Bewertung und Kritik zu
CALIGULA.INFERNO – Gefängnistheater der JVA Tegel
Premiere: 9. Juni 2026
Nach: Albert Camus und Dante Alighieri
Künstlerisches Team
Regie: Peter Atanassow
Bühne: Holger Syrbe
Kostüme: Anne Schartmann
Dramaturgie: Franziska Kuhn
Musikalisches Konzept & Arrangements: Christopher Blenkinsop (17 HIPPIES)
Musikalische Einstudierung Gesang: Vsevolod Silkin
Choreografie: Suzann Bolick
Ensemble
Es spielt das Gefangenenensemble der JVA Tegel:
- Adrian Zajac
- Alex
- André S.
- Atak
- Baris Can
- Eddy A.
- Fabi
- H. Peter Maier C.d.F.
- Horst Grimm
- Jan M.
- Marco
- Muhammet
- Norman
- Paco
- Paul E.
- Rico
- Robert
- Robin
- Ronny B.
- Senad
- Sven
- Taui
Über die Inszenierung
„Caligula.Inferno“ verbindet Camus’ existenzialistische Tragödie mit Dantes Höllenreise zu einem intensiven, körperlichen und emotional aufgeladenen Theaterabend. Die Inszenierung nutzt die besondere Situation des Gefängnistheaters, um Macht, Schuld, Freiheit und Selbstbehauptung neu zu verhandeln.
Peter Atanassow führt das Gefangenenensemble mit großer Präzision und Sensibilität. Die Bühne von Holger Syrbe schafft einen reduzierten, zugleich symbolisch aufgeladenen Raum, der zwischen Zelle, Ritualfläche und innerer Hölle changiert. Anne Schartmanns Kostüme und die Choreografie von Suzann Bolick verstärken die körperliche Intensität des Abends.
Das musikalische Konzept von Christopher Blenkinsop (17 HIPPIES) und die gesangliche Einstudierung durch Vsevolod Silkin verleihen der Inszenierung eine zusätzliche emotionale Ebene, die zwischen Wucht, Fragilität und kollektiver Energie oszilliert.
Besondere Aspekte dieser Produktion
- eine kraftvolle Verbindung von Camus’ „Caligula“ und Dantes „Inferno“
- ein außergewöhnlicher Aufführungsort mit besonderer Intensität
- ein großes Gefangenenensemble mit beeindruckender Präsenz
- eine starke musikalische und choreografische Ebene
- eine Inszenierung, die Macht, Schuld und Freiheit neu verhandelt
„Caligula.Inferno“ zeigt, wie Gefängnistheater existenzielle Stoffe mit radikaler Ehrlichkeit und emotionaler Wucht auflädt – roh, direkt und tief berührend.

