ROCKY HORROR SHOW
von Richard O´Brien
Wieder in Berlin: ab 24. Januar 2018 
Admiralspalast, Berlin
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Wieder in München: ab 20. Februar 2018 
Deutsches Theater, München
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Nach einer ausverkauften Tournee und drei Jahren Pause ist RICHARD O’BRIEN’S ROCKY HORROR SHOW endlich wieder in Berlin. Seit Oktober ist das Enfant terrible des Musicals bereits auf großer Europa-Tournee. Ab 23. Januar 2018 (Premiere: 24. Januar) gastiert das Kult-Musical für drei Wochen im Berliner Admiralspalast. Neben den langjährigen Rocky Horror-Erzählern Sky du Mont und Martin Semmelrogge wird in der Woche vom 30. Januar bis 4. Februar erstmals der Schauspieler Dominic Boeer die bissigen Kommentare der Zuschauer gekonnt parieren.

Dominic Boeer freut sich sehr darauf, im Admiralspalast seine Schlagfertigkeit als Erzähler unter Beweis stellen zu dürfen: „Ich habe sofort zugesagt, als ich die Rolle des Erzählers angeboten bekam. Die Rocky Horror Show ist Kult – es gibt kein vergleichbares Musical, das nach über vierzig Jahren generationenübergreifend so begeistert. Ich freue mich sehr auf die Show und bin aufgeregt zugleich. Es wird spannend, wie das Publikum reagieren wird – hoffentlich ist es gnädig mit mir...“

Bekannt geworden ist der 38-jährige in der Rolle des Lehrers Jonas Vossberg in der RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, in der er von 2003 bis 2005 mitspielte. 2006 drehte er in Kanada seine erste internationale Kinoproduktion „Das Konklave“. Es folgten verschiedene TV-Auftritte, ehe er ab 2011 in der RTL-Action-Serie „Die Draufgänger“ die Hauptrolle übernahm. Seitdem war Dominic Booer in vielen weiteren Produktionen wie z. B. „Crossing Lines“, „Helden – Wenn Dein Land Dich braucht“ oder im „Tatort: Allmächtig“ und in der RTL-Serie „Der Knastarzt“ zu sehen.


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4.5/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
2 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Immer noch schräg
  · 05.02.15
Das Enfant terrible des Musicals kommt wieder nach Hause. Und mit ihm jede Menge tiefer Dekolletés, glitzernde Mieder, Strapse, üppiges Make-Up und knallige Perücken. Wobei diese vor drei Jahren, so lange war nämlich Pause, noch tiefer, glitzernder und üppiger schienen. Mit einer neuen Inszenierung und Videoeinspielern zieht die Rocky Horror Picture Show im Berliner Admiralspalast seine Fans endlich wieder  in ihren Bann, noch bis zum 10. Februar, bevor sie weiterreist und weitere deutsche Städte, Zürich, Basel und Graz in den Time Warp schickt. Nach seiner Uraufführung in London 1973 erlangte das schräge Märchen mit der frivolen Handlung, nur für Erwachsene, erst mit der Verfilmung 1975 seinen heutigen Kultstatus. 2008 hat Sam Buntrock die jetzige Bühnenfassung unter Aufsicht des Autors Richard O’Brian zu Papier gebracht, uraufgeführt wurde sie in Berlin. Und die Premiere der bizarren Geschichte des jungen Pärchens Brad und Janet, das nach einer Autopanne in stürmischer Nacht in die Fänge des exzentrischen außerirdischen Wissenschaftlers Dr. Frank’n’Furter gerät, kommt beim Publikum wieder gut an. Songs wie „Sweet Transvestite“, „Touch-A, Touch-A, Touch-Me“ oder „Time Warp“ lassen das Lebensgefühl der 70er Jahre und unterschiedliche Generationen Zuschauer aufleben und viele Anhänger an den berühmt berüchtigten Stellen ihre Sitznachbarn mit Spritzpistolen erfrischen, Reis, Konfetti und Klopapier werfen, Leuchtstäbe schwenken und mit Holzrasseln klappern. Wenngleich dies nicht mehr so punktgenau erfolgt wie vor Jahren