TROFIMOW in «Der Kirschgarten»

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2. Aufzug 

Trofimow und Anja

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TROFIMOW: Sie fürchtet, wir könnten uns ineinander verlieben, und geht uns nicht vom Halse. Ihr enger Schädel erfaßt es nicht, daß wir über der Liebe stehen. All das Kleinliche, Trügerische abstreifen, das uns hindert, glücklich zu sein – das ist der Sinn und das Ziel unseres Lebens. Nur vorwärts! Wir schreiten unaufhaltsam dem hellen Stern entgegen, der dort in der Ferne erglänzt! Vorwärts! Bleibt nicht zurück, o Freunde! [...] Ganz Rußland ist unser Garten.Die Erde ist groß und schön, und es gibt auf ihr gar viele wundervolle Orte. (Pause) Bedenken Sie, Anja: Ihr Großvater, Ihr Urgroßvater und alle Ihre Vorfahren waren Sklavenhalter, Gebieter über lebendige Seelen; jede Frucht im Garten, jedes Blatt am Baum spricht von den menschlichen Wesen, die hier in Knechtschaft gelebt haben. O, dieser Garten hat etwas Schreckliches, und wenn man des Nachts ihn durchschreitet und die alte Rinde der Stämme in matten Reflexen erschimmern sieht, dann ist es, als ob diese Kirschbäume träumten, als ob sie in quälenden Visionen sähen, was hier vor hundert, vor zweihundert Jahren geschah. Was soll man schon viel Worte machen: wir sind um wenigstens zweihundert Jahre in der Entwicklung zurück, bei uns ist noch so gut wie nichts geschehen, wir haben noch gar keine Distanz zu unserer Vergangenheit gewonnen, wir philosophieren nur, klagen über Langeweile oder trinken Branntwein. Es ist ja doch sonnenklar: um wirklich und lebendig mit der Gegenwart zu leben, müssen wir erst mit der Vergangenheit abschließen und sie abbüßen, und das können wir nur durch hartes Leid, durch unermüdliche, anstrengende Arbeit erreichen. Merken Sie sich das, Anja! [...] Wenn Sie die Schlüssel der Wirtschaft hier führen, dann werfen Sie sie in diesen Brunnen und gehen Sie auf und davon. Seien Sie frei, wie der Wind der Steppe! [...] Glauben Sie mir, Anja, glauben Sie! Ich zähle noch nicht dreißig, bin noch jung, noch Student, und habe doch schon so unendlich viel durchgemacht. Hunger und Elend, Krankheit und Not hab' ich ertragen wie nur irgendein Bettler, von Ort zu Ort hat mich das Schicksal gejagt. Immer jedoch, jeden Augenblick, bei Tag und Nacht, blieb meine Seele von geheimnisvollen Ahnungen erfüllt: ich ahne das Glück, Anja – ja, ich sehe es schon … 

 

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