Bewertung und Kritik zu
DIE RATTEN – Volkstheater Rostock
Von: Gerhart Hauptmann
Genre: Tragikomödie
Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden 40 Minuten, eine Pause
Künstlerisches Team
Inszenierung, Komposition und Video: Max Lindemann
Bühne und Kostüme: Katja Pech
Dramaturgie: Sophia Lungwitz
Regieassistenz: Martha Helms
Inspizienz: Sofi Voskamp
Soufflage: Viola Kowski
Ensemble
- Bernd Färber – Harro Hassenreuter, ehemaliger Theaterdirektor
- Anne Wolf – Walburga, seine Tochter / Alice Rüterbusch, Schauspielerin
- Joshua Walton – Erich Spitta
- Frank Buchwald – John, Maurerpolier
- Katrin Heller – Frau John, seine Frau
- Hagen Ritschel – Bruno Mechelke, ihr Bruder
- Malin Steitz – Pauline Piperkarcka, Dienstmädchen
- Katharina Paul – Sidonie Knobbe
- Anouk Warter – Selma Knobbe, ihre Tochter
- Sebastian Degenhardt – Quaquaro, Hausmeister / Schutzmann Schierke
Erinnyen
- Evelyn Veronika Fortmeier
- Matilda Behrends
- Diana Alves de Oliveira
- Marlene Gerber
- Mara Eileen Grimm
- Anouk Krämer
- Katharina Lorber
- Marret Schlette-Kissling
- Lilly Zintl
- Luise Maya Menges
Über die Inszenierung
Max Lindemann inszeniert Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“ als dichtes, sozialkritisches Kammerspiel, das die Enge, Härte und moralischen Konflikte einer Berliner Mietskaserne sichtbar macht. Die Inszenierung legt den Fokus auf die sozialen Abgründe, die Verzweiflung der Figuren und die zerstörerische Kraft ihrer Lebensumstände.
Katja Pechs Bühne und Kostüme schaffen ein realistisch‑düsteres Milieu, das die gesellschaftliche Enge und die sozialen Spannungen verstärkt. Die Videoelemente von Max Lindemann erweitern den Raum um psychologische Ebenen, während die Komposition den inneren Druck der Figuren hörbar macht.
Besondere Aspekte dieser Inszenierung
- eine realistische, zugleich atmosphärisch verdichtete Darstellung der Mietskaserne
- eine Inszenierung, die soziale Härte und moralische Konflikte präzise herausarbeitet
- ein Ensemble, das mit hoher Intensität und emotionaler Genauigkeit spielt
- eine starke Verbindung von Video, Musik und Schauspiel
- eine zeitlose Lesart eines Klassikers über Armut, Verzweiflung und gesellschaftliche Zwänge
Die Produktion zeigt, wie Hauptmanns Tragikomödie auch heute noch mit großer Wucht die sozialen Brüche und moralischen Abgründe einer Gesellschaft offenlegt.

