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Bewertung und Kritik zu

GERTRUD
von Einar Schleef
Regie: Jakob Fedler 
Premiere: 15. Dezember 2017 
Deutsches Theater Berlin
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Zum Inhalt: Gertrud pflegt ihren kranken Mann Willy bis zu seinem Tod. Sie bleibt allein in der thüringischen Kleinstadt Sangerhausen zurück, versucht sich neu zurechtzufinden, begleitet von ihren Erinnerungen. „Meine Kindheit fiel ins Kaiserreich, der Sportplatz in der Weimaraner, die Ehe auf Hitler und das Alter in die DDR. Wohin mein Kopf. Das 1000jährige Gottesreich erleb ich nimmer." Sie trifft Freundinnen, besucht ihre Söhne in Berlin und Westdeutschland, läuft durch ihre Heimatstadt, spricht mit ihrem toten Mann, sucht eine neue Liebe, sehnt sich nach dem Tod. 

Mit Antonia Bill, Wolfram Koch, Almut Zilcher

Regie: Jakob Fedler
Ausstattung: Dorien Thomsen
Dramaturgie: Ulrich Beck


 
Meinung der Presse zu „Gertrud“ - Deutsches Theater Berlin


Zitty
★★★☆☆

 

 


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2.5/5 Insgesamt 4 Bewertungen (3 mit Rezension)
5 von 8 Personen fanden die Kritik hilfreich
Schroff und unzugänglich
  · 16.12.17
Einen Tag nach „Die letzte Station“ befasst sich schon der nächste Abend mit Abschied und Tod. Dorien Thomsen hat einen Sarg in die Mitte der ansonsten kahlen Bühne gewuchtet.
Dieses Zentrum umkreist eine multiple „Gertrud“, die auf ein prominentes Trio aufgespalten ist: Antonia Bill, Wolfram Koch und Almut Zilcher teilen sich diese Rolle im beige-braunen Einheitslook. Mal im Chor, mal solistisch konfrontieren sie das Publikum mit den oft elliptischen Satzbrocken aus Einar Schleefs Roman, in dem er sich der Biographie seiner Mutter annäherte.
Trotz des exzellenten Schauspieler-Trios funktioniert die Roman-Adaption von Jakob Fedler in den Kammerspielen des Deutschen Theaters nicht gut. Der als „eigenwilliger, sprunghafter, sich preisgebender Erzählsturm“ angekündigte Abend stemmt sich seinem Publikum sehr schroff entgegen und gibt ihm kaum eine Möglichkeit anzudocken.
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1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Eine blasse Inszenierung
  · 18.12.17
''Dabei stehen erstklassige Schauspieler auf der Bühne. Wolfram Koch spielt immer neue Haltungen der Figur durch und setzt ironische Brüche. Dabei hat er es leicht, weil er als Mann eine Frau spielt. Wenn er ein bisschen mit dem Po wackelt und selbstverliebt sagt, "ich hab mich gut gehalten", dann sind ihm die Lacher sicher - obwohl es im Text an dieser Stelle um eine Beerdigung geht. Auch Almut Zilcher bringt viel trockenen Witz ins Spiel. Das ist wirklich eine Qualität der Inszenierung. Da werden mit Humor Bälle zwischen den Darstellern hin und her geschossen. Doch es bleibt unklar, worum es eigentlich geht.

Warum ist diese Gertrud, die über ihr trostloses Leben erzählt, interessant? Ist sie das archetypische Muttertier, das alle immer nur versorgen will? Ist sie eine Frau, die an der Enge der Verhältnisse leidet? Wo liegt ihr Machtanspruch, ihr Unterdrückungspotential? – Der Roman von Einar Schleef gibt auf diese Fragen viele spannende Antworten. Die Inszenierung von Jakob Fedler wirkt hingegen eher blass – eine Fingerübung für Schauspieler, die amüsant ist, über weite Strecken aber auch langweilig. Bei einem Ausgangstext, in dem so viel steckt, ein enttäuschendes Ergebnis.'' schreibt Oliver Kranz auf kulturradio.de
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Gertrud
  · 17.12.17
„Meine Kindheit fiel ins Kaiserreich, der Sportplatz in die Weimaraner, die Ehe auf Hitler unds Alter in die DDR. Wohin mein Kopp. Viermal Deutsches Reich, das 5. ist 2 Meter lang. Das 1 000-jährige Gottes erleb ich nimmer.“ ist wohl der Schlüsselsatz des Romans, der in den Kammerspielen auch mehrfach chorisch wiederholt wird. Ansonsten ist nicht mehr viel mit Chor. Spiel und Text teilen sich hier wieder in drei Gertrud-Individuen, die sich das Tragische im Leben der Schleef-Mutter mit viel Slapstick vom Hals halten und gelegentlich auch abrennen, wenn Antonia Bill die junge Sportlerin Gertrud darstellt. Almut Zilcher barmt die meiste Zeit und hat die klagenden Briefe an die nicht heimkommen wollenden Söhne Hans und Einar vorzutragen. Für die Komik ist Wolfram Koch zuständig, der von den Bauchbeschwerden und Kloanstrengungen Gertruds berichtet und sich dabei den Hintern im Kupfer der Grabschräge spiegelt, oder auch mal mit seinen Beinen kokettiert. (...)

Fedlers Bühnenfassung erschöpft sich zumeist in privaten Anekdötchen, wirklich nahe kommt einem Schleefs Mutter dabei aber nicht. Und so zieht sich der Abend bis zu seinem plötzlichen Ende langsam dahin. Viel Neues ist hier nicht zu erfahren. Was den Regisseur angetrieben hat, dieses Mammut-Werk auf die Bühne zu wuchten, bleibt dem Publikum weitestgehend verborgen. Eigentlich schade.'' schreibt Stefan Bock am 18. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
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3.1
Durchschnittsnote aller Stücke
5 36
4 123+
3 130+
2 80
1 42
Kritiken: 164
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