Kritik zu: Peer Gynt
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''Spricht Lars Eidinger Ibsen, ist man gebannt. Kunstvoll, aber nie kunstgewerblich, erkundet er die Texte, dringt tief in sie ein, beleuchtet mit seiner Stimme unzählige Facetten. Es ist hinreißend, wenn er etwa Peer Gynts Mutter spielt, dabei kaum auf äußerliche Attribute setzend, sondern auf Gestik und Mimik und seine Sprechkunst. Schlicht und ergreifend wird da eine Frau begreifbar, die ein falsches Leben gelebt hat, die so gern eine andere an einem anderen Ort auch mit einem anderen Sohn gewesen wäre. Ganz groß. (...)

Natürlich kommt Lars Eidinger am Ende nochmal selbst an die Rampe bzw. auf den Steg, der ins Parkett hineinreicht. Er muss den Zuschauern ja noch sagen, was für ein großer Schauspieler er ist. Was völlig unnötig ist. Das hat er an dem Abend – wieder einmal – mit Verve bewiesen. Der ein Abend ist, den Fans von Lars Eidinger als Fest empfinden dürften. Sie kommen voll auf ihre Kosten. Alle anderen Theaterbesucher brauchen bei diesem mehr als zweieinhalbstündigen pausenlosen Abend viel Geduld, denn zwischen den theatralisch genialen Moment gilt es, einige Durststrecken auszusitzen.'' schreibt Peter Claus auf rbbKultur
Kritik zu: Die Räuber
1 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Die Fassung, die die Regisseurin Joanna Praml mit ihrer Dramaturgin Dorle Trachternach und den Jugendlichen erarbeitet hat, bleibt schwierig. Da knirscht und quietscht es dramaturgisch an allen Enden, um noch halbwegs an Schiller dranzubleiben. Zur Ausgangssituation vom Anfang kehrt man gar nicht mehr zurück. Zweifelhaft, ob Jugendliche, die das Stück noch nicht kennen, der Handlung überhaupt folgen können.

Doch Praml ist großartig darin, das pralle Leben der Jugendlichen, deren Power und Lebenslust unterhaltsam auf die Bühne zu bringen, sie ganz natürlich wirken zu lassen. Das Ensemble ist beeindruckend: textsicher, komisch, anrührend, originell, voll bei sich. Ihnen zuzuschauen ist nicht nur für Jugendliche ein Spaß. Als Erwachsener lernt man einiges über diese Generation, die alles andere als abgebrüht ist.

Am Ende stehen sie gemeinsam an der Rampe und befürchten, ohnehin würde sicher wieder jemand finden, sie haben es nicht richtig gemacht. Sie hoffen inständig, dass wir bitte am heutigen Abend gelernt haben (frei nach Schiller), was es heißt, ein Mensch zu sein. Dass wir bitte, bitte sagen sollen, dass wir stolz auf sie sind. Da muss man dann tatsächlich schlucken.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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''Zu sehen ist bestenfalls Konzeptkunst. Und das meint, genau wie in der Bildenden Kunst: Das Werk kann sich nicht selbst erklären, es ist nicht anforderungsfrei, man braucht eine Gebrauchsanweisung, einen Beipackzettel. Für die Publikumskunst Theater, die von der situativen Konfrontation mit den Zuschauern lebt, ist das verheerend. Einen Abend, der sich nicht aus sich selbst heraus vorantreibt, der keine Szenen zugänglich macht, muss man als gescheitert betrachten.

Dass die Theatertreffen-Jury sich für diese Art von Labor-Theater begeistert, spricht wiederum Bände. Man möchte ganz offensichtlich vor sich und der Welt die politische Aktualität des Theaters unter Beweis stellen, sich Relevanz attestieren. Der Bedeutungsverlust des Theaters wird jedoch immer größer, seit es denkt, Seminar- und Debattenraum sein zu sollen. Kein Festival, kein Haus, das sich nicht auf die Fahnen schreibt, "Labor" für gesellschaftspolitische Fragen zu sein. Doch genau dadurch gibt das Theater sein Alleinstellungsmerkmal auf, Dinge im menschlichen Erleben spielerisch begreiflich zu machen. Für Seminare gibt es Universitäten, für Leitartikel Zeitungen, für Labore die Wissenschaft. Theater hat andere Qualitäten – von denen hier allerdings fast nichts zu sehen ist.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur

 

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