0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Die "Klima-Monologe" würden auch als Hörspiel funktionieren. Die Schauspieler:innen stehen am Rand der Bühne und sprechen ins Mikrofon. Aber die Bilder entstehen im Kopf und wirken stärker als jedes Foto: Menschen, die vor Waldbränden fliehen in Autos, die so heiß sind, dass die Scheiben zerspringen. Tiere, die tot und verhungert auf der rissigen Erde liegen. Es wird einem nichts erspart, auch nicht die Vorstellung von kleinen Kindern auf Booten, die kentern, während die Kinder versuchen, sich an den Kleidern der Mütter festzuhalten.

Die Informationen, die die Klimamonologe liefern, sind nicht neu. Aber das Konzept geht auf: Mit Hilfe der Geschichten kommt man den Schicksalen der Menschen ganz nah. Man kann nicht wegschauen. Die Bilder setzen sich in Kopf und Herzen fest und fordern zum Handeln auf.'' schreibt Regine Bruckmann auf rbbKultur
Kritik zu: Der Nussknacker
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Insgesamt hat Giorgio Madia die Anforderungen an das tänzerische Niveau in den Szenen, die er ernst meint, also nicht ironisch angeht, etwa im Blumenwalzer oder im Liebes-Pas-de-Deux, abgesenkt. Das hat wenig zu tun mit dem, was man von den großen internationalen Compagnien erwarten kann. Er lässt v.a. pantomimisch-darstellerisch agieren, hat dieses Ballett auf die Fähigkeiten der kleinen Cottbusser Compagnie zugeschnitten. Er selbst nennt das eine "Kammerversion", 18 Tänzerinnen und Tänzer übernehmen alle Rollen, also extrem wenige und Ballettschülerinnen und -Schüler wie sonst oft üblich bei "Nussknacker"-Aufführungen gibt es hier nicht.

Wie in seinen bisherigen Cottbusser Inszenierungen und in seinen drei Choreografien für das Berliner Staatsballett in den Nuller- und Zehner-Jahren setzt Giorgio Madia auch hier auf revuehafte Unterhaltung, auf Situationskomik und kleine Albernheiten, auf wunderlich-phantasievolle Drolligkeiten. Und das funktioniert alles gut, da er seine Handlung stimmig und ganz im Einklang mit Tschaikowskys Musik erzählt. Das Cottbusser Premierenpublikum war begeistert, es gab Jubel, auch Standing Ovations. Dieser "Nussknacker" wird in der Adventszeit noch viele Zuschauer in Cottbus glücklich machen.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Wer dem Abend allein auf der bewusst dilettantischen, komischen Oberfläche folgt, dem wird viel Gelassenheit und Geduld abverlangt: Viel Stunden lang tröpfelt die Musik unaufgeregt vor sich hin, folgt ein absurdes Eifersuchtsdrama aufs andere, bis am Ende ein gigantischer Narwal auf dem Esstisch liegt und Burt Turrido tot im Meer.

Blickt man aber hinter den lustigen Trash und die bemalten Stoff-Fassaden, ist es durchaus reizvoll, den philosophischen Gedanken der Inszenierung nachzugehen, die viel deutlicher ins Spirituelle und Existenzielle verweisen als frühere politischere Arbeiten des Nature Theater of Oklahoma. Die New Yorker Avantgarde-Theatergruppe (benannt nach dem mysteriösen Theater in Franz Kafkas Roman "Amerika") gibt es seit über 25 Jahren. Immer wieder demontiert die Gruppe, angeführt von Kelly Copper und Pavol Liska, alles, was ihr im Theater zu konventionell erscheint.

Diesmal fragen sie: Was, wenn der Mensch lernunfähig ist und beim nächsten Versuch mit der Erde dieselben Fehler macht? Was, wenn nicht mal Gott es uns Recht machen kann? Was, wenn nach dem Tod überhaupt nichts besser wird? Auch der Tod ist keine Rettung, sing das Gespenst Emily in dieser skurrilen Apokalypse-Show. Und ein Geist muss es schließlich wissen.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur