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Bewertung und Kritik zu

VERBRECHEN UND STRAFE  
nach dem Roman von Fjodor Dostojewski
Regie: Alexander Nerlich 
Premiere: 2. Februar 2018
Hans Otto Theater Potsdam 
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Zum Inhalt: »Warum anständig sein, in einer Welt, die vollkommen verkommen ist? Ein Leben als Preis für Tausende von Leben, die vor Verfall und Fäulnis gerettet werden – das ist doch eine einfache Rechnung!« Der mittellose Jura-Student Raskolnikow wähnt sich auf der Seite der außergewöhnlichen Menschen. Deshalb sieht er sich dazu berechtigt, im Dienste des Fortschritts, ein Verbrechen zu begehen. Er ermordet die raffgierige Pfandleiherin Aljona Iwanowna und deren Schwester, um ihr Geld für sich selbst zu verwenden. Der Doppelmord gelingt, doch Raskolnikow ist nicht der kaltblütige Mörder, für den er sich hält. Sein schlechtes Gewissen steigert sich zu fiebrigen Schuldgefühlen. Der Glaube, er sei ein Auserwählter, schwindet allmählich. Raskolnikow gesteht schließlich die Tat. Durch die Einsicht in sein eigenes moralisches Scheitern gewinnt er die Erkenntnis, dass es auf komplexe Fragen gesellschaftlichen Zusammenlebens keine einfachen Antworten gibt.

Regie: Alexander Nerlich
Bühne / Kostüme: Žana Bošnjak
Musik: Malte Preuß
Choreografie: Jasmin Hauck, Cecilia Wretemark
Dramaturgie: Julia Fahle
Theaterpädagogik: Manuela Gerlach
Puppenregie: Dorothee Metz


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3.6/5 Insgesamt 5 Bewertungen (2 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Dostojewskis großer Schuld- und Sühne-Roman als düsterer Horroralbtraum
  · 14.02.18
''Regisseur Nerlich setzt wie schon in seinen Inszenierungen von Peer Gynt und Das goldene Vlies auf manch düstere Horroreffekte, das Spiel mit Puppen und lässt am Rande vom Ensemble Geräusche machen. Besonders gelungen ist ihm aber neben der dunklen Bühne von Zana Bosnjak auch die Figur des pädophilen Arkadij Iwanowitsch Swidrigajlow, den Moritz von Treuenfels als eine Art schwarzgewandeten Vampir gibt, der Raskolnikow immer wieder auflauert oder in einer Telefonzelle anruft. Dass von Treuenfels auch noch den Untersuchungsrichter spielt, funktioniert als schöner Verwirrungstrick, ist doch auch Porfirij Petrowitsch hinter dem Mörder her, nur eben kreist er sein Opfer geschickt auf Fehler wartend ein, triggert es unmerklich, bis er plötzlich unvermittelt neue Verhörmethoden aufzieht. Dazu findet Nerlich immer wieder sehr plastische Bilder. So zieht sich der Idealist Raskolnikow, der durch den Mord und die Begegnung mit den Marmeladows in der harten Realität aufgeschlagen ist, immer wieder wie eine Fledermaus in eine Kraterhöhle zurück. 


Neben Eddi Irle verkörpern weitere sechs SchauspielerInnen in wechselnden Rollen Dostojewskis Romanpersonal. Michael Schrodt gibt u.a. den verzweifelten Trinker Marmeladow, Denia Nironen dessen geplagte und dauerkeuchende Frau. Fast ein Gegenpaar bilden die beiden als schmieriger Geschäftsmann Luschin und Dunja, die zeitweilig mit ihm verlobte Schwester des Raskolnikow. Florian Schmidtke überzeugt als Raskolnikows rühriger Kumpel Rasumichin, der ein Auge auf Dunja geworfen hat und auch für ein paar komische Momente sorgt. Die vielleicht stärkste Bezugsperson beim Wandel des Raskolnikow ist aber Sonja, die Tochter der Marmeladows (wieder Nina Gummich). Sie prostituiert sich für die Ernährung der Familie und will den an nichts mehr Glaubenden zur Reue und Liebe zu Gott zurückführen. Dass Raskolnikow auch wegen der ständigen um ihn schwirrenden Stimmen schließlich das schlechte Gewissen kommt und er einsehen muss, dass er eben doch nicht der große Übermensch ist, den er in sich gesehen hat, lässt den Dauerschwitzenden in sich zusammenklappen. Aber selbst als die Hatz ein Ende hat und Irle im Lager in einem Doppelstockbett liegt, lassen ihn die Toten nicht ruhen.'' schreibt Stefan Bock am 12. Februar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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1 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Laute, grelle Oberfläche
  · 06.02.18
''Psychologisch spannend gelingen allein die Verhörszenen, bei denen ein gewiefter Ermittler Raskolnikow in den Wahnsinn jagt. Moritz von Treuenfels gibt diesen Kommissar so irr und chamäleongleich, als sei er selbst der deutlich durchtriebenere Serienkiller.

Daneben bleibt viel laute, grelle Oberfläche. Katerina Iwanowna, die Mutter der Prostituierten Sonja, ist hier eine liederliche, krakeelende, gewalttätige Todkranke, die sich röchelnd halbnackt über den Boden wälzt. Und Sonja selbst, Raskolnikows Retterin, krabbelt verstört auf allen Vieren wie ein Äffchen und peitscht sich für ihre Sünden aus. Overacting von allen Seiten.

Zusätzlich wird die Inszenierung von Dutzenden von Regie-Ideen und Bühnenbild-Einfällen erschlagen. Puppenspiel, Choreografien, Elektro-Sounds, Selbstgeißelung, ein Vamp in Gestalt von Marylin Manson, eine Telefonzelle, aus der heraus die Geister den Hörer klingeln lassen – es nimmt kein Ende. Nur stellt sich bei allem Aktionismus keine Atmosphäre her. Die vielen Zutaten führen emotional weg von der großen Frage nach Schuld und Sühne, die Dostojewski stellt.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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Telefon: 0331 9811
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3.4
Durchschnittsnote aller Stücke
5 6
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2 7
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Kritiken: 31

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