Kritik zu: Egmont
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''Jost komponiert weitgehend gemäßigt atonal, aber expressiv. Am Anfang stehen, vom unsichtbaren Arnold Schönberg Chor unter ihrem bewährten Leiter Erwin Ortner gesungen, Cluster, die an Ligeti erinnern. Stellenweise gibt es tonale Zitate. Wenn Macchiavell Margarete karessiert, ertönt aus dem Orchestergraben, wo Michael Boder das ORF Radio-Symphonieorchester Wien dirigiert, eine Phrase, die an Miles Davis' Sketches of Spain, also an Joaquin Rodrigo erinnert. Das Ensemble meistert die nicht einfache Partitur bravourös. Edgaras Montividas verleiht der Titelrolle eine fast lyrische Note. Wie Don Carlos ist er nicht wirklich ein Kämpfer. Seine Redlichkeit drängt ihn fast an den Rand des Geschehens. Ihm steht mit prächtiger Stimmfülle Bo Skovhus als Alba gegenüber. Den eigentlichen schmierigen Intriganten Macchiavell singt Károly Szemerédy. Die Frauenrollen sind mit Theresa Kronthaler in der Hosenrolle von Albas Sohn Ferdinand, Angelika Kirchschlager als Margarete von Parma und, prima inter pares, der fabelhaften Maria Bengtsson als Clara beglückend besetzt. Wer in erster Linie wegen der Sängerinnen und Sänger in die Oper geht, muss hier keine Abstriche machen. Egmont ist eine Auftragskomposition. Auch so kann man Beethoven ehren. Es müssen nicht immer alle neun Symphonien sein.'' schreibt Thomas Rothschild am 20. Februar 2020 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Bomb
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''Das Merkwürdige der erlebten Inszenierung war, dass zwar viel, allzu viel gesprochen wurde - und obgleich diesen viel, allzu vielen Sprechvorlagen zwar diverses Spielen und Gespieltsein (auch Musik von/mit Ioan Hamza, David Schwarz gab es zu hören) in Eva Veronica Borns Bühnenbild zur Beimischung geriet - , der willige Betrachtende hingegen seine Augen währenddessen hätte schließen können, ohne an dem Sinn bzw. Unsinn des von ihm zu Hörenden jemals zu zweifeln sprich: Text sowie Szenen liefen völlig voneinander unabhängig, und das Eine hatte mit dem Anderen höchstscheinbar kaum etwas zu tun.

Bomb wären, wie es die Autorin vorbestimmte, "Variationen über Verweigerung". Und was dann meine (!) Hör- und Sehbereitschaft zu dem Diesbezüglichen betraf, ging Yasurs Rechnung prima auf.'' schreibt Andre Sokolowski am 17. Februar 2020 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Alcina
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''Die grandiosen MusikerInnen der Neuen Düsseldorfer Hofmusik, dem in der Landeshauptstadt einzig-exklusiven Vorzeigeensemble zur Bewahrung und Hervorbringung historisch-aufführungspraktisch geschulter sog. Alter Musik (wo eben auch Barock mit inbegriffen ist), hatten und haben im Orchestergraben der Deutschen Oper am Rhein wiederholt Stellung bezogen; und wir erinnern uns in dem Zusammenhang an ihre wunderbaren Darreichungen aus zurückliegenden Jahren, wo sie hier z.B. Händels Xerxes oder ihren hochspektakulären Zyklus mit den drei Rameau-Opern (Les Paladins, Platée, Castor et Pollux) absolvierten! (...)

Das Bühnenbild von Christof Hetzer, welches ein paar fahrbare Gebäude-Stahlträger als imitierte Zivilisationsbehausungen inmitten der von fettFilm aufzitierten Südsee-Insellandschaft zeigte, tat sich als ein Urlaubsplatz von scheinbar zufällig anwesenden Urlauberinnen und Urlaubern manifestieren; und man war dortselbst gleich zu Beginn mit Grasrauchen beschäftigt. Aber statt dem Inhalieren dieses wundervollen Wirkstoffs nervengefäßerweiternde Bilder und Szenen folgen zu lassen, begnügte sich der an szenischer Einfallslosigkeit unüberbietbare Regieansatz mit pseudopsychologischen Mätzchen etwa dergestalt, dass (beispielsweise) eine Art von Baba Jaga allem Anschein nach Alcinas Mutter oder Übermutter personifizieren sollte, und ihr urplötzliches Auftreten sollte womöglich suggerieren, dass ihr Töchterchen ruhig konsequent an ihrem Lebenswerk-Konzept, was auf Entsorgung/ Ausschaltung der vorher sexuell gebrauchten Männer (Grundsatz: Männer sind am Ende alle scheiße) zielte oder so, festhalten sollte; dreimal "sollte", wie gesagt. Alles in Allem: Kläglich, krampfig.'' schreibt Andre Sokolowski am 15. Februar 2020 auf KULTURA-EXTRA

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