Kritik zu: Hamlet
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''Sein "Hamlet" ist kein Meisterwerk, andere Ostermeier-Inszenierungen wirken genauer, menschenklüger. Hier arbeitet er mit (zu) zahlreichen Mitteln: Slapstick, Kameras, ständigem Rollenwechsel, Erd- und Blutschlachten. Alle Figuren sind lediglich Stichwortgeber für Hamlet – das liegt an Eidinger, doch es passt auch zu Hamlet, der die Regie über das Spiel übernimmt, weil er besser denken kann als die anderen. (...)

Im Lauf der Jahre hat sich die Inszenierung stark verändert – ein theaterhistorisch spannender Vorgang. Der Abend hat an der Schaubühne heute eine Länge von zwei Stunden 45 – in Avignon war er 20 Minuten kürzer, da Eidinger damals noch kaum mit dem Publikum interagiert hat. Heute macht das einen großen Teil des Kults aus: Eidinger improvisiert, provoziert die Zuschauer – meist in seiner Rolle. Das wirkt manchmal schrecklich eitel, doch es ist auch unglaublich schlagfertig. Eidinger spielt nie auf Nummer sicher, er liefert sich jeden Abend mit Haut und Haar aus. In seinem Spiel ist er inzwischen differenzierter, feiner, sicherer geworden. In der Aufzeichnung wirkt er gröber, weniger gewitzt. Und auch äußerlich hat sich die Inszenierung verändert: drei der sechs Spieler von damals sind nicht mehr dabei – Stefan Stern, Sebastian Schwarz und Judith Rosmair. Ein Verlust.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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''Die Diskrepanz zwischen Körper und Sprache haben freilich schon viele Regisseure in den vergangenen Jahrzehnten aufgegriffen, sie ist elementarer Teil der Postdramatik – wo der Text weniger gilt als das, was der Körper erzählt. Trotzdem kann dieses Spiel in Okadas Arbeiten einen eigenen Reiz entwickeln, wenn eine rhythmisch-gestische Choreografie entsteht. Diesem Abend allerdings geht der Rhythmus völlig ab, die Schauspieler illustrieren schlicht ihre Worte mit großen Gesten – mal mehr mal weniger konsequent, manchmal gar nicht. Es wirkt unentschieden, inkonsequent.

Doch man muss klar sagen: Dies ist nicht die Beurteilung einer Inszenierung, sondern der Aufzeichnung einer Inszenierung. Vieles von dem, was Kritiker an diesem Abend gelobt haben, ist schwer auf den Bildschirm zu übertragen. Etwa die Wirkung der Langsamkeit. So gut wie nichts geschieht in den gut anderthalb Stunden, es wird lediglich der Körper gymnastisch verrenkt und viel geredet – über substanzielle Dinge: Wut, Schuld, Selbstverletzung. Über die Sinnlosigkeit des Alltags, die Einsamkeit der Menschen, die im Leistungs- und Konsumsystem abgeschnitten voneinander leben. Die Poesie und Zärtlichkeit, Okadas Humor, sind über den Bildschirm nicht zu spüren. Im Gegenteil: Die Aufzeichnung wirkt eher ermüdend. 

Das Video bleibt also ein schwacher Ersatz für das Gastspiel beim Theatertreffen. Toshiki Okada sollte man bei dieser Bestenschau als prominente ästhetische Stimme durchaus einmal vorstellen. Ob allerdings gerade der "Vacuum Cleaner" mit seinem unmotiviert und ziellos wirkenden Spiel zu Okadas besseren Arbeiten zählt, darf man dennoch bezweifeln.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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''Die Regisseurin Irene Christ setzt auf Witz und Tempo – mehr als auf das Innenleben der Figuren, die das durchaus hergeben würden. Das der Eindruck, der sich am Bildschirm überträgt, sobald Schauspieler nicht für die Kamera, sondern für die große Bühne spielen. Stets wirkt das (dem Medium geschuldet) ein wenig zu groß, zu übertrieben.

Doch selbst, wenn der Ton zwischendurch hängt und die beiden Kameras nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind: ein gelungenes Experiment des Schlosspark Theaters. Eine kostenlose Gabe an Bühnenfreunde in der ganzen Welt, jetzt, da kaum jemand ins Theater gehen kann. Die Zuschauer zur Premiere kamen aus Andalusien, Schweden, Florida – und auch aus Erkelenz, Duisburg und Gütersloh.

Zu Beginn waren es 1200, am Ende der beiden Stunden immerhin noch gut 800. Ins Schlosspark Theater selbst passen 440 Menschen – das Theater wäre also doppelt und dreifach gefüllt gewesen. Die Zuschauer waren begeistert, viele fragten sogar, wo sie eine kleine Spende für den Abend abgeben könnten. Die Schauspieler live auftreten zu lassen, die Technik zu stemmen, um den Zuschauern in diesen kulturarmen Zeiten etwas geben zu können – eine gute und schöne Sache.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur

 

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