Kritik zu: Der Koffer
''Der Regisseur Rolf Kemnitzer inszeniert surreal und halbironisch, in den Knallbonbonfarben des Autoscooters – die "Anrufbeantworterstimme" etwa, die durch die Telefonleitung steigt, lässt er sich aus einem grauen Stoffschlauch entpuppen. Für den Erzähler und jene Telefonstimmenfrau, Paul Maximilian Boche und Ini Dill, findet er zudem eine zweite Geschichtsebene: das Netz zwischen Deckengerüst und Boden, sodass die beiden direkt über den Köpfen der Zuschauer spielen. Trotz (fast immer eingehaltenem) Corona-Abstand ein ungehemmtes und nie aseptisch wirkendes Spiel, das muss einem erst mal gelingen.

Allerdings findet man kaum einen Zugang zu dieser Geschichte und ihren Figuren, einen Punkt, an dem man sich festhaken könnte. Zum Einen mag das am luftigen Ambiente liegen. Unter heulenden Sirenen herübergeweht vom Alexanderplatz, dröhnenden Ghettoblastern, kreisenden Autos auf dem Parkplatz gehen viele Feinheiten des konzentrierten, komplexen, metaphorischen Textes verloren. Zum Anderen treibt Kemnitzer in der harmlosen Glitzer-Konfetti-Zauber-Welt des Autoscooters dem Text zu sehr die gesellschaftspolitische Relevanz aus. Das Private ist hier eben nur privat – Auschwitz hin, Erinnerungskultur her.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
Kritik zu: Metamorphos*in
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''Darunter liegt jedoch die Frage, welche Machenschaften die Olymp GmbH mit Zeus und Hera an der Spitze verfolgt. Eine Störfigur, die Putzfrau, dringt in die Chats und die Zimmer und verrät, dass Ikarus, der nur angeblich der Sonne zu nah gekommen und verbrannt sei, noch lebt und eingekerkert ist. Und tatsächlich findet man einen Raum, in dem Ikarus den Weg durchs Labyrinth sucht und unsere Hilfe braucht – oder aber das Ganze ist nur ein Virus, wie Pandora warnt...

Ein unterhaltsames Online-Game in dem unglaublich viel Kreativität, dramaturgische und technische Arbeit liegt. Aufwändig und liebevoll gestaltet – schon allein die Einrichtung der Garderoben, die Kostüme, aber auch die Webseite, das Fortbildungsprogramm. Sowie die verwebte Götter-Familiengeschichte, die Machtspiele untereinander, wenn die Figuren übereinander lästern. Überhaupt wuppen die zehn Spielerinnen und Spieler das gut – fast anderthalb Stunden müssen sie improvisieren und mit dem arbeiten, was die Zuschauer liefern. Die Metamorphose soll bei uns passieren – wir sind die Hauptfiguren, sagt Narcissus.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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'Eine Inszenierung also über das Deutschland der 1970er Jahre mit RAF, Ost-West-Teilung – doch auch der faschistischen Vergangenheit und der Paradoxien zwischen Massenmord und klassizistischer Griechenlandsehnsucht. Eine komplexe, verrätselte, auch statische Arbeit, die keine nachvollziehbare Geschichte erzählt. Heute ist all das ohne Hintergrundwissen allein beim Blick auf den Bildschirm schwer verstehbar. Theater ist eben stets auch an Zeitgeschichte, Menschen der Gegenwart gebunden. Andererseits war die Aufführung auch damals keine leichte Kost, wie man den Premierenkritiken entnehmen kann.

Man sollte am Bildschirm nicht so sehr versuchen, das Geschehen zu verstehen, sondern die Kraft der Bilder auf sich wirken lassen. Die Einsamkeit des Wanderers, der nicht zu den Kämpfern im Zelt gehört, die davon reden, aufräumen zu wollen auf Erden, das Unkraut an der Wurzel durchzuschneiden – aber auch nicht zu den pöbelnden Menschen am Würstchenstand. Eindrücklich, wie hier jemand seinen Weg sucht in einer von Terror, Krieg, Staatsgewalt geprägten Gesellschaft. Die Aufzeichnung selbst zumindest macht es einem leicht – es ist keine abgefilmte Aufführung, sondern eine eigene Fernsehproduktion von 70 Minuten, bei der man den Spielern im Stadion durchaus nah kommt. Allerdings machte sich die Verlorenheit im gigantischen, leeren, eiskalten Stadion, viele Meter weit weg von Spielern und Sportlern, sicher ganz anders körperlich bemerkbar als zuhause im warmen Wohnzimmer.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur

 

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