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Die kleinen Meerjungraun

Bewertung und Kritik zu

DIE KLEINEN MEERJUNGRAUN. DAS FLUTSCHIGE STRIKES BACK – Bühnen Bern

Uraufführung: 27. September 2025
Von: Kim de l'Horizon
Untertitel: Eine Einschwörung auf die Epoche der Transformationen
Genre: Komödie

Künstlerisches Team

Inszenierung: Trio ACE
Regie: Alia Luque (Trio ACE)
Bühne: Christoph Rufer (Trio ACE)
Kostüme: Ellen Hofmann (Trio ACE)
Licht: Jonas Bühler
Dramaturgie: Felicitas Zürcher

Ensemble

  • Lucia Kotikova
  • Claudius Körber
  • Jonathan Loosli
  • Linus Schütz

Über die Inszenierung

„Die kleinen Meerjungraun. Das Flutschige strikes back“ ist eine queere, spielerische und zugleich politisch aufgeladene Komödie, die sich mit Transformation, Identität und fluider Körperlichkeit auseinandersetzt. Kim de l’Horizon verbindet Humor, poetische Überhöhung und gesellschaftliche Reflexion zu einem Abend, der zwischen Märchen, Popkultur und Gegenwartsanalyse oszilliert.

Das Trio ACE – mit Alia Luque als Regisseurin – entwickelt eine ästhetisch eigenständige, körperlich expressive Bühnensprache. Christoph Rufers Bühne schafft einen Raum, der zwischen Unterwasserfantasie, Laboratorium und queerer Ritualfläche changiert. Die Kostüme von Ellen Hofmann verstärken die Idee des Fluiden und Verwandlungsfähigen, während Jonas Bühlers Licht atmosphärische Übergänge gestaltet.

Besondere Aspekte dieser Produktion

  • eine queere, humorvolle und zugleich politisch scharfe Komödie
  • eine ästhetisch eigenständige Handschrift des Trio ACE
  • eine Bühne, die Transformation und Fluidität sichtbar macht
  • ein Ensemble, das mit Energie, Präzision und Spielfreude agiert
  • eine Inszenierung, die Popkultur, Mythos und Gegenwart verbindet

Die Produktion zeigt, wie Komödie, queere Ästhetik und poetische Transformation zu einem kraftvollen, lustvollen Theaterabend verschmelzen.

1 Kritik

3.0 von 5 Sterne
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Fröhlich-verspieltes Spin-off von Kim de l´Horizon
1 Monat her.
Kritik

In diesem Auftragswerk von Kim de l´Horizon, der schillernden nonbinären Persönlichkeit, die 2022 für „Blutbuch“ den Deutschen und Schweizer Buchpreis gewann, sind wieder all die Themen und Motive versammelt, die wir aus dem großen Hit kennen: die Schwierigkeiten einer Trans-Person, ihren Platz in der Welt zu finden, das ambivalente Verhältnis zu den hypermaskulinen cis-Männern als Liebhaber mit ihren Marmor-Muskel-Bodies und ihren emotionalen Defiziten, mehrfach geistert auch die Großmeer (Schweizerdeutsch für Goßmutter) durch den Text.

Lesenswert ist schon die Vorrede der Autoren-Person an die „Spielys“: ironisch, verspielt, selbstbewusst, im unverkennbaren de l´Horizon-Sound, der Anglizismen, Schwyzerdütsch und eigene Wortschöpfungen durcheinander wirbelt. Diesen Prolog hat Regisseurin Alia Luque (Trio ACE) in ihrer Spielfassung für die Uraufführung des KonzertTheaters Bern weggelassen.

Der Text beginnt gleich mit den Gedankenschleifen des Alter egos der Hauptfigur, die sich drei Spieler*innen im eleganten Partner-Look teilen. Kalauernd wie Elfriede Jelinek in Hochform und etwas alberner als der „Blutbuch“-Roman treiben sie diesen Abend voran, der als Spin-off die bekannten Themen weiter ausformuliert. Um den Verlust des Schwanzes kreisen die Gedanken dieses Mischwesens aus Mensch und Fisch, als es das Wasser verlässt und in die trockene Marco-Welt übersiedelt.

https://daskulturblog.com/2026/06/10/die-kleinen-meerjungraun-kim-de-lhorizon-theater-kritik

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