Kritik zu: Everywoman
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''Doch es geht, wie immer bei Milo Rau, auch um die Reflexion übers Theater selbst. Lardi denkt stellvertretend laut darüber nach. Über den herrlichen Moment der Leere zwischen Stückende und Applaus, den man mit allen Menschen im Raum teilt. Über die Gemeinschaft gegen Einsamkeit. Über die Sehnsucht, ein einziges Mal ein einziges Leben auf der Bühne vollständig erzählt zu haben.

Ursina Lardi ist eine beinahe unnahbare Schauspielerin, die allerdings eine ungewöhnliche Feinnervigkeit ausstrahlt. Und so ist trotz des dunklen Themas ein intimer, warmer, tröstlicher kleiner Abend entstanden. Der nur in der zweiten Hälfte etwas zu pastoral gerät und am Ende ganz über die Pathos-Stränge schlägt, wenn zum Rauschen des Bühnenregens Lardi am Flügel Bach spielt – die Musik, die Helga Bedau sich zum Sterben wünscht. Doch noch ist sie auf dieser Welt – und tritt zum Schlussapplaus beglückt wie ein junges Mädchen auf die Bühne.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
Kritik zu: Gespenster
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''Auf der Bühne stehen große Schauspielerinnen und Schauspieler: Corinna Kirchhoff, Judith Engel, Veit Schubert – sie spielen Figuren in einem dunklen Zwischenreich, alle verdammt, ohne, dass sie wirklich Schuld hätten. Wolfgang Michael gibt den versoffenen, berechnenden Engstrand wunderbar knarzig und verdruckst. Auch Veit Schuberts moralinsaurer Pastor, der nur aufs eigene Ansehen Wert legt, bleibt in all seiner Bigotterie stets unterhaltsam. Corinna Kirchhoff als Helene Alving ist mit dem ihr eigenen, hochtrabenden Ton, dem kühlen Zynismus der alternden Diva hier einmal treffend besetzt. Ihre Figur ist die spannungsreichste – sie bereut ihre Entscheidungen, möchte die Dinge gerade rücken. Doch dafür ist es zu spät.

All diese Figuren sind von Beginn an völlig durchschaubar. Doch wenn Sohn Osvald seine Mutter zuletzt bittet, ihm das erlösende Morphium zu reichen, hat das noch immer Kraft. Man kann sich also an einem klassischen Ibsen vom Blatt freuen – ohne tiefschürfende Einsichten fürs Hier und Heute erwarten zu dürfen.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
Kritik zu: Die Orestie
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''Wie man das Demokratie-Happy-End der Orestie inszeniert, ist immer die große Frage. Michael Thalheimer hat in seiner Inszenierung damals nihilistisch mit dem Blutbad geendet und die Demokratie komplett weggelassen. Ersan Mondtag zeigte alle Figuren als Ratten – auch kein positives Menschenbild. Arnarsson nun reißt den dritten Teil in ungefähr drei Minuten herunter, allein Athene entscheidet über den Mörder, weil die Bürger nicht mitmachen und nur dumm gucken. Dieses abrupte Ende wirkt völlig aus der Luft gegriffen und schlicht angehängt.

Mit seinem Fokus auf Albees Ehehölle möchte Arnarsson die Orestie auf den privaten Familienkampf herunterzoomen – doch das ist eben zu kurz gegriffen. Es ist schließlich ein hoch politisches Stück, das sich um Kriegstreiberei und Privatinteressen dreht, um Opfer, Rache und Bürgerbeteiligung. An diesem großen Gesellschaftsstoff scheitert Arnarsson (coronabedingt?) regelrecht.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur

 

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