DER WURSTHÄNDLER in «Die Ritter»

    Bewertung: 4 / 5

    Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern inaktiv
     

    300+ Monologe als PDF-Datei



    2. Akt 

    Der Wursthändler mit dem Chor. 

    Buch kaufen

    Der Wursthändler kommt vom Rathaus zurück. 

    WURSTHÄNDLER: 

    Gewiß, es lohnt die Müh, das anzuhören!
    Ihr wißt, ich folgt' ihm schnurstracks auf dem Fuß:
    Dort brach er los, wie Donnerkeilgerassel,
    Brüllt wie ein Untier auf die Ritter, pustet
    Felsblöck' und schilt sie allesamt Verschwörer,
    Und gläubig hört der ganze Rat ihm zu,
    Füllt sich den Bauch mit gift'gen Lügenpilzen,
    Zog auf die Brau'n und schnitt ein Senfgesicht.
    Kaum merkt' ich, daß mit seinem Lügenköder
    Der Schelm sie fing, da sprach ich so zu mir:
    ›Auf, ihr Kobold', Alraunen und Alfanzen,
    Asmodi, Plump und Puck, Spukgeister ihr,
    Jetzt macht mich zungenfertig, trotzig, frech,
    Und helft mir schrein!‹ – So stand ich in Gedanken,
    Da donnert rechts von mir ein mächt'ger Furz:
    Ich dankte Gott und prallte mit dem Hintern
    Aufs Gatter, daß es brach, drang ein und riß
    Das Maul auf: ›Ich verkünd' euch Heil und Segen,
    Ihr Ratsherrn, gute Botschaft bring' ich euch:
    Noch niemals seit dem Ausbruch dieses Kriegs
    Sah ich so wohlfeil die Sardellen hier!‹
    Da klärte plötzlich sich ihr Antlitz auf,
    Ich ward bekränzt für meine frohe Nachricht.
    Gleich macht' ich ihnen den ›geheimen‹ Vorschlag,
    Den Töpfern alle Schüsseln wegzunehmen
    Und Fische g'nug fürs Sitzungsgeld zu kaufen.
    Sie klatschten Beifall und begafften mich;
    Der Paphlagonier, schnell bedacht – er wußte,
    Wie man beim Rat am besten sich empfiehlt –
    Verlangt das Wort: ›Ihr Herrn, ich schlage vor,
    Zum Dank für diese segensreiche Botschaft
    Der Göttin hundert Ochsen gleich zu opfern.‹
    Und wieder nickt der Rat ihm freundlich zu.
    Als ich mit Ochsenunrat mich im Rat
    Besiegt sah, trumpft' ich drauf: ›Zweihundert Ochsen!‹
    Auch tausend Ziegen riet ich zu geloben
    Der Artemis, wenn morgen Gründlinge
    Zu haben, hundert für 'nen Obolos.
    Und wieder dreht der Rat nach mir den Kopf.
    Der andre steht verblüfft und stottert was;
    Fort schoben ihn Prytanen und Trabanten,
    Und alle standen auf und lärmten wegen
    Der Fische. Doch er bat: ›Geduldet euch
    Nur einen Augenblick! Ein Bot' ist da
    Von Sparta, hört erst seinen Friedensantrag!‹
    Sie aber schrien all' aus einer Kehle:
    ›Was, Frieden, jetzt? Du Narr, jetzt, wo sie merken,
    Daß die Sardellen wohlfeil sind bei uns?
    Nichts da von Frieden? Laßt dem Krieg den Lauf!
    Prytanen, schließt die Sitzung!‹ – Und sie sprangen
    Nach allen Seiten übers Gatter weg.
    Ich lief voraus, und allen Koriander
    Und Schnittlauch kauft' ich auf dem Markt zusammen
    Und gab's den Armen gratis, ihre Fische
    Zu würzen, und – ich war der Mann des Volks!
    Das war ein Loben, ein Potztausendschnalzen!
    Mit einem Obolos für Koriander
    Bring' ich den Rat hier in der Tasche mit.

    PDF-Datei: 21,25 € 16,95 €


    Weitere Formate auf Amazon & Play:
    Taschenbuch / Kindle: 29,95 €
    Google eBook: 21,25 €


    UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI


    AUSWAHL

    AUF DER BÜHNE © 2023
    BUCH ALS PDF-DATEI

    Toggle Bar
    X

    Right Click

    No right click