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Deutsches Theater Berlin
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SPIELPLAN & KARTEN

Heimsuchung

nach dem Roman von Jenny Erpenbeck in einer Fassung von Alexander Eisenach

Premiere: 23. Januar 2026, Deutsches Theater Berlin, Bühne

Regie: Alexander Eisenach

Zum Stück: 

Ein Grundstück am Scharmützelsee in Brandenburg, darauf ein Sommerhaus, darin die Geschichte des 20. Jahrhunderts. So ließe sich der 2007 erschienene Roman der Berliner Autorin Jenny Erpenbeck zusammenfassen. Ein Text, in dem die Hauptrolle das Haus, eigentlich sogar das Grundstück hat. Ursprünglich im Besitz eines Großbauern, wird es nach dessen Tod aufgeteilt und zur Bühne von elf Lebensgeschichten, stellvertretend für Hoffnung und Leid, Glück und Tragödie der letzten einhundert Jahre. 

In elf Kapiteln erzählt Erpenbeck protokollarisch von Zeit und Geschichte während dreier Generationen, die diesem Flecken Erde widerfährt, von einem während der Nazizeit erfolgreichen Architekten, der nach den Vorstellungen seiner Frau ein Haus errichtet, von einem jüdischen Tuchfabrikanten, der das Grundstück unter Wert verkauft und mit seiner Familie deportiert und ermordet wird. Von der Besatzung des Hauses durch die Kompanie eines jungen Majors der roten Armee nach dem zweiten Weltkrieg, von der im Wandschrank versteckten Frau des Architekten, von einer aus dem sowjetischen Exil zurückkehrenden Schriftstellerin und schließlich von den Erben des Architekten, die nach dem Ende der DDR ihre Ansprüche auf das Haus einlösen. Zeitlos wacht während all dieser Zeit ein Gärtner über das Grundstück, schneidet Hecken, pflegt Sträucher, kultiviert die Natur, die sich in den Ritzen des Schicksals immer wieder ausbreitet. Heimsuchung ist gewissermaßen ein Geschichtsbuch, das jedoch klare Zuordnungen zwischen Recht und Unrecht, gut und böse, Tätern und Opfern verkompliziert, das vielmehr die Komplexität von Geschichte spürbar macht. Verwoben darin die Geschichte der Autorin, deren Großmutter Hedda Zinner selbst ein Haus am Scharmützelsee besaß, nachdem sie 1945 aus sowjetischem Exil in die DDR kam. 

2024 erhielt Jenny Erpenbeck für ihren Roman Kairos den International Booker Prize und wurde einem internationalen Publikum bekannt, die New York Times votierte Heimsuchung in die Liste der „100 Best Books of the 21th Century”. 

Bühne: Daniel Wollenzin, Kostüm: Claudia Irro, Musik: Niklas Kraft, Sven Michelson, Video: Oliver Rossol, Licht: Robert Grauel, Dramaturgie: Johann Otten.

Mit: Julischka Eichel, Felix Goeser, Florian Köhler, Svenja Liesau, Benjamin Lillie, Peter René Lüdecke, Anja Schneider, Almut Zilcher sowie Siri Carla Brodowski / Zita Theresia Poll (abwechselnde Kinderdarstellerinnen). Live-Musik: Niklas Kraft, Sven Michelsen. 

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Frontale Geschichtslektionen im Halbdunkel
10 Tage her.
Kritik

Sehr frontal wird aus dem Bühnen-Halbdunkel in den Saal gesprochen. Die 11 Kapitel plus Prolog und Epilog, in die sich das Geschichtspanorama gliedert, werden auch in den knapp drei Stunden recht brav nacherzählt und wesentliche Stationen deutscher Geschichte abgehandelt. Für die Überleitungen ist wie im Roman der Gärtner des Anwesens zuständig, als Faktotum mit Mantel und Mütze geistert Almut Zilcher über die Szenerie.

Wenig spielerisch, aber sehr didaktisch läuft fast jede Miniatur auf eine Geschichtslektion zu: genannt seien hier die Bereicherung der Nazis an jüdischen Vermögen, die Vergewaltigungen durch die Rote Armee oder das Prinzip „Rückgabe vor Entschädigung“, das viele Ostdeutsche im Einigungsprozess der 1990er Jahre erboste.

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