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The Addams Family

Bewertung und Kritik zu

THE ADDAMS FAMILY – Volkstheater Rostock

Premiere: 02. Juli 2026
Musikalische Leitung: Danyil Ilkiv
Inszenierung: Marco Krämer-Eis
Bühne und Kostüme: Lukas Pirmin Wassmann
Choreografie: Selly Meier
Choreografische Assistenz: Kirill Berezovski
Dramaturgie: Stephan Knies
Choreinstudierung: Csaba Grünfelder
Studienleitung: Hans-Christoph Borck
Musikalische Einstudierung: John R. Carlson, Danyil Ilkiv, Ralph Zedler
Regieassistenz: Marta Sofia Mautone
Inspizienz: Babette Bartz

Besetzung

Gomez: Grzegorz Sobczak, Enrico De Pieri (10.–19.07.)
Morticia: Martha-Luise Urbanek
Wednesday: Kirsten Scott
Uncle Fester: Frank Buchwald
Pugsley: Agostina Migoni, Franziska Bader (15.–17.07.)
Lucas: Tobias Völklein
Mal Beinicke: Steffen Schreier
Alice Beinicke: Jana Stelley
Grandma: Angela Schlabinger, Sabine Töpfer (15.–19.07.)
Lurch: Jiwoong Shin
Tanzcompagnie des Volkstheaters: Almog Adler, Gianmaria Girotto, Corinne Kälin, Ron Estrea Kaslasy
Opernchor des Volkstheaters, Norddeutsche Philharmonie Rostock

Über die Inszenierung

„The Addams Family“ am Volkstheater Rostock ist eine humorvolle, musikalisch präzise und visuell opulente Musicalproduktion, die die ikonische Familie mit viel Charme, Witz und choreografischer Energie auf die Bühne bringt. Marco Krämer‑Eis verbindet klassische Musicalelemente mit einer modernen, bildstarken Handschrift.

Lukas Pirmin Wassmanns Bühne und Kostüme schaffen eine detailreiche, überzeichnete Welt, die zwischen Gothic‑Ästhetik, Comic‑Übertreibung und musikalischer Show changiert. Selly Meiers Choreografie bringt Tempo, Humor und klare Figurenzeichnung in die Szenen.

Die musikalische Leitung von Danyil Ilkiv und die Einstudierung durch John R. Carlson, Ilkiv und Ralph Zedler sorgen für eine kraftvolle, präzise Umsetzung der Partitur. Stephan Knies’ dramaturgische Arbeit hält die Balance zwischen Slapstick, Familiengeschichte und emotionalen Momenten.

Das Ensemble überzeugt mit großer Spielfreude und musikalischer Präsenz. Besonders die Rollen der Addams‑Familie sind mit starker körperlicher und komödiantischer Präzision gestaltet.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– humorvolle, bildstarke Musicalästhetik
– präzise choreografische und musikalische Umsetzung
– starke Ensembleleistung
– detailreiche Bühne und Kostüme
– gelungene Balance zwischen Comedy und Emotion

„The Addams Family“ wird zu einem energiegeladenen, unterhaltsamen und visuell eindrucksvollen Musicalabend, der die Kultfamilie mit großer Bühnenfreude feiert.

1 Kritik

4.0 von 5 Sterne
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The addams family
14 Stunden her.
Kritik

Beim ersten handelt es sich um ein Musical in zwei Akten*, in der eine unkonventionelle Familie, erfunden von Charles Addams, (ein amerikanischer Kartoonist, der einst seine Biofamilie in einem Comic karikierte) im Mittelpunlkt steht. Die zwei Kinder, der etwa zwölfjährige Sohn und seine vielleicht 17-jährige Schwester Wednesday leben mit ihrer Familie mitten im Central Park in New York. Aber nicht in einem normalen Haus, sondern in irgend etwas Unterirdisch-morbidem, wo Gift gemischt wird, geschimpft und gehasst, und gequält wird. Dort läuft alles der Spießbürgermoral entgegengesetzt. Themen wie Tod, Schmerz, Dunkelheit, sind jedenfalls positiv konotiert.

Der kleine Bruder wundert sich also sehr, das ihn eines Tages die große Schwester nicht mehr mit Elektroschocks quält. Diese hat sich verliebt, was dem morbiden Charakter der Familie, die immer hassen muss, eigentlich widerspricht und noch dazu in Lucas, einen attraktiven jungen Mann aus bester Familie. Plötzlich ist der bitterbösen Schwester Wednesday das Leben ihrer Familie peinlich. Aber, wie es so kommt, die Eltern des Gutbürgerlichen sind auch nicht ohne Geheimnisse und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Der Stoff scheint derart berühmt zu sein, das das Publikum bereits den gesamten Inhalt kannte. Die wilde Musik, die schwarzen Kostüme, die an die Gotics erinnerten, das Kontertkarieren jeglicher Form von Sitte und Anstand, geben dem Stoff seinen Pepp. Charles Addams, ein berühmter Comiczeichner der 1930er Jahre, hat in seinen Figuren (the Addams Family), offenbar seine eigene Kindheit verarbeitet, er soll schon als Schüler in der Schule diese Comicfiguren gemalt und geschaffen haben. Die Comics haben mehrere TV-Serien inspiriert nd sind noch heute berühmt und lebendig, obgleich sich alles um Tod, Schmerz und Bosheit dreht. Von dort aus trotzdem auf Werte wie Liebe, Vertrauen und Zuneigung zu kommen, ist die Kunst des Stückes. Der Komponist Andrew Lippa und seine beiden Tony-prämierten Autoren Marshall Brickman und Rick Elice haben daraus nun eine rabenschwarze Comedy für die Bühne geschaffen, die zu standing ovations führte und auch nach dem Volkstheatersommer noch im Großen Haus zu sehen ist. Ganz großartig und sehr frei und frech, die Hauptdarstellerin Wednesday ( Kirsten Scott) sowie ihre Mutter (Martha Luise Urbanik), aber auch die Tanzcompagnie des Theaters, alle haben mitreißend und wild gespielt, und das Publikum mitgenommen. Eine Sonderrolle hat ein Onkel Fester gespielt, (hier gegeben vom Urgestein Frank Buchwald, großartig in Mimik und Gestik, wie der Teufel persönlich) sein Spiel war sehr skuril, oft unerklärlich, etwas surrealistisch und sehr eigenwillig. Handelt es sich um eine heinmliche Vorbildfigur des Autors? Für Menschen wie mich, die ich noch nie etwas von der „Addams family“ gehört hatte, da ich kein TV schaue, war dieses Musical eine interessante, meinen Musik- und Sehgeschmack bereichernde Erfahrung. * The addams family: Buch von Marshall Brickman und Rick Elice / Musik und Songtexte von Andrew Lippa / Basierend auf den Figuren erfunden von Charles Addams / Deutsch von Anja Hauptmann

Anja Röhl
https://anjaroehl.de/

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