Bewertung und Kritik zu
DIE GRÖSSERE HOFFNUNG – Akademietheater Wien
von: Ilse Aichinger
Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Ilse Aichinger
Premiere: 22. Oktober 2026, Akademietheater Wien
Künstlerisches Team
Regie: Therese Willstedt
Bühnenbild: Mårten K. Axelsson
Licht: Mårten K. Axelsson
Kostüme: Anna Heymowska
Musik: Ditlev Brinth
Dramaturgie: Jeroen Versteele
Besetzung
Ruth, Großmutter: Sabine Haupt
Leon: Hans Dieter Knebel
Konsul, Georg: Jörg Ratjen
Bibi: Maresi Riegner
Herbert: Enes Şahin
Ellen: Nina Siewert
Kurt: Itay Tiran
Hanna: Ines Marie Westernströer
Über die Inszenierung
Mit „Die größere Hoffnung“ bringt das Akademietheater einen der bedeutendsten Romane der österreichischen Nachkriegsliteratur auf die Bühne. Ilse Aichingers Werk erzählt aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen von Ausgrenzung, Verfolgung und Überleben während der Zeit des Nationalsozialismus und entwickelt daraus eine poetische Sprache von außergewöhnlicher Kraft.
Therese Willstedt nähert sich dem Roman als Erzählung über Hoffnung, Widerstand und menschliche Würde. Im Zentrum steht nicht allein die historische Erfahrung von Bedrohung und Verfolgung, sondern auch die Frage, wie Fantasie, Freundschaft und Zusammenhalt selbst unter extremen Bedingungen bestehen können.
Mårten K. Axelssons Bühnen- und Lichtkonzept schafft eine atmosphärische Welt zwischen Realität, Erinnerung und Traum. Die Inszenierung bewegt sich zwischen poetischen Bildern und konkreter historischer Erfahrung und macht die besondere Erzählweise Aichingers auf der Bühne sichtbar.
Anna Heymowskas Kostüme unterstützen die Figurenzeichnung und schaffen einen sensiblen Zugang zu den unterschiedlichen Perspektiven der Charaktere. Ditlev Brinths Musik verstärkt die emotionale Dimension der Handlung und begleitet die Erzählung zwischen Hoffnung, Verlust und Widerstandskraft.
Jeroen Versteeles Dramaturgie arbeitet die literarische Komplexität der Vorlage heraus und macht die Aktualität von Aichingers Fragen nach Menschlichkeit, Erinnerung und Verantwortung deutlich.
Besondere Aspekte dieser Produktion
– Bühnenfassung eines Schlüsselwerks von Ilse Aichinger
– poetische Perspektive auf Verfolgung und Überleben
– Regie von Therese Willstedt
– atmosphärische Verbindung von Raum, Licht und Musik
– Auseinandersetzung mit Erinnerung, Hoffnung und Menschlichkeit
„Die größere Hoffnung“ verbindet historische Erfahrung und poetische Vorstellungskraft zu einem eindringlichen Theaterabend über Mut, Widerstand und die Kraft menschlicher Hoffnung.





