Kritik zu: Ben Becker: Affe
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''Becker stellt die beiden Texte unverbunden nebeneinander und präsentiert sie in einer Mischung aus Video und Solo-Performance. Er hat das Konzept entworfen, Regie geführt und zeichnet für die (fast leere) Bühne verantwortlich. Zunächst ist allerdings nicht er selbst zu sehen, sondern ein zehnminütiger Film auf einer breiten Kinoleinwand. Darauf ein Mensch im Gorillakostüm auf einer sonnigen Insel. Irgendwann schwimmt er im Meer, baut sich ein kleines Boot. Dazu Beckers Stimme, die den Engels-Text liest. (...)

Obwohl das eine ein literarischer Text ist, das andere eine philosophische Abhandlung, klingt bei Becker jeder Satz gleich. Er spricht in einem autoritären Predigtton: große Pausen, rhetorische Repetitionen, beschwörende Betonungen. Eine Zeitlang kann das als stilistisches Mittel wirksam sein, doch Becker spricht jedes Wort so gewichtig, als müsste er jeden Buchstaben einzeln in Gesetzestafeln meißeln. Eine derart künstliche Art des Sprechens hält geradezu vom Zuhören ab. Selbst wenn man diesem hoch pathetischen Spiel etwas abgewinnen kann und Beckers raue tiefe Stimme mag, kann der Spieler und Regisseur das, was er inhaltlich verhandeln will, nicht in Regie und Konzept ausdrücken. Dazu fehlen ihm die ästhetischen Mittel und Fertigkeiten. Befremdlich, dass die beiden Texte allein von kuriosen Gorilla-Videos zusammengehalten werden. Letztlich ist der Abend eine emotionale Huldigung des Äffischen, mit einer Engelschen Vorbemerkung zur Evolutionstheorie.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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''Aus der vermeintlichen Nacherzählung oder Rekonstruktion eines Lebens wird ein Schlingern in eine Zwischenwelt, in der das Davor und das Danach zur gleichen Zeit existieren. Aus der Welt des Konkreten und Greifbaren sind sie in eine Welt der Imagination hinübergewandert und warum soll es dort nicht Geister geben, vielleicht die Geister der Toten?! Und so wird dieser Abend zu einer Fantasie über den Tod, über das, was von einem Menschen übrigbleibt, wie man von ihm erzählen kann und wie diese Erzählung zu einer spekulativen Illusion wird, die der Wahrheit genau so nah und fern sein kann, wie ein Erzählen von Fakten.

Am Ende wird dann ein Schlagzeug aufgebaut, Mini-Synthesizer, Mikrophone und Martin Hansen, Xenia Taniko und Brandon Johnson am Bass, der zuvor raunende Elektroklänge in den Raum geschickt hat, sie alle ziehen 80er Jahre Punk-Klamotten an und los geht’s. Dass Martin Hansen, Anfang bis Mitte 30, immer sehr auffälliger Tänzer in vielen Berliner Produktionen, so gut singen kann, war bislang nicht bekannt. Und endlich gibt es mal wieder harten Punk in einer Tanzperformance. "Hello from the other Side" singt er und der Punk wird zum Bindeglied zwischen Diesseits und Jenseits. Ein beeindruckend phantasievolles Stück, von einem dichten Netz aus Ideen, Assoziationen und starken Performance-Aufritten getragen, über die gesamte weite Wanderung in den 80 Minuten sehr faszinierend.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
Kritik zu: Betterplazes
2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Musik schleicht sich in diese Thematik genauso so doppeldeutig ein wie das Ganze ist. Wildes Tongestöber und Elektronik-Gewimmer wird vom Computer zugesampelt. Daneben sitzt Hans-Peter Kirchberg im Glitzerfrack am Klavier. Ein Vibraphon beläutet eingehende Posts. Es ist genau jene Grenzgängerei, wie ich sie von diesem Haus erwarte. Keine Lösungen, sondern Problemverwehungen, auch musikalisch.

Für W-Lan ist in der kleinsten Hütte Platz. Auch im winzigen Studio der Neuköllner Oper, wo man den Luftraum über uns nutzt, um einigermaßen Spielfläche zu gewinnen. Ein Klettergestänge durchzieht die klitzige Kubatur. Darauf krabbeln drei Darsteller wie Spinnen, die ihr Netz weiter spinnen – mit Klebeband. Ein gutes Bild. Es sind Digital-Zombies wie du und ich. Die Darsteller sind jung und brauchen das Geld. Das sie hier nicht kriegen. Ein hochsympathischer Abend, einer der letzthin klügsten hier, die ich sah. Gute, analoge Nachrichten aus Neukölln.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur

 

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