Kritik zu: Auerhaus
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Auf der Zielgeraden gibt es einen starken Moment, als Marcel Kohler in der Rolle des Höppner sich ausmalt, wie ein Happy-End aussehen könnte: glückliche Paarbeziehungen und erfolgreiche Karrieren in spannenden Berufen denkt er sich für seine neben ihm aufgereihten Mitbewohner aus, er selbst möchte am liebsten Hausmann sein. Im nächsten Moment landet er wieder in der tristen Realität: die WG wird vor Gericht für ihre Delikte zur Rechenschaft gezogen und fällt auseinander. Nicht mal Frieders Suizid ließ sich verhindern.
Dass der Abend nicht in der Gegenwart spielt, merkt man nur in den Szenen, in denen sich Höppner dem seit 2011 ausgesetzten Zwangsdienst bei der Bundeswehr entziehen möchte und – wie so viele in den 80ern – über einen Umzug nach West-Berlin nachdenkt. Konsequent vermeidet Nora Schlocker alle weiteren Bezüge zu diesem bunten Jahrzehnt, die Schauspieler trágen unauffällige Alltagsklamotten und nicht mal der Ohrwurm „Our house“, auf den der Titel anspielt. Weiterlesen
Kritik zu: Phädra
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Regisseur Stephan Kimmig macht gar nicht erst den Versuch, die Racine/Schiller-Verse in die Gegenwart zu übersetzen. Er vertraut auf die Überzeugungskraft des Ensembles –  allen voran Corinna Harfouch, die im Lauf des Abends ihre Garderobe von tiefschwarz über blütenweiß zu blutrot wechselt.
Ein Raunen geht durchs Publikum, als Khuon (Hippolyt) seine Bühnenpartnerin Harfouch (Phädra) nach ihrem Liebesgeständnis wegstößt und zu Boden wirft. Sie kracht mit dumpfem Knall auf die Bretter, so dass einige kurz an einen Bühnenunfall glauben. Ansonsten bleibt das Klima im Zuschauerraum wohltemperiert: vorsichtiges, etwas verunsichert wirkendes Glucksen begleitet die fünf Akte, die mit „Chaos“ oder „Tod“ überschrieben sind, uns aber nicht wirklich nahegehen. Weiterlesen
Kritik zu: Kopfkino
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Zum zwanzigsten Jubiläum der Zusammenarbeit zwischen der Neuköllner Oper und der Universität der Künste ist dem Duo Peter Lund/Thomas Zaufke ein Coup gelungen. (...) Zaufke/Lund und ihr Ensemble machen aus dem Stimmengewirr von Lennards Persönlichkeitsfacetten einen sehr unterhaltsamen Abend. Ein Vorteil dieser Erzählstruktur ist, dass es keine Nebenrollen gibt und das ganze Ensemble sein Talent zeigen kann. Weiterlesen

 

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