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1. Akt, 6. Auftritt 

Orgon und Clèante 

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ORGON:
O, hätten Sie gesehn, wie ich ihn fand, 
Sie liebten ihn wie ich und noch darüber. 
Zur Kirche kam er unverwandt 
Und kniete mir alltäglich gegenüber. 
Er flehte mit so brünstiger Gebärde, 
Daß aller Augen auf ihm ruhten, 
Mit so viel Seufzern, so viel Seelengluten, 
Und dabei küßt' er jedesmal die Erde! 
Ging ich hinaus, so war er schnell am Orte, 
Weihwasser mir zu bieten an der Pforte. 
Sein Diener, ganz ihm gleich in frommem Leben, 
Erzählte mir, wie schlecht's dem Armen ging, 
Und als er Gaben nun von mir empfing, 
Wollt' er mir stets die Hälfte wiedergeben. 
»Zu viel!« sagt' er. »Sie schenken viel zu reich; 
Ich bin nicht wert, daß Sie sich mein erbarmen.« 
Und wenn ich es nicht wiedernahm sogleich, 
Vor meinen Augen gab er es den Armen. 
Endlich bestimmt' ich ihn, bei mir zu wohnen, 
Und dafür will mich Gott belohnen: 
Um aller Seelenheil bemüht er sich, 
Und höchst besorgt um meine Ehre, 
Behütet er mein Weib vor zärtlichem Verkehre 
Viel eifersüchtiger als ich. 
Im Dienst des Herrn sich täglich anzuschärfen, 
Beim kleinsten Fehl sich Sünden vorzuwerfen 
Und sie zu büßen, wird er niemals matt; 
In Selbstanklagen hat er jüngst sich noch ergangen, 
Weil er beim Beten einen Floh gefangen 
Und allzu zornig ihn getötet hat.

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