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The Love Behind My Eyes

Bewertung und Kritik zu

THE LOVE BEHIND MY EYES – HAU2

von: Ali Chahrour
Uraufführung: 2021, Beirut
Europäische Erstaufführung: 28. August 2021, Kunstfest Weimar
Gastspiel: Oktober 2026, HAU2 Berlin

Künstlerisches Team

Regie und Choreografie: Ali Chahrour
Musik: Abed Kobeissy
Lightdesign, Bühne und technische Leitung: Guillaume Tesson

Besetzung

Performance: Hala Omran, Chadi Aoun, Ali Chahrour

Über die Inszenierung

„The Love Behind My Eyes“ ist Teil von Ali Chahrours langjähriger künstlerischer Auseinandersetzung mit arabischen Erzähltraditionen, Ritualen und Formen kollektiver Erinnerung. Die Arbeit verbindet Tanz, Gesang und performative Erzählung zu einer poetischen Untersuchung von Liebe, Verlust und Hingabe.

Ausgehend von historischen und literarischen Quellen entwickelt Chahrour eine Choreografie, die sich gegen vereinfachte Bilder arabischer Kultur stellt. Im Zentrum stehen Geschichten von Menschen, deren Leben von Leidenschaft, Sehnsucht und Opferbereitschaft geprägt werden.

Die Musik von Abed Kobeissy bildet eine zentrale Ebene der Aufführung. Gesang, instrumentale Passagen und rhythmische Strukturen verweben sich mit den Bewegungen der Performer*innen und schaffen eine intensive, emotionale Atmosphäre.

Guillaume Tessons Raumkonzept und Lichtgestaltung konzentrieren den Blick auf die Körper, Stimmen und Erzählungen der Beteiligten. Die sparsamen szenischen Mittel verstärken die Wirkung der performativen Präsenz und der körperlichen Ausdruckskraft.

Mit Hala Omran, Chadi Aoun und Ali Chahrour stehen drei Performer*innen im Zentrum, deren Zusammenspiel Tanz, Musik und Storytelling zu einer gemeinsamen Sprache verbindet.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– Verbindung von Tanz, Musik und Erzählkunst
– Auseinandersetzung mit arabischen Liebes- und Ritualtraditionen
– starke körperliche und musikalische Präsenz
– reduzierte, konzentrierte Bühnenästhetik
– poetische Reflexion über Liebe, Verlust und Erinnerung

„The Love Behind My Eyes“ ist ein intensiver, berührender und atmosphärisch dichter Abend, der persönliche Geschichten und kulturelle Traditionen zu einer eindrucksvollen choreografischen Erzählung verbindet.

1 Kritik

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3 Liebende
12 Stunden her.
Kritik

''Aus der dämmerlichten Traumsequenz gerät die ungleiche Männerbeziehung nach und nach in die Realität; beide stellen und legen sich, jeweils wechselseitig, zurecht; ich sehe ihre Scheu und ihre Angst, die ganze Furcht vor all den Konsequenzen, wenn ihre wahrscheinlich bis dahin geheim gehaltene Beziehung "ruchbar" würde; ihr Gehetztsein gipfelt gar in Schüssen (oder wie auch immer ich die zwei elektronisch erzeugten Knallgeräusche deutete), sie ahnen irgendwie, das alles endete nicht gut...

Dann kommt es endlich (erstmals?) zu einem von beiden angedeuteten Liebesakt; auch ist die Frau des Mannes wieder in der Nähe...

Doch der Jüngere entfernt sich plötzlich von dem Älteren und geht nach rechts ab - von dort kehrt er zurück mit einem Scheinwerfergefährt, das seinen Freund blendet und schließlich in sich hineinzuschlucken scheint - - Blackout - - - dann sehe ich den zuvor Geblendeten leblos und mit einem Leichentuch bedeckt am Boden liegen; seine Frau zieht das Tuch über sein Gesicht; ihre letzten Worte sind:

"Oh meine Liebe, welches war dein Verbrechen
Sodass das Gericht dich bestraft
Schimpf und Schande dein Lohn
Und niemals heilende Wunden"

Und mir - und nicht nur mit - stand da das Wasser in den Augen.

Rätselhaft und wunderschön.'' schreibt Andre Sokolowski am 14. Oktober 2026 auf KULTURA-EXTRA

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