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''Die Inszenierung von Helmut Vitzthum überrascht nicht durch eigenwillige Regieeinfälle oder durch eine völlig neue Sicht auf das bekannte Stück. Nur wenn sich Demetrius und Lysander den jeweiligen weiblichen Partnern gegenüber „auf ewig verbunden“ fühlen, schmeißen diese den Freiern ihre Kleider vor die Füße und hauen ab: So glücklich ist diese Verbindung wohl nicht. Die Aufführung profitiert vom idyllischen Ambiente im umwaldeten Hof des kleinen Schlosses und benötigt nur Andeutungen eines Bühnenbilds. Die Mimen kommen ohne Mikroports aus und sind dank ihrer lobenswerten Sprechtechnik gut verständlich. Die Elfenwelt steht mit ihren fantasievollen Kostümen im nachdrücklichen Gegensatz zur heutigen Welt des Theseus und der Hyppolita sowie der jungen Liebenden, die mit Liegematte und Schlafsack in den Wald flüchten. Oberon sieht aus wie ein Varietédirektor, und Puck, der sich von hinten, aus der Baumgruppe, an die Akteure auf der Bühne anschleicht, trägt ein Latex Korsett und eine Fliegerhaube mit Brille.

Der Regisseur musste für den erkrankten Darsteller des Zettel einspringen und genießt offenbar, dass er, wenn auch nicht den Löwen, den Pyramus spielen darf. Und was lehrt uns dieser abendliche Ausflug an den Mattsee? Nicht die geschmähte „Hochkultur“ ist das Problem der Salzburger Festspiele. Ihr elitärer Snobismus ist es.'' schreibt Thomas Rothschild am 7. August 2020 auf KULTURA-EXTRA
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''Für beide Stücke, die ohne Pause in einander übergehen, haben Márton Àgh und der Regisseur drei realistisch ausgestattete Räume auf zwei Ebenen gebaut. Mehr Aufwand, als unbedingt nötig.

Den eigentlichen Höhepunkt des Abends aber liefert die Musik, die sich durchaus an der Dreigroschenoper und an Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, an das sie stellenweise stark anklingt, messen lässt. Die Österreicher HK Gruber, der sich seit langem gewissenhaft mit Kurt Weill beschäftigt, und der Jazzer, Dirigent und Komponist Christian Muthspiel haben 2019 eine reduktionistische (und also auch in kleineren Theatern aufführbare) Fassung der Partitur für 15 Spieler hergestellt, die in Freiburg uraufgeführt wurde. Der schlanke Klang schadet dem Stück nicht im geringsten, zumal er den charakteristischen Weill-Sound beibehält. Ektoras Tartanis dirigiert das Philharmonische Orchester Freiburg mit Schwung und Konzentration, Inga Schäfer ist eine vorzügliche, im Vergleich zu Interpreten wie Marianne Faithfull oder Peaches geradezu „opernhafte“ Anna 1, die 1933 von Lotte Lenya dargestellt wurde, und die Herren Roberto Gionfriddo, Jin Seok Lee, Junbum Lee und John Carpenter, wie Inga Schäfer zum hauseigenen Ensemble gehörend, geben Annas schamlose Familie in satirisch stilisierter Darstellung sängerisch durchweg erfreulich.

Am Schluss, nach dem Ende von Kata Wébers Motherland, produziert sich das domestizierte Kind als die Tänzerin, die dem Ballett abhanden gekommen ist. Inga Schäfer singt, a cappella, den Anfang der Sieben Todsünden. Das letzte Wort gehört Weill und Brecht. Gut so.'' schreibt Thomas Rothschild am 17. Juli 2020 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: RESPONSE I
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''Ergänzt wurde der mit dem Vorspiel auf dem Theater gut zweistündige pausenlose Abend – Motto: Something old, something new, something classic, something blue – durch einen gezielten Griff ins Repertoire. Anna Osadcenko tanzte das Solo des klassischen Balletts par excellence, den Sterbenden Schwan von Camille Saint-Saëns, mit dem 1997 uraufgeführten Solo, in dem sich drei Tänzer in Virtuosität und Schnelligkeit überbieten, wurde dem 88jährigen Choreographen Hans von Manen Reverenz erwiesen, und den Abschluss bildete, mit ausgedünntem Ensemble, Béjarts Bolero, der seit 1984 in Stuttgart Jubel garantiert. In den vergangenen Jahren bot er die Paraderolle für Friedemann Vogel . Auch diesmal flogen ihm die Herzen und, metaphorisch gesprochen, auch andere Körperteile zu. Vergessen ist bei dieser Version für ein reines Männerensemble die routinemäßige Quotenforderung, dispensiert die Empörung über eine Choreographie, die sich, trotz nicht sehr logischer Ablenkung durch Béjarts Rollenbezeichnungen, kaum anders sehen lässt denn als patriarchaler Balztanz mit priapistischem Potential. Die Macht des Crescendos wischt alle Bedenken bezüglich sexistischer Anmache beiseite. Selbst die besseren Damen und wohl auch einige Herren im Publikum scheinen das auf ganz altmodische Weise „geil“ zu finden. Zwischendurch wurde zu Beethoven unter dem Titel #WeStayHome eine nicht unwitzige Montage von Übungen der vereinzelten Compagnie-Mitglieder in der häuslichen Quarantäne auf eine Leinwand projiziert.


Die Botschaft des Abends war eindeutig: #WeAreBack. Wer wollte da mäkeln? Zumal wenn er zu den privilegierten 249 gehört, die nach der Vorstellung in den von größeren Polizeieinheiten gegen Randale gesicherten warmen Schlossgarten schritten. Der Rest durfte auf dem Neckar-Überschwemmungsgebiet des Cannstatter Wasens eintrittsfrei eine Live-Übertragung genießen. Immerhin.'' schreibt Thomas Rothschild am 26. Juli 2020 auf KULTURA-EXTRA

 

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