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''Die aufgestapelten Koffer schließlich, selbst wenn es hier um inneres Exil gehen soll, sind immer noch wenig überzeugendes, zudem abgedroschenes Schlüsselbild. Auf der Haben-Seite: Okka von der Damerau als Waltraute, die meistbejubelte Sängerin des Abends. Und die wahrlich bombige Höhe von Nina Stemme als Brünnhilde. Clay Hilley (Siegfried) ist ein amerikanischer Mast- und Krafttenor mit Obelix-Figur; superverlässlich in seinem Draufgängertum. Vokale Schwachstelle des Abends (obwohl darstellerisch vorzüglich): Gidon Saks als Hagen. Sie alle definieren Tugend und Untugenden eines vokalen Frontalangriffs. Nichts für zartere Gemüter.

Donald Runnicles verbringt den zweistündigen 1. Akt mit vergeblichen Versuchen, einen sinnvollen Höhepunkt zu finden. Erneut wird dieser Wagner von ihm suboptimal disponiert. Es bleibt: Abwarten und Lindenblütentee trinken. An einen großen Regie-Erfolg aber glauben derzeit wohl nicht viele.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
Kritik zu: Dragons
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''Eun-Me Ahn sieht Drachen offensichtlich als Symbol der Transformation, unaufhörlicher Veränderung und Metamorphose – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fließen ineinander, sind immer gleichzeitig präsent. Alles ist miteinander verbunden: die Tradition und die digitale globalisierte Popkultur-Gegenwart und eine als friedvoll-verspielt gedachte Zukunft. Dieses Stück ist Fantasy und Science-Fiction, ist entstanden aus völlig frei ausufernder, unbegrenzter Spielfreude. 

Die jungen Tänzerinnen und Tänzer sind die Glück und Freude bringenden Drachen, die unsere Welt in die Zukunft führen. Der Drache wird zum Symbol für eine lebensfreudige Kraft und Energie, mit der wir die Veränderungen der Welt annehmen können. Ein staunenswertes, revuehaftes Stück mit viel Hang zu abenteuerlichem Witz und kuriosen Ungeheuerlichkeiten und mit viel Sinn für Show-Spektakel.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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''Hasan Taşgın spielt Cem. Er ist in Neukölln geboren und bringt Street Credibility mit, aber er ist auch jemand, der viel ausstrahlt, ohne viel zu machen. Den Konflikt des Sohnes, der seine Mutter liebt und zugleich von ihr weg will, zeigt er mit einem verzweifelten Kopfnicken, und wenn er Lisa begegnet, beginnen seine Augen zu strahlen. Er ist von einer so gewinnenden Fröhlichkeit, dass Alida Stricker als Lisa neben ihm fast spröde wirkt. Und auch die Elternfiguren überzeugen: Berivan Kaya gibt Cems Mutter eine verträumte Melancholie, Rita Feldmeier als Lisas Großmutter ist schroff und hart. Potsdamer Theatergänger:innen kennen sie vom Hans Otto Theater. Wenn sie auftritt, ist eine kalte Grundspannung da.

Der Regisseur hat mit diesen unterschiedlichen Temperaturen und Energiepegeln geschickt gearbeitet. Die Stimmungen wechseln, die Szenen gehen rasant ineinander über – bis zum überraschenden Schluss. Hakan Savaş Mican ist eine vielschichtige, beschwingt-melancholische Inszenierung gelungen.'' schreibt Oliver Kranz auf rbbKultur