CLARIN in «Das Leben ein Traum»

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    3. Aufzug - Im Innern des Turmes.

    Clarin allein.  

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    CLARIN: 
    Für das, was ich weiß, geschieht mir's,
    In dem Zauberturm zu stecken.
    Was wird, was ich nicht weiß, kosten,
    Kostet, was ich weiß, mein Leben?
    Daß ein Mensch mit solchem Hunger
    Soll lebend'gen Leibes sterben!
    Mitleid hab' ich mit mir selbst;
    Alle werden's sagen, denk' ich,
    Und sich denken kann man's wohl,
    Da zu meinem Namen eben
    Nicht dies Schweigen paßt; ich heiße
    Ja Clarin, und soll nicht sprechen!
    Die mir hier Gesellschaft leisten,
    Sind, um frei heraus zu reden,
    Weiter nichts, als Mäus' und Spinnen;
    Ei, wie allerliebste Lerchen!
    Von den Träumen dieser Nacht
    Ist mein armer Kopf beständig
    Voll von tausend Gaukelspielen,
    Von Schalmeien und Trompeten,
    Kreuzen und Prozessionen,
    Büßenden und Geißeln; jene
    Steigen auf, und diese schwinden,
    Und in Ohnmacht fallen welche,
    Wenn sie sehn, wie andre bluten.
    Ich, die Wahrheit zu vermelden,
    Fall' in Ohnmacht schier vor Hunger;
    Denn hier sitz' ich im Gefängnis
    Und studiere Tag für Tag
    Die gesamte Hungerlehre,
    Und die Wissenschaft des Fastens
    Hab' ich dann bei Nacht zu lernen.
    Wenn das Schweigen Heil'ge macht,
    Wie im neuen Festkalender,
    So ist Sankt Sekret mein Heil'ger,
    Denn ihm fast' ich, ohn' Ergötzen;
    Ob ich gleich für wohl verdient
    Diese Züchtigung erkenne,
    Denn ich schwieg und bin ein Diener,
    Und das ist der größte Frevel.

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