''Auf der fast leeren Bühne angekommen, wechselt der Film in Schwarz-Weiß-Bilder und somit in die düstere expressionistische Ästhetik Borcherts. Fast surreal lässt Kohler den Tod und lieben Gott als Mantelgestalten ohne Kopf auftreten, die anderen Figuren aus Borcherts Stationendrama wie das Mädchen, die Elbe (beide Anna Windmüller), der Einbeinige und der Oberst (beide Bernd Lange) tragen tief dunkle Schminke auf weißem Gesicht. Expressionistisch anmutende Totenmasken gegenüber denen Janus Torp als Beckmann immer wieder seine Verzweiflung herausschreit. Musikalisch begleitet wird die Inszenierung vom Gitarristen Christoph Bernewitz.

Stummfilm meets Tonfilm, nur einmal unterbrochen durch einen Gang von Janus Torp und Isabel Tetzner aus dem Theater in Tetzners Wohnung, wo sich aber auch kein Dialog zwischen den beiden entwickelt. Torp spielt nachts einsam Ballergames und zieht am Morgen suchend von Tür zu Tür. Ein wenig ratlos lässt einen das vor den stilistisch recht ansprechend komponierten Filmbildern zurück. Regisseur Kohler benutzt die Kamera geschickt als gestaltendes Mittel im Wechsel von Nahaufnahmen und aus den Szenen herausgezoomten Tableaus. In mit Kapitelüberschriften getrennten kammerspielartigen Szenen stolpert Beckmann von einer Station zur nächsten. Seiner Traumbeschreibung von einem auf Menschenknochen Xylophon spielenden General mit Armprothesen folgen weitere surreale Albtraumszenen, in denen Janus Torp ziellos durch den Fundus des Theaters irrt, schließlich seine große Anklagerede vor dem „lieben Gott“ hält und vergeblich nach Antwort verlangt. Eine Inszenierung, die nicht wirklich zum Punkt kommt und mit einem verschneiten, symbolbeladenen Hundeblick auf das Tor der KZ-Gedenkstätte Buchenwald endet.'' schreibt Stefan Bock am 29. März 2021 auf KULTURA-EXTRA
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''Es gibt ganz selbstverständlich nichts Verallgemeinerungswürdigeres als dieses allen allbekannte "Liebe, Lust und Leid", und so gesehen war und ist der Loy auf einem richtigen, weil unverfänglich-allgemeingültigen Pfad, indem er "einfach" seine fünf Protagonisten Olesya Golovneva, Kelsey Lauritano, Andrea Carè, Vladislav Sulimsky und Mikołaj Trąbka unaufhaltsam drauf los singen und spielen lässt. Und guckt man etwas näher hin, bemerkt man schon, wie klug und folgerichtig Loy das biografisch Nachprüfbare mit einer an August Strindberg oder Ingmar Bergmann irgendwie gemahnenden Stück- oder Filmhandlung verspinnt. Ganz unverkennbar könnte der Charakterkopf Vladislav Sulimskys als der Tschaikowskis ausgemacht sein, auch fehlt das finale Wasserglas (Arsen?) am Ende nicht; ja und beim ersten Auftritt von Mikołaj Trąbka (was für'n tolles Lächeln!) dachte ich sofort: das hätte eigentlich auch Iossif Kotek (eine Jugendliebe von Tschaikowski) sein können. 

Gesungen und gespielt wird aufs Superbste. Mariusz Kłubczuk sitzt die fast zwei Stunden über auf der stilvollen Salon-Bühne von Herbert Murauer am Flügel, um von dort aus die zwei Sängerinnen und drei Sänger zu begleiten. Ja, Tschaikowski ruhig auch mal in so'ner Tonlage erleben; passt schon.'' schreibt Andre Sokolowski am 27. März 2021 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Twin Speaks
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''Über zwei Stunden währte die skurril und allgewaltig sich mitteilende Online-Gesamtaktion. Drei Episoden der hochmerkwürdigen Kindesmordsgeschichte wurden nach und nach dann abgehandelt - per Video, per Videokommentar, per Sprachnachricht, per Chatnachricht etc. pp. - - alles, was man dann heutzutage zum Herstellen, Pflegen und Beenden individueller Körperloskontakte braucht. Rein technisch eine absolute Meisterleistung! In den beiden Pausen war Gelegenheit, mich mit der Gruppe, der ich vorher beigetreten war, untereinander auszutauschen; und so gab ich hie und da meine Vermutungen, wer denn der Mörder von Andreas Birsfelder gewesen sein könnte, spekulativ denn preis.

Am Schluss war klar, dass es am Schluss natürlich keinen echten Mörder gab - warum oder wieso, entschloss sich mir schlussendlich freilich nicht, doch Spaß gemacht hatte die beispiellose Angelegenheit ganz ohne jede Frage. Das an sich ja völlig körperlose Kommunikationsformat sollte - wenigstens bis zum endgültigen Ende der hoffentlich bald zu Ende gehenden Coronapandemie - ruhig beibehalten werden, auch zur ablenkenden Einhegung von depressiven Covid19-Schüben.'' schreibt Andre Sokolowski am 24. März 2021 auf KULTURA-EXTRA

 

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