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''Der mit einem Ausflug in die Tanzgeschichte begonnen hat, mit einer Szene aus "Pas de Quatre" in der Version des Briten Anton Dolin (von 1941) nach der Choreografie von Jules Perrot, die zur Tanzgeschichte gehört. Jules Perrot hatte Mitte des 19. Jahrhunderts die damals vier berühmtesten Ballerinen Europas zusammengebracht, zwar nur für wenige Vorstellungen, aber das gilt als ein Fixpunkt der Ballettgeschichte. Welche Damen auch immer dies tanzen, stehen in außerordentlicher Tradition und die vier des Staatsballetts, darunter wieder die blendende Iana Salenko, haben das mit Meisterschaft gelöst.

Wohingegen das Herren-Quartett "Variations for Four", ebenfalls von Anton Dolin, aus den 1950er Jahren, das am Ende getanzt wurde, eine Enttäuschung war, dank der zur Schau gestellten aufgeplusterten Männlichkeit. Also etwas mehr Schatten als Licht bei diesem ersten Gala-Abend des Staatsballetts – ein Ausdruck der schwierigen Zeiten insgesamt und insbesondere beim Staatsballett.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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''Einem Martin Wuttke, einer Kati Angerer sieht man natürlich immer gern zu, auch Katrin Wichmann, Franz Beil und Jeremy Mockridge, vor allem nach so langer Theaterpause. Doch gerade weil Pollesch seine Stücke erst auf den Proben entwickelt, hätte das Stück zumindest eine winzige Verbindung zeigen können zu den großen philosophischen Fragen, die die Welt und das Theater umtreiben – auch auf Meta-Ebene. Doch es ist ein Abend, der wie eine Pollesch-Schneekugel im Regal steht, seltsam abgeschlossen vom Rest der Welt. Und ein Abend voller Melancholie: Am Ende sinniert Angerer über das Verschwinden einer großen Liebe. Dass der Funke nicht überspringt, liegt auch an den wenigen Zuschauern, der reduzierten Reaktion aus dem Publikum. Die Hoch-Stimmung, die sonst bei Pollesch aufkommt, kann bei einem nur viertel gefüllten Saal nicht entstehen. Es ist, als stehe man mit drei Leuten auf der Tanzfläche. Und obwohl am Ende alle klatschen, klingt der Applaus mit so wenigen Zuschauern lau.

So sehr man sich darüber freut, dass wieder gespielt werden kann: Corona hat das Theater deutlich verändert. Nach den ersten Premieren an der Volksbühne, am Gorki Theater, am DT wird deutlich, was mit Corona verloren gegangen ist. Die Energie zwischen Zuschauenden und Spielerinnen fließt nicht. Die Spieler wirken wie auf Reserve. Und das Gemeinschaftsgefühl im Publikum ist so groß wie in einem halbleeren Fußballstadion. Das verändert das Theater, diese Publikumskunst, ganz beträchtlich – nie konnte man das so gut studieren wie jetzt. Schlimmer als alle Huster dieser Welt ist ein totenstiller Zuschauerraum. Es bleibt ein Hoffen auf die Zeit, in der der Überschwang, das Gesurre und Gebrumme, die Anspannung, Aufregung, die Freude und das Leben ins Theater zurückkehren dürfen.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
Kritik zu: Bluthochzeit
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''Herbert Olschok inszeniert getragen. Es dauert, bis man sich in das langsame, harte Leben Andalusiens eingefunden hat. Das Stück wird ungekürzt gespielt, die ersten Dialoge wirken noch lang und zäh, bis nach der Pause der Rhythmus stimmt und die Katastrophe in schweren Schritten ihren unaufhaltsamen Lauf nimmt. Schwieriger bleibt die musikalische Untermalung mit einem nicht nachvollziehbaren Stilmix. Neben den andalusischen Klängen, die immer wieder eingespielt werden, erklingt das dunkle, unheilschwangere Wiegenlied des Stücks plötzlich als süßlicher Popsong. Tritt dann der blutdürstende Mond auf, eine bösartige Gestalt, die den Liebenden mit seinem eiskalten Licht jedes Versteck nimmt, liegt unter seinen Worten eine liebliche Schlafliedmelodie, die Lorcas Sprache völlig verunklärt. Das Stück ist brutaler als das Hörspiel es wirken lässt.

Die Bilder aber, die Olschok erschafft, die Art, wie er Figuren durch den Raum bewegt, das hat große Poesie. Und die Sprecher und Sprecherinnen sind hervorragend: Vor allem Hildegard Alex, die die Mutter des betrogenen Bräutigams voller Bitterkeit spricht und doch so, dass ihr Schmerz durchbricht, ist bewegend. Man sieht Masken und Pantomime – hört und spürt jedoch die Zerrissenheit, die Sehnsüchte von Menschen. Die weite Landschaft und das Maskenspiel sind für Lorca ein Gewinn. Die symbolträchtige Geschichte, ja, der ganze Abend wirkt nach.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur

 

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