Kritik zu: West Side Story
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''Bei der Beschreibung des Musikalischen muss man sich an das halten, was aus den Lautsprechern kommt. Sängerinnen, Sänger und Orchester werden massiv verstärkt, so dass es bisweilen übersteuert und verzerrt in den Trommelfellen klingelt. Immerhin kann die junge Darstellerin der Maria, Sophie Salvesani, für einige Momente so etwas wie Wärme in der Stimme transportieren. Das kleine Orchester, das im Vergleich zu den in Bernsteins Original-Partitur verlangten 31 Musikern sogar noch um zehn reduziert wurde, muss deswegen so hochgezogen werden, dass alles wie durch einen Computer gejagt klingt. Der Musical- und Bernstein-Experte Donald Chan hält das souverän zusammen, nur klingt es beklagenswert künstlich.

Klar: das ist nicht für ein klassisches Opernpublikum gedacht, eher für Menschen mit Popaffinität, die an solche extremen akustischen Verstärkungen gewohnt sind. Und sicherlich haben viele Touristen dieses Sommergastspiel genutzt, um einfach mal in die restaurierte Staatsoper zu kommen. Choreographisch ist das eine perfekte, an das Original angelehnte Aufführung. Aber wer eine wirklich berührende "West Side Story" erleben will, hat dazu eher die Gelegenheit in der Komischen Oper Berlin. Da hat Barrie Kosky Schicksale inszeniert, die einen wirklich etwas angehen, und auch musikalisch spielt das dort in einer ganz anderen Liga – zehnmal wieder in der kommenden Spielzeit – eine Empfehlung …'' schreibt Andreas Göbel auf rbbKultur
Kritik zu: Romeo und Julia
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''Wie immer bei Shakespeare: Es gibt auch komische Figuren, allen voran das Duo Mercutio und Benvolio, Freunde von Romeo. Markus Braun (Benvolio) und Andreas Klopp (Mercutio) sind hinreißend komisch, doch sie schaffen auch scharfe Konturen, befördern das Nachdenken über Gewichtiges. Insbesondere Andreas Klopp begeistert mit nuanciertem Spiel zwischen Spaß und tieferer Bedeutung. Bravo! Die komischen Szenen in den Tragödien Shakespeares sind ja  d e r  Gradmesser für die Qualität der jeweiligen Inszenierung. Da geht das Niveau oft runter. Hier geht’s steil nach oben! Begeisternd sind ebenfalls die leisen Szenen, etwa wenn die Liebe von Romeo (Florian Bamborschke) und Julia (Julia Borgmeier) auflodert. Man ist gebannt, man fiebert mit. Diese Julia, die nichts Kindliches hat, die zunächst eher spröde wirkt, wird als widersprüchlicher Charakter offenbart, angetrieben von enormem Lebenshunger. Man verliebt sich als Zuschauer ganz schnell in sie. Reiner Gabriel als Pater Lorenzo fesselt mit hoher Sprechkultur. Jeder Gedanke Lorenzos hat Schärfe, aber nirgends übertreibt er, forciert nicht, knüppelt die Botschaft nichts ins Publikum, sondern lässt durchscheinen. Alle haben tolle Momente.

Die Aufführung passt – ohne, dass es vordergründig wird – hervorragend dazu, dass das Theater Poetenpack es auch als eine Aufgabe ansieht, integrativ zu wirken, sich mit der Kunst des Theaters, den heute gesellschaftlich relevanten Fragen zu stellen. Pralles Schauspieltheater, fern von irgendwelchen überzogenen Regie-Marotten. Hier wird Shakespeare in unsere Zeit geholt. Dabei zeigt sich mal wieder: Auch wenn seine Helden sterben müssen – Shakespeare ist unsterblich.'' schreibt Peter Claus auf rbbKultur
Kritik zu: Sudden Rise
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''Das alles ist visuell faszinierend, auf der thematischen und inhaltlichen Ebene allerdings überfrachtet und überspannt, auch weil die Texte kaum verständlich und zufällig und derart kontextreich zusammengestellt sind, dass man sie wohl einen ganzen Abend lang studieren müsste, um die Frage nach ihrer Sinnhaftigkeit beantworten zu können. Um zu verstehen, auf welche Weise die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung und die Emanzipationsbewegung der LGBTI*-Gemeinde verschränkt werden.

Aber darum scheint es Wu Tsang und Boychild und ihren Mitstreitern und Mitstreiterinnen nicht zu gehen – dieses Stück ist eher ein rauschhafter assoziativer Sturm der Bilder und der Wunsch, diesen Bildern jede Eindeutigkeit zu entziehen, alles in Mehrdeutigkeiten zu setzen. Bei allem Staunen über die Raffinesse im Umgang mit den szenischen Mitteln geht man zwar angeregt und fasziniert, aber auch etwas verwirrt und ratlos aus diesem Abend.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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3.3
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