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''Fabrizio Cassol baut um seine Neugruppierung von Passagen aus dem originalen Requiem-Skelett (und Abschnitten aus der Großen c-moll-Messe) jazzartig Klang­ strukturen afrikanischen und asiatischen Musizierens, eine Übermalung. So entsteht mit Brüchen und Verschmelzung ein sich gegenseitig befruchtender Dialog von Inhalt, Mozart-Musik, Requiem-Text, neuen Melodien und Rhythmen, Geräuschen tanzender Körper, Filmsituation und Raum, was unmittelbar dramatisch wirkt. Das ist vom ersten bis zum letzten Moment so fesselnd wie überzeugend: hier hat tiefe Auseinandersetzung ein kontrastreiches Werk geschaffen, das voller Vitalität ein Hymnus des Lebens ist. Zum Leben gehört zentral eben auch das Sterben, tagtäglich. 

Ein Abend inmitten Berlins, von wo so viel Tod in die Welt ausging, wie von keiner anderen Stadt Europas. Die Bilder, Gefühle und Gedanken folgen mir - und bleiben. Dieser lebendige Abend der Kunst lehrt Kunst des Lebens, also des Sterbens, und entlässt mich zuinnerst beeindruckt, bewegt, verändert. Die Uraufführung einer großartigen Kreation und ihre Ausführenden wurden gefeiert. Das Parkett erhob sich am Schluss sofort zu standing ovations. Großer Dank!'' schreibt Olaf Brühl am 22. Januar 2018 auf KULTURA-EXTRA
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''Das Problem der Inszenierung ist, dass sie im ersten Teil zu sehr an der Vorlage klebt und im altbackenen Konversationstheaterstil fast wie eine Wiederbelebung der Peymann-Ära wirkt. Der Zauber der eingestreuten Pantomimen und Akrobatiknummern will da nicht recht zünden. Zusätzlich atmosphärische Aufladung erhält der Abend durch die fantastische Livemusik des Instrumentaltrios um Komponist Eef van Breen, der auch selbst einige Chansons singt. Leider lässt es die Regie nach der Pause ohne Unterlass aus dem Schnürboden schneien. Ein poetischer Overkill stellt sich ein.

Die Inszenierung, die viele sicher auch als hochpoetisch empfinden werden, erstickt hier aber leider auch zunehmend im Gefühlskitsch. Der Schnee färbt sich kurz rot, tiefe Melancholie macht sich auf der Bühne breit, und man fragt sich, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn die Verschneidung von Fiktion und Kunst mit dem wirklichen Leben nicht doch von Anfang an etwas offensiver und nicht so starr am Plot des Films hängend betrieben worden wäre. Die Story gäbe auch genug Stoff für eine interessante Dokutheaterproduktion. So bleibt man trotz der freundlichen Aufforderung vom Beginn bei diesem recht gefühlsbetonten dreistündigen Abend am Ende doch merkwürdig außen vor.'' schreibt Stefan Bock am 22. Januar 2018 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Die Gezeichneten
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''Calixto Bieito heutigte das dramaturgisch kompliziert gestrickte und arg überpersonalisierte Stück des Dichterkomponisten dahingehend, dass er die Behauptung aufzustellen willens war, die Hauptfigur - Alviano Salvago, ein genuesischer Edelmann - wäre am Ende nicht nur unermesslich reich und hätte einen auffälligen Buckel, sondern würde auch noch seinen pädophilen Grundneigungen zielgerichtet nachgehen, d.h. Bieito machte aus "Elysium" (dieser lt. Libretto von Salvago künstlich aufgesandeten und allerdings von ihm nie selbst betret'nen Insel außerhalb der Stadt) 'nen insgeheimen Ort, wo seine falschen Männerfreunde - Adrian Strooper, Ivan Turšić, Tom Erik Lie, Johnathan McCullough, Önay Köse und Samuli Taskinen als die sog. 6 genuesischen Edelleute - kollektive Kindesmissbräuche begingen und die Opfer hinterher zum Teil entsorgten; Salvago schien da zwar unbeteiligter zu sein als er sich das je vorzustellen wagte, aber letzten Endes - was das Bühnenbild Rebecca Ringst' betrifft, das schließlich wie die mikroskopisch variierte Neverland-Ranch eines Michael Jackson wirkte - wäre dieser Kindeslust-Ort seine Kreation gewesen; ja und weil er halt so'n pädophiles Faible hätte usw. usf. Auf so viel konstruierte Scheiße muss man erst mal kommen! 

Ekelhaft auch die von Sarah Derendinger hergestellten Videos mit den die gesamte Bühnenhöhe als wie -breite überblendenden Physignomien von den jeweiligen Kindesvergewaltigern, während sie hochscheinbarer Weise jeweils in die Opfer dringen - nirgends wurde sowas selbstverständlich eins zu eins dann aufgezeigt, aber die Andeutungssignale schockten umso schonungsloser.'' schreibt Andre Sokolowski am 22. Januar 2018 auf KULTURA-EXTRA

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Durchschnittsnote aller Stücke
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