1 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Bei Goethe verläuft die Geschichte folgendermaßen: Iphigenie ist vom König dazu angehalten, die beiden Fremden zu töten. Als sie erfährt, dass ihr Bruder darunter ist, kann sie sich nur verweigern. Sie plant einen Fluchtversuch. Von Gewissensbissen geplagt sagt sie dem König die Wahrheit – und überzeugt ihn schließlich vom Frieden. Orest, der überraschend hinzukommt, kann beruhigt werden, dass dies keine Falle ist. Happy End.

Hier aber lässt sich der König zwar von Iphigenie vom Frieden überzeugen – doch Orest und Pylades handeln überstürzt und stürmen die Bühne, der König  sieht sich von ihren Waffen bedroht, alle metzeln einander nieder. Allein Iphigenie überlebt und endet mit dem grausamen Lied der Verfluchten: "Es fürchten die Götter das Menschengeschlecht. Sie halten die Herrschaft in ewigen Händen. Und können sie brauchen, wie’s ihnen gefällt."

Obwohl Iphigenie nach wie vor alles richtig macht, siegt der Krieg über den Frieden, Rache über Humanismus – ganz entgegen Goethes Ideal. Und doch bleibt die Inszenierung im Geiste Goethes, da sie die Folgen aufzeigt, sollten Iphigenies Werte nicht obsiegen; sollte die Menschheit es nicht schaffen, diese Werte zu verteidigen.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
Kritik zu: Ben Becker: Affe
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Becker stellt die beiden Texte unverbunden nebeneinander und präsentiert sie in einer Mischung aus Video und Solo-Performance. Er hat das Konzept entworfen, Regie geführt und zeichnet für die (fast leere) Bühne verantwortlich. Zunächst ist allerdings nicht er selbst zu sehen, sondern ein zehnminütiger Film auf einer breiten Kinoleinwand. Darauf ein Mensch im Gorillakostüm auf einer sonnigen Insel. Irgendwann schwimmt er im Meer, baut sich ein kleines Boot. Dazu Beckers Stimme, die den Engels-Text liest. (...)

Obwohl das eine ein literarischer Text ist, das andere eine philosophische Abhandlung, klingt bei Becker jeder Satz gleich. Er spricht in einem autoritären Predigtton: große Pausen, rhetorische Repetitionen, beschwörende Betonungen. Eine Zeitlang kann das als stilistisches Mittel wirksam sein, doch Becker spricht jedes Wort so gewichtig, als müsste er jeden Buchstaben einzeln in Gesetzestafeln meißeln. Eine derart künstliche Art des Sprechens hält geradezu vom Zuhören ab. Selbst wenn man diesem hoch pathetischen Spiel etwas abgewinnen kann und Beckers raue tiefe Stimme mag, kann der Spieler und Regisseur das, was er inhaltlich verhandeln will, nicht in Regie und Konzept ausdrücken. Dazu fehlen ihm die ästhetischen Mittel und Fertigkeiten. Befremdlich, dass die beiden Texte allein von kuriosen Gorilla-Videos zusammengehalten werden. Letztlich ist der Abend eine emotionale Huldigung des Äffischen, mit einer Engelschen Vorbemerkung zur Evolutionstheorie.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Aus der vermeintlichen Nacherzählung oder Rekonstruktion eines Lebens wird ein Schlingern in eine Zwischenwelt, in der das Davor und das Danach zur gleichen Zeit existieren. Aus der Welt des Konkreten und Greifbaren sind sie in eine Welt der Imagination hinübergewandert und warum soll es dort nicht Geister geben, vielleicht die Geister der Toten?! Und so wird dieser Abend zu einer Fantasie über den Tod, über das, was von einem Menschen übrigbleibt, wie man von ihm erzählen kann und wie diese Erzählung zu einer spekulativen Illusion wird, die der Wahrheit genau so nah und fern sein kann, wie ein Erzählen von Fakten.

Am Ende wird dann ein Schlagzeug aufgebaut, Mini-Synthesizer, Mikrophone und Martin Hansen, Xenia Taniko und Brandon Johnson am Bass, der zuvor raunende Elektroklänge in den Raum geschickt hat, sie alle ziehen 80er Jahre Punk-Klamotten an und los geht’s. Dass Martin Hansen, Anfang bis Mitte 30, immer sehr auffälliger Tänzer in vielen Berliner Produktionen, so gut singen kann, war bislang nicht bekannt. Und endlich gibt es mal wieder harten Punk in einer Tanzperformance. "Hello from the other Side" singt er und der Punk wird zum Bindeglied zwischen Diesseits und Jenseits. Ein beeindruckend phantasievolles Stück, von einem dichten Netz aus Ideen, Assoziationen und starken Performance-Aufritten getragen, über die gesamte weite Wanderung in den 80 Minuten sehr faszinierend.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur

 

Preis: €14,95 €11,95

UNSERE BÜCHER
ALS PDF-DATEI

AUSWAHL

 

Preis: €14,95 €11,95

 


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN





AUF DER BÜHNE © 2021

AUF DER BÜHNE

Auf der Bühne

TICKETS KAUFEN
eventim


PDF-Datei: 11,95 € 8,95 €
Weitere Formate auf
Amazon & Google:
Kindle eBook
Taschenbuch
Google eBook

WEITERE BÜCHER


WIR EMPFEHLEN

3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 843+
4 1883+
3 1671+
2 1052+
1 425+
Kritiken: 2888

PDF-Datei: 22,60 € 16,95 €

Weitere Formate auf Amazon & Google Play:
Kindle eBook - Taschenbuch - Google eBook


UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI

AUSWAHL


UNSER PARTNER

BUCH ALS PDF-DATEI
Toggle Bar
X

Right Click

No right click