Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Bewertung und Kritik zu

ZUR SCHÖNEN AUSSICHT 
von Ödön von Horváth
Regie: Sebastian Kreyer 
Premiere: 20. April 2018 
Theater Bonn - Kammerspiele
Buch jetzt bestellen

Zum Inhalt: Schön ist die Aussicht im heruntergekommenen Hotel längst nicht mehr. Direktor Strasser hat mehr Personal als Gäste und steht kurz vor dem Bankrott. Gemeinsam mit Kellner Max und Chauffeur Karl, allesamt gescheiterte Existenzen mit zweifelhafter Vergangenheit, bildet er eine Zweckgemeinschaft um Baronin Ada Freifrau von Stetten, Dauergast und mit ihrem Vermögen nur ein Tropfen auf den heißen Stein des endgültigen Niedergangs. Jeder auf seinen Vorteil bedacht, ohne Scheu vor Betrug und Selbsttäuschung warten sie der Trostlosigkeit entgegen. Die Gleichförmigkeit des Alltags wird durchbrochen von Christine, ein Jahr zuvor Geliebte des Hoteldirektors, nun Mutter und auf der Suche nach dem Vater des Kindes – und nach Liebe. Doch die versammelten Männer verhöhnen und beschimpfen sie als Hure und erfinden ein perfides Lügengebäude, um drohenden Unterhaltsforderungen zu entgehen. Christine ist jedoch nicht mittellos, sie hat eine bedeutende Erbschaft gemacht. Als dies ans Licht kommt, wendet sich das Blatt. In einer kurzen unbestimmten Hoffnung auf ein Entkommen aus der Aussichtslosigkeit durch ihr Vermögen umwerben sie alle als Freier. Christine aber verlässt das Hotel allein.

Ödön von Horváth schildert eine Welt, „wie sie halt leider ist“, und beschreibt den Machtkampf in einer ungerechten Gesellschaft, der nur Verlierer hervorbringt. Die 1926 entstandene Komödie wurde 1969 in Graz uraufgeführt. Horváths Gesellschaftssatire ist ein Stück par excellence für den Regisseur Sebastian Kreyer, dessen vordergründig knallbunte Inszenierungen immer auch die Tragik aus der Welt gefallener Menschen ausloten, „extrem schrill und extrem wehmütig, extrem desolat und extrem komisch“, schrieb einst „nachtkritik“. Kreyer hat in Bonn bereits DIE MÖWE, DER ENTERTAINER sowie NULLZEIT von Juli Zeh inszeniert und gehört seit fünf Jahren zum festen Team des Schauspiels. 

Inszenierung: Sebastian Kreyer
Bühne: Matthias Nebel
Kostüme: Britta Leonhardt
Musikalische Leitung: Valerij Lisac
Musikalische Beratung: Andreas Seeligmann
Videodesign: Valerij Lisac
Licht: Sirko Lamprecht
Dramaturgie: Nicola Bramkamp

TRAILER


Wie fandest du das Stück?
- ein Klick auf die Sterne -
Schreibe eine Kritik
2.0/5 Insgesamt 2 Bewertungen (1 mit Rezension)
2 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Aussicht ohne Einsicht
  · 24.04.18
''Ein gut aufgelegtes Darstellerensemble sorgt dafür, dass bei der Aneinanderreihung flacher Gags der pointierte Witz trotzdem nicht ganz auf der Strecke bleibt. Sophie Basse gibt eine köstliche und sehr sehenswerte Vorstellung als Ada Freifrau von Stetten, die mit allen Wassern gewaschen ist. Ada scheint es gewohnt, ihre Gespielen unter ihren Fittichen herrisch zu dominieren. Für ihr persönliches Lustempfinden erprobt sie mit ganzer Experimentierfreude gerne auch neue Wege. So gibt sie sich auch genüsslich als zart-verletzliche Dame, wenn sie den Schneewittchen-Spiegel befragt. Daniel Breitfelder mimt ihren Bruder Emmanuel Freiherr von Stetten hingebungsvoll affektiert, effeminiert und tollpatschig. Er sorgt für allerlei Situationskomik, wenn er sich von dem Hotelpersonal geflissentlich abheben möchte, den einen oder anderen Angestellten trotzdem lüstern beäugt und sogar betatscht und, genau wie die anderen, auf Gunst und Vermögen seiner Schwester angewiesen ist. Formvollendet eingebettet in das gleichförmige Stillleben der Hotellobby legt sich insbesondere auch Sören Wunderlich als Portier Max wunderbar geflissentlich ins Zeug, wenn er sinnentleerte Aufträge seines Dienstherrn eifrig befolgt und die bescheidenen Ergebnisse stolz hochhält. Obwohl Kreyer mit seiner Adaption besonders schräg und abstrus sein möchte und insbesondere am Ende das Ganze schrill übertreibt und überfrachtet, ist die Vorführung insbesondere aufgrund der Spielfreude des Ensembles über weite Strecken äußerst unterhaltsam.'' schreibt Ansgar Skoda am 23. April 2018 auf KULTURA-EXTRA
WAR DIE KRITIK HILFREICH FÜR DICH?
Um eine Kritik zu schreiben musst du dich anmelden:

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

eventim Reservix Ticketing System



Theater Bonn
http://www.theater-bonn.de
Am Boeselagerhof 1 - 53111 Bonn
Telefon: 0228 778008
SPIELPLAN & KARTEN

eventim

3.5
Durchschnittsnote aller Stücke
5 10
4 22
3 18
2 7
1 2
Kritiken: 49

TICKETS BEI EVENTIM KAUFEN
Warenkorb anzeigen

ANZEIGE



ANZEIGE

 AUF DER BÜHNE © 2019                            
                 Stage Musicals                                   
Toggle Bar