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Das Gorki Theater bleibt auch in der letzten Premiere dieser Spielzeit auf der großen Bühne seinen Themen treu: die Suche nach Identität, dem Grübeln über deutsche, türkische und deutsch-türkische Befindlichkeiten. Auch wenn der Text „Get Deutsch or Die tryin'“ des Studioleiters und Hausdramaturgen Necati Öziri, der im Rahmen der Schreibwerkstatt zum Thema „Flucht, die uns bedingt“ und pfiffig auf „50 Cent“ anspielt, neu ist, wirken die einzelnen Zutaten doch allzu vertraut. Der Abend entwickelt keine eigene Sprache, sondern schwingt im gewohnten Gorki-Sound.
Im zweiten Teil blendet der Abend zurück auf die Hochzeit von Adars Eltern (gespielt von Pinar Erincin und Taner Sahintürk). Regisseur Sebastian Nübling, der für kraftvolle, körperbetonte Choreographien bekannt, lässt den Abend in eine revuehafte Parodie des Kennenlernens und der Hochzeit zerfasern. Arda alias Dimitrij Schaad darf einige spitze Bemerkungen einwerfen, bevor er zu einem larmoyanten Schlussmonolog ansetzt. Die Bühne versinkt im Schwarz, nur noch die Drums sind zu hören. So endete ein Abend, dem der von Nübling erwartete Drive und die erhoffte Würze fehlten. Weiterlesen
Kritik zu: Auerhaus
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Auf der Zielgeraden gibt es einen starken Moment, als Marcel Kohler in der Rolle des Höppner sich ausmalt, wie ein Happy-End aussehen könnte: glückliche Paarbeziehungen und erfolgreiche Karrieren in spannenden Berufen denkt er sich für seine neben ihm aufgereihten Mitbewohner aus, er selbst möchte am liebsten Hausmann sein. Im nächsten Moment landet er wieder in der tristen Realität: die WG wird vor Gericht für ihre Delikte zur Rechenschaft gezogen und fällt auseinander. Nicht mal Frieders Suizid ließ sich verhindern.
Dass der Abend nicht in der Gegenwart spielt, merkt man nur in den Szenen, in denen sich Höppner dem seit 2011 ausgesetzten Zwangsdienst bei der Bundeswehr entziehen möchte und – wie so viele in den 80ern – über einen Umzug nach West-Berlin nachdenkt. Konsequent vermeidet Nora Schlocker alle weiteren Bezüge zu diesem bunten Jahrzehnt, die Schauspieler trágen unauffällige Alltagsklamotten und nicht mal der Ohrwurm „Our house“, auf den der Titel anspielt. Weiterlesen
Kritik zu: Phädra
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Regisseur Stephan Kimmig macht gar nicht erst den Versuch, die Racine/Schiller-Verse in die Gegenwart zu übersetzen. Er vertraut auf die Überzeugungskraft des Ensembles –  allen voran Corinna Harfouch, die im Lauf des Abends ihre Garderobe von tiefschwarz über blütenweiß zu blutrot wechselt.
Ein Raunen geht durchs Publikum, als Khuon (Hippolyt) seine Bühnenpartnerin Harfouch (Phädra) nach ihrem Liebesgeständnis wegstößt und zu Boden wirft. Sie kracht mit dumpfem Knall auf die Bretter, so dass einige kurz an einen Bühnenunfall glauben. Ansonsten bleibt das Klima im Zuschauerraum wohltemperiert: vorsichtiges, etwas verunsichert wirkendes Glucksen begleitet die fünf Akte, die mit „Chaos“ oder „Tod“ überschrieben sind, uns aber nicht wirklich nahegehen. Weiterlesen

 

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