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''Die Bühne ist in eine rasende Bilderflut aus comicartigen Figuren getaucht. Darüber legt die Inszenierung die Aktionen der Sänger, Tänzer, Schauspieler und Artisten. Ja, drei Artisten übernehmen in Petruschka den darstellerischen Teil. Hochseil und Trampolin erleben einen Auftritt in der Hochkultur. Die Sänger sind meist nur zu hören, das Geschehen auf der Bühne wird von der grenzenlosen Phantasie von 1927 bestimmt. (...)

Dirigent Markus Poschner hat seinen Spaß mit dem Orchester der Komischen Oper. Strawinsky löst sich in Petruschka von bloßen zitieren folkloristischer Elemente, wie etwa im Feuervogel. Er benutzt Traditionell-Folkloristisches nur als Material, bricht es auf, zertrümmert es, um es dann zu etwas Schillernd-Farbigem wieder zusammenzusetzten. Ravels Stück ist eine in der Art einer Nummern-Revue zusammengesetzte Montage. Auch hier farbig und mit hohem Tempo wie bei Strawinsky. An dieser Inszenierung stimmt alles. Die Nutzung der Video- und Animationstechnik ist wirklich einmalig und hoffentlich beispielgebend.'' Steffen Kühn am 20. Februar 2017 auf KULTURA-EXTRA
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''Der Witz von Mondtags Inszenierung ist, dass die gegen das Gebot des neuen Königs verstoßende Ödipus-Tochter gar nicht auftritt, sondern im imaginären Draußen das Volk aufstachelt. Antigone als RAF-Role-Model kennen wir schon. Heute kennt man sich allerdings nicht mehr so richtig aus, was Recht und Unrecht ist. Und so ist auch hier der Interpretation keine Grenze gesetzt. Der zitternde König Kreon schickt alle nacheinander raus in den Kampf, bis nur noch Benny Claessens übrig ist. Es knattert das MG, dann folgt ein wenig Tamm-Tamm mit Sarg und Orchestermusik. Der Chor raunt aus dem Off, und Benny Claessens singt dazu „Ungeheuer ist viel. Doch nichts ungeheuerer als der Mensch.“ Dann ruft er seine Mutti an, und das Elend hat ein Ende.'' schreibt Stefan Bock am 19. Februar 2017 auf KULTURA-EXTRA
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''Selten wird einem bewusst, dass Stücke, die vor Hunderten von Jahren mal geschrieben worden waren, heutzutage - also wenn man sie dann plötzlich, so wie gestern Abend, auf der Bühne (wieder-)sieht - völlig "unpassend" sind; und die Empfindung des Betrachtenden und Lauschenden verknotet sich sofort zu einer Art von Urteil, das da heißen könnte: Aus der Zeit gefallen.'' schreibt Andre Sokolowski am 14. Februar 2017 auf KULTURA-EXTRA