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Ursprünglich hat das irische Theater-Duo <Dead Centre> diesen Abend bereits im Herbst für das Dublin Theatre Festival entwickelt. Bei der deutschsprachigen Erstaufführung, die das Burgtheater an Silvester und einigen Januar-Terminen live aus dem Kasino streamt, hat Michael Maertens den Part von Jack Gleeson übernommen.

Mit ein paar schalen Witzchen führt er durch den 45 Minuten kurzen Stream. Pathetisch beschwört er immer wieder die Ko-Präsenz, die das Wesen des Theaters ausmache und im Lockdown unmöglich ist. In ein paar Szenen werden die Videos eingebaut, die alle Zuschauer vorab hochladen sollten und die auf den Tablets im leeren Theatersaal abgespielt werden. Auch per Chat melden sich einige Zuschauer per Kurznachrichten.

Mit dem Rest der Inszenierung sind dies pathetische Beschwörung der Ko-Präsenz und die technischen Gimmicks dramaturgisch jedoch kaum verbunden. Fehlende Ko-Präsenz hin oder her: <Die Maschine in mir (Version 1.0)> läuft auf eine besonders fade Form des Theaters hinaus: Frontal-Erklär-Theater. Maertens stellt einige Vordenker des Transhumanismus wie Ray Kurzweil vor, die der irische Autor Mark O’Connell in seinem Buch <Unsterblich sein> porträtiert hat. Auf dem Tablet bekommen wir einige Info-Schnipsel serviert, aber eine Auseