Kritik zu: Terror
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In diesem Stück gibt es nur eine facettenreichere Figur, die mehr als Thesenträger ist: den Angeklagten Lars Koch. Timo Weisschnur spielt den Kampfpiloten, der oft militärisch-zackig antwortet, aber kein Rambo-Typ ist. Er fühlt sich einer Elite zugehörig (in Deutschland gebe es weniger Kampfpiloten als Vorstandsvorsitzende) und zeigt sich in den längeren Rechtfertigungspassagen als reflektierter Soldat, der vor dem Entschluss zum Abschuss lange mit sich gerungen hat.
Nach zwei kurzen Zeugenaussagen, in denen Lisa Hrdina und Helmut Mooshammer einen Hauch von Komik durchschimmern lassen, und den erwähnten Schlussplädoyers fordert Richterin Almut Zilcher das Publikum auf, als Schöffen über die Schuld des Angeklagten zu entscheiden und analog zum Hammelsprung im Deutschen Bundestag durch die entsprechende Tür zu gehen.
Sehr informativ war das anschließende Gespräch mit dem ehemaligen Verfassungsrichter Dieter Grimm. Anders als die Mehrheit der Zuschauer, die auf Freispruch entschied, plädierte Grimm für „Schuldig“, dem Angeklagten müsste jedoch ein strafmildernder Rabatt gewährt werden. Vorbild könnte hier das Urteil des Frankfurter Landgerichts im Fall des Frankfurter Polizeipräsidenten Daschner sein, das Grimm als „weise“ lobte. Weiterlesen
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Der Verfremdungseffekt allein führt noch nicht zu Erkenntnisgewinn. Mal stellen die Schauspieler die Gemälde von Edward Hopper nach. Mal sprechen sie die Verhörszenen wie in den Melodramen von Douglas Sirk. Mit ironischem Zwinkern und viel Vierziger/Fünfziger-Jahre-Kolorit hält sich die Inszenierung den brisanten Stoff vom Leib.
Statt einer intensiven Auseinandersetzung über Intrigen und Verrat in der eigenen Familie, über anti-kommunistische Paranoia im Kalten Krieg bekommen wir nur einen lauen Aufguss serviert. Ach, wie schön wäre es gewesen, einen richtigen Kuttner-Abend in Hochform zu diesen Themen zu erleben! Es blieb aber nur bei einer Pflichtübung, die er zwischen seinen beiden Volksbühnen-Video-Schnipsel-Abenden zum Karamasow-Komplex und mit dem Philosophen Slavoj Žižek einschob. Weiterlesen
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Vekemans und Kimmig setzen dieser Überlieferung eine spannende Neu-Interpretation entgegen: Susanne Wolffs Ismene krabbelt nach dreitausend Jahren, die sie in der Schattenwelt des Vergessens im Zwischenreich zwischen Toten und Lebenden eingesperrt war, aus ihrem Sarg auf den Laufsteg, der bisher immer nur Antigone vorbehalten war. In einem an die maoistische Einheitskluft erinnernden Schlabber-Look trägt die Schauspielerin einen fulminanten einstündigen Monolog vor, der nicht ganz so im Schnellfeuer-Modus abgefeuert wird bei Steven Scharfs Judas, aber ebenfalls hohe Konzentration voraussetzt. Eine tiefere, altphilologische Kenntnis der Figuren aus der griechischen Mythologie ist sehr empfehlenswert, um die vielen Namen, die Ismene in dieser wütenden Abrechnung herausschleudert, richtig einordnen und die Anspielungen verstehen zu können. Eine Stück-Einführung durch die Dramaturgen wäre an diesem Abend besonders hilfreich.
Ismene, Schwester von ist eine der stärkeren Inszenierungen, die derzeit am Deutschen Theater Berlin zu erleben sind: dies liegt neben dem hochinteressanten Gedankenexperimernt der Text-Vorlage vor allem an der schauspielerischen Leistung von Susanne Wolff. Weiterlesen

 

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