Bewertung und Kritik zu
VOX HUMANA – Neuköllner Oper
Format: Ein Singspiel
Premiere: 17. September 2026, Neuköllner Oper
Text, Theorie und Raum: Illia Razumeiko
Komposition und musikalische Leitung: Roman Grygoriv
Dramaturgie: Marichka Styrbulova, Dennis Depta
Elektronische Musik: Valeriia Vynogradova
Kostüme: Kateryna Markush
Video: Ivanna Yakovyna
Kamera und Schnitt: Liubov Ploskonosova, Sophia Gera
Sound: Olha Goncharenko
Besetzung
Ensemble: Oleksandr Chyshii, Kateryna Hordiienko, Karolina Muzychenko, Sofiia Pavlichenko, Yuliia Vitraniuk, Marichka Styrbulova, Roman Grygoriv, Valeriia Vynogradova, Illia Razumeiko
Über die Inszenierung
„Vox Humana“ ist ein experimentelles, musikalisch radikales Singspiel, das Stimme, Körper, Raum und Technologie miteinander verschränkt. Illia Razumeiko entwickelt Text, Theorie und Raum als eng verzahnte Struktur, die zwischen poetischer Reflexion, politischer Schärfe und performativer Offenheit oszilliert.
Roman Grygorivs Komposition und musikalische Leitung formen eine vielschichtige Klanglandschaft, die zwischen zeitgenössischer Vokalmusik, elektronischen Strukturen und rituellen Momenten wechselt. Die elektronische Musik von Valeriia Vynogradova erweitert diese Klangwelt um digitale Texturen und atmosphärische Impulse.
Kateryna Markush’ Kostüme schaffen eine visuelle Sprache, die die körperliche Präsenz der Performer*innen betont und zugleich die thematische Tiefe des Abends unterstützt. Ivanna Yakovynas Videoarbeiten sowie die Kamera- und Schnittarbeit von Liubov Ploskonosova und Sophia Gera fügen mediale Ebenen hinzu, die die Beziehung zwischen Mensch, Stimme und technologischer Umgebung reflektieren.
Die dramaturgische Arbeit von Marichka Styrbulova und Dennis Depta hält die Balance zwischen theoretischer Präzision und emotionaler Wirkung. Olha Goncharenkos Soundgestaltung verbindet die unterschiedlichen akustischen Ebenen zu einem dichten, immersiven Gesamtbild.
Das Ensemble überzeugt durch starke körperliche Präsenz, präzise Stimmarbeit und eine performative Offenheit, die den Abend zu einem intensiven, zeitgenössischen Musiktheatererlebnis macht.
Besondere Aspekte dieser Produktion
– experimentelles, zeitgenössisches Singspiel
– enge Verzahnung von Text, Raum, Klang und Theorie
– hybride Klanglandschaft aus Vokalmusik und Elektronik
– starke mediale und visuelle Ebenen
– körperlich präzise, performative Ensemblearbeit
„Vox Humana“ wird zu einem dichten, atmosphärischen und ästhetisch radikalen Abend, der die menschliche Stimme als politisches, poetisches und technologisches Medium erfahrbar macht.