noch, was vielleicht daran liegt, dass nicht nur noch eingefleischte Rocky-Horror-Fans im Publikum sitzen. Kostümmäßig machen sie den Protagonisten auf der Bühne jedoch hier und da durchaus noch Konkurrenz. Und die Kult-Songs tun ihr Übriges, dazu gehört natürlich auch „I’m going home“, die letzte Nummer von Dr. Frank’n’Furter, bevor er vom Butler abgeknallt wird. Der exzentrische Wissenschaftler vom Planeten Transsexual darf sich der Sehnsucht hingeben, auf der Erde bleiben zu wollen, um für immer Sex mit Menschen haben zu können. Nachdem 2015 der Brite Rob Fowler diese dämonisch-erotische Figur unschlagbar gut verkörpert hat, darüber hinaus konnte er bestens tragen, was seine Rolle forderte, viel war es in der Regel ja nicht, tritt nun Gary Tushaw dieses Erbe an. Und auch er gibt dem exzentrischen Transvestiten einen neuen Look. Statt schwarzgelockt wie Tim Curry im legendären Kinofilm tritt auch Tushaw als blonder Vamp mit Mieder und Strapsen auf, legt seine Figur optisch als „Madonna auf Steroiden“ an. Statt des erbetenen Telefons präsentiert er den biederen Verlobten sein Retortenwesen Rocky, das er mit dem makellosen Körper Ryan Goscinski zu seinem sexuellen Vergnügen erschaffen hat. All diese Einflüsse bleiben nicht ohne Wirkung auf das frisch verlobte Paar, das eingeschüchtert und umgarnt von all den glamourösen Geschöpfen im Schloss Furters auf dem Planeten Transsexuell in Transsylvania zunehmend die Reize der körperlichen Lust entdeckt. Wieder witzig und sehr plakativ in einer Art Scherenschnitt dargestellt sind die Szenen, in denen Frank’n’Furter nacheinander erst Janet und dann Brad verführt. Während 2015 die Schwedin Maria Franzén ihre Magenta mit ungeheurer Energie und Bühnenpräsenz gespielt hat, schlüpft nun Jenny Perry in diese Rolle, die als Phantom schon 2015 dabei war. Holly Atterton als Columbia tut in den Ohren nicht ganz so weh, wie seinerzeit Hannah Cadec, füllt ihre Rolle aber gut aus. Insgesamt jedoch waren die einzelnen Figuren in der letzten Inszenierung prägnanter herausgearbeitet, allen voran die Rolle von Frank’n’Furter, der mit Rob Fowler einfach großartig besetzt war und durch den Abend getragen hat.
Und dann ist da noch der Erzähler. Sky Du Mont, der sich den Job schon langjährig mit Martin Semmelrogge teilt und vom 30. Januar bis 4. Februar erstmals von Schauspieler Dominic Boeer abgelöst wird, musste sich, wie gehabt, natürlich immer wieder den Boring-Zwischenrufen des Publikums erwehren, schien darüber aber nicht traurig zu sein, parierte souverän. Und auch Daniel Fletcher als Dr. Scott lässt sich ein paar Mal zu deutschen Worten hinreißen, das Musical selbst wird ja in englischer Sprache dargeboten.
Die Musik wird live gerockt, die Band, bestehend aus sechs Musikern, schickt ihre Töne von einer Empore runter auf die Bühne und in den Zuschauersaal.
Am Schluss wird es dann noch einmal sehr bildgewaltig. Überdimensional große weiße Federn werden von den Darstellern beeindruckend in Szene gesetzt. Dies ist dann auch der Augenblick, der klar macht, dass dies ein Musical ist und nicht der Film. Und das Publikum belohnt die zwölf Darsteller mit Standing Ovations.
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Strapsen, Konfetti, Wasserpistolen, Toilettenpapier – an was denkt Ihr da sofort? Richtig, an Richard O’Brien’s „Rocky Horror Show“, das Musical mit der verrücktesten und gleichzeitig liebenswertesten Fangemeinde. 
Und nun tourt das audiovisuelle Musicalerlebnis wieder durch Deutschland und am Samstag, den 27. Januar 2018, habe auch ich den legendären Time Warp im fast auf den letzten Platz gefüllten Admiralspalast getanzt.
Die Fan-Community war genauso gut vorbereitet wie bei meinem letzten Besuch des Musicals vor vielen Jahren: Spielkarten, Zeitungen, Konfetti, Wasserpistolen, Toilettenpapier - alles hatte sie dabei. Wir gehörten zu den wenigsten Fans, die an diesem Abend nicht verkleidet waren. Es versprach also ein schräger und kultiger Abend zu werden.
Der Erzähler an diesem Abend war Sky Du Mont, der charmante Gentleman unter den deutschen Schauspielern. Trotz der obligatorischen „Laaaaangweilig“- und „Buuuuuh“-Rufen, die jeder Rocky Horror Show-Fan perfekt beherrschen muss, blieb Du Mont charmant wie immer und bewies mal wieder mit seinem spontanen und schlagfertigen Humor, warum er zu den beliebtesten Schauspielern Deutschlands gehört.
Er begleitete uns durch die ausgefallenste Geschichte in einem Musical: Das frisch verliebte und verlobte Paar Brad und Janet bleibt in einer regnerischen Novembernacht mit ihrem Auto auf einer einsamen Landstraße liegen und gerät so in das Schloss des exzentrischen und sexbesessenen Dr. Frank’n’Furter vom Planeten Transsexuell der Galaxie Transylvania, der ihnen eine Welt der verbotenen Lüste zeigt, in der sie viel über sich selbst erfahren. Dort lernt das anfangs noch schüchterne Paar viele verrückte Lebewesen kennen, darunter auch den blonden und muskelbepackten Rocky, der von Frank’n’Furter in erster Linie zum sexuellem Vergnügen erschaffen wurde. Wo sind da nur Brad und Janet hineingeraten und können sie ihren Prinzipien und einander treu bleiben?
Die Musik berührte mal wieder jede Pore der eingefleischten Fans: Beim legendären Lied „The Time Warp“ schüttelten wir enthusiastisch unsere Hüften und sangen lautstark mit. Das emotionale Lied „I'm going home!“ entlockte mir die ein oder andere Träne. Es war ein ekstatischer Glam Rock-Abend!
Die treuen Fans wussten den ganzen Abend, was zu tun war, an welchen Stellen man die anderen Fans mit der Wasserpistole nass spritzen und was man das Toilettenpapier zu werfen hatte. Wir kamen aus dem Lachen gar nicht mehr raus. Der Mitmachkult in diesem Musical findet man nirgendwo sonst so ausgeprägt.
Aber natürlich kann diese schrille Geschichte nur von einem hervorragend ausgesuchten Cast getragen werden und der Cast war bis in die kleinste Rolle perfekt zusammengestellt. Am meisten begeistert haben mich die Hauptdarsteller an diesem Abend: Gary Tushaw, Sophie Isaacs und  Felix Mosse. 
Für Gary Tushaw scheint die Rolle des exzentrischen Frank’n’Furter wie auf den Leib geschnitten worden zu sein. Mit seinen Strapsen und seinen langen Beinen wirkt der kühle Blonde diabolisch und verführerisch zugleich und überzeugte auch gesanglich in jeder Minute. 
Sophie Isaacs hat mich an dem gestrigen Abend vollkommen in ihren Bann gezogen. Die Darstellerin hat nicht nur eine voluminöse Stimme, sondern überzeugt wie Felix Mosse auch darstellerisch. Beide verkörpern sehr glaubwürdig das unschuldige Paar Brad und Janet, das sich im Laufe der Geschichte sexuell befreit.
Das Musical präsentiert eine zeitlose Geschichte der sexuellen Befreiung und der körperlichen Selbstbestimmung. „Don't dream it – Be it!“ Warum auch nicht?! Du darfst alles sein, was du dir erträumst.
Alles an diesem Musical ist ein Kult: die Fans, die begeistert mitsingen, mittanzen und mitspielen; die Ohrwurmlieder, die bizarre und vulgäre Geschichte und die Darsteller, die in ihren Rollen aufgehen. Das Musical ist ein Phänomen, das man wenigstens einmal in seinem Leben live erleben muss. Bis zum 10. Februar 2018 hast du im Admiralspalast dazu die Gelegenheit. Danach zieht das Musical nach Stuttgart und München weiter.
© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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