Kritik zu: Dark Star
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Zu selten springt der Funke über, in der ersten Stunde versanden zu viele Dialoge im Nichts. Man könnte diesen Abend als eine Pollesch-Arbeit abhaken, die mit fast zwei Stunden nicht nur länger, sondern leider auch zäher als seine besten Inszenierungen geraten ist.
„Dark Star“ wird dennoch in Erinnerung bleiben: In der stärkeren zweiten Hälfte des Abends setzt Milan Peschel immer wieder zur selben Frage an: „Wo geht ihr jetzt hin?“ Die drei Amigos geistern nicht nur wie die Filmfiguren orientierungslos durchs All, sondern werden auch ihr Mutterschiff, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, verlieren. Pollesch ist seit seinem Durchbruch zur Jahrtausendwende im Prater zwar längst ein im ganzen deutschsprachigen Raum zwischen Hamburg, Zürich und Wien ein sehr gefragter, vielbeschäftigter Regisseur. Wie Ulrich Khuon vor kurzem in einem Interview ankündigte, wird er in Berlin am Deutschen Theater inszenieren: einem Haus mit ganz anderer Tradition, das bisher völlig andere Publikumsschichten anspricht. Bei der Premieren-Vorschau des DT für die Spielzeit 2017/18 sucht man Pollesch noch vergeblich. Weiterlesen
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Ausgerechnet „Hymne an die Liebe“ nennt Marta Górnicka die assoziative chorische Collage, die sie dem Berliner Publikum von ihrem bunt gemischten Wutbürgerchor entgegenbrüllen lässt. Die Anspielungen dieser Koproduktion des Teatr Polski W Poznianu mit dem Gorki-Theater werden sich wohl nur Kennern der polnischen Sprache, Kultur und Geschichte völlig erschließen. Aber auch auf Zuschauer, die jenseits der Oder aufgewachsen sind, dürfte die geifernde Wucht dieser stampfenden Fanatiker, die vorgeben, das europäische Abendland gegen alles Fremde zu verteidigen, ihre Wirkung nicht verfehlen.
Górnicka, die das Libretto für ihren Chor schrieb und die Performance live aus dem Publikum dirigiert, bezeichnet ihre „Hymne an die Liebe“ auf dem Programmzettel, der ähnlich sprunghaft-assoziativ wie der gesamte, 50 Minuten kurze Abend gehalten ist, als monströses „Völkisches Liederbuch“ aus unterschiedlichen Versionen der Nationalhymne, von Märschen, patriotischen, völkischen und nationalistischen Liedern. Als Einsprengsel werden auch O-Töne des norwegischen rechtsextremistischen Terroristen Anders Breivik verwendet.
Diese „Hymne an die Liebe“ ist nicht sonderlich subtil, aber das Dauer-Staccato der Performerinnen und Performer ist stilistisch bemerkenswert und brennt sich nachdrücklich in die Gehörgänge ein. Weiterlesen
Kritik zu: Der Fluch
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Die Szenen, die für so viel Empörung sorgten, nehmen vergleichsweise wenig Raum ein. Sie sind eingebettet in ironische Performances, in denen sich das Ensemble z.B. mit dem Image des Skandalregisseurs befasst. Eine Schauspielerin lästert über ihn als Berufs-Provokateur, der quer durch Europa jettet, hohe Gagen einstreicht und sie ihm Stich lässt, so dass sie am Ende nicht weiß, wie sie die drei Kinder ernähren soll.
Auch gleich zum Einstieg ist der Abend deutlich vielschichtiger als der ihm vorauseilende Ruf erwarten ließ: in slapstickhaft-überzeichneten Sequenzen verhandeln die Schauspieler die Frage, wie wohl Brecht, dessen Stammhaus nur wenige hundert Meter weiter liegt, das aus heutiger Sicht sehr altbackene Stück „Der Fluch“ von Stanisław Wyspiański über das uneheliche Kind eines Priesters inszenieren würde.
Oliver Frljićs neuer Abend „Der Fluch“ ist also nicht nur für jene interessant, die sich über das aufgeheizte politische und kulturelle Klima in Polen informieren wollen, sondern überrascht auch mit unterhaltsamen Brechungen und eingestreuten Anspielungen auf andere Skandal-Stücke wie „Golgota Picnic„. Weiterlesen

 

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