BERNICK in «Die Stützen der Gesellschaft» I.

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2. Akt

Bernick und Aune 

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BERNICK: Ich habe Sie nicht herbestellt, um zu disputieren. Ich habe Sie rufen lassen, um Ihnen zu sagen, daß unser Havarist »Indian Girl« bis übermorgen repariert und seetüchtig sein muß. […] Übermorgen, hören Sie! Zu gleicher Zeit mit unserm eignen Schiff; nicht eine Stunde später! Ich habe meine guten Gründe, die Sache zu beschleunigen. Haben Sie heut morgen die Zeitung gelesen? Na, dann wissen Sie auch, daß die Amerikaner wieder Unfug getrieben haben. Dies ruchlose Pack kehrt ja in der Stadt das Unterste zu oberst. Keine Nacht vergeht ohne Schlägereien in den Wirtshäusern und auf den Straßen, von allen andern Widerwärtigkeiten gar nicht zu reden. […] Und wem wird das Unwesen in die Schuhe geschoben? Mir! Ja, über mich geht's her. Diese Zeitungsschreiber schmähen in verblümter Weise, wir konzentrierten die ganze Arbeitskraft auf den »Palmbaum«. Ich, der ich die Aufgabe habe, durch die Macht des Beispiels auf meine Mitbürger zu wirken, muß mir dergleichen unter die Nase reiben lassen. Das ertrage ich nicht. Ich lasse mir's nicht gefallen, daß mein Name derart besudelt wird. […] Gerade in diesem Augenblick brauche ich mehr denn je die ganze Achtung und das ganze Wohlwollen, das meine Mitbürger für mich haben. Ich habe, wie Sie vielleicht gehört haben, ein großes Unternehmen vor; gelingt es aber diesen böswilligen Menschen, das unbedingte Vertrauen in meine Person zu erschüttern, so können mir daraus die größten Schwierigkeiten erwachsen. Darum will ich um jeden Preis den boshaften und verleumderischen Zeitungsschreibereien aus dem Wege gehen, und darum hab' ich den Termin auf übermorgen festgesetzt.