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''Sophie Basse spielt das Fräulein Doktor Mahilde von Zahnd unterkühlt und mimisch ausdrucksstark. Sie rhythmisiert den Tag ihrer Schutzbefohlenen durch laut hallende Gongs. Bequem auf der linken Bühnenseite eher im Hintergrund platziert, zieht sie mit strenger Hand die Fäden. Zu guter Letzt darf sie gar im Gewand und großen Gestus eines Schlagerstars wie Helene Fischer das Wort ergreifen und frohlockend das unheilvolle Finale verkünden. 

Sören Wunderlich gibt einen abgehärmten und leicht erregbaren Erfinder, der mit Gewissensbissen hadert. Mit der durchtrainierten Physis eines Marathonläufers scheint es ihm ein Leichtes, die ihm zu sehr zugeneigte Oberschwester Monika zu überwältigen. Johanna Falckner zeichnet letztere mit naiver Gutmütigkeit und zugewandter Unterwürfigkeit. Bei ihr werden widersprüchliche Anweisungen und Verlautbarungen schnell und ohne jedwede Hintergedanken umgesetzt, was ihr zum Verhängnis zu werden droht. Auch Glenn Goltz und Holger Kraft setzen ihre Charaktere vital und liebevoll in Szene. Eine vergnügliche Umsetzung des tragikomischen und bis heute aktuellen Bühnenklassikers.'' schreibt Ansgar Skoda am 14. November 2017 auf KULTURA-EXTRA
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''Ballett trifft auf Martial Arts - tänzerische Bewegungen voller Leichtigkeit drücken Akte der Unterdrückung aus. Die Geschlechterverhältnisse sind in Bewegung - ein Prinz wartet auf seinen Prinzen und begegnet einem machtbewussten Drachen. Vorgeführte tänzerische Traditionen werden neu interpretiert: Das Röckeschwingen beim Cancan symbolisiert hochfliegender Glitter, während Tänzerinnen den Hüftschwung des Tanzes ausdrucksstark vorführen und schließlich rhythmisch füßestampfend kraftvoll marschieren. 

Moderne Choreografien mit Witz, Charme und dynamischer Synchronität präsentierte das niederländische Scapino Ballet Rotterdam beim Tanzgastspiel im Bonner Opernhaus. Die Compagnie zeigte drei originelle Stücke unterschiedlicher Choreographen. Das Ensemble bestach dabei auf hohem tänzerischem Niveau mit Spannungsmomenten, die manchmal auch an Slapstick erinnerten.'' schreibt Ansgar Skoda am 13. November 2017 auf KULTURA-EXTRA
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''Treffsicher ausgewählt sind die Schauspieler, voller Trotz und starken Überlebenswillens Marys Tochter Wendy (Louisa-Céline Gaffron). Mary, vier Frauen spielen ihre Facetten, ist bewusst brüchig angelegt. Wilhelmina Mischorr zeichnet eine introvertierte 12-jährige Mary, die sich mit Carina Zichner von einem sehr selbstbewussten Teeny zu einer emotionslosen Verführerin entwickelt. Carina Zichner verwandelt Mary sehr überzeugend in eine junge Frau, die ihre emotionale Kälte mit Sex und Alkohol vergeblich betäubt. Bettina Hoppe übernimmt den herben Part der 40 und 50er Jahre, die erste Trennung, den Absturz in den Alkoholismus zunächst mit der Attitude eines Filmsternchen und dann völlig aus der Bahn geworfen als Unfallopfer. Im Alter wird Mary durch Corinna Kirchhoff plötzlich wieder eine aparte ältere Dame, der man die Alkoholikerkarriere so gar nicht ansieht. Ein Märchenschluss oder besser der ewige amerikanische Traum vom besseren Leben.'' Michaela Schabel am 13. November 2017 auf KULTURA-EXTRA
3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
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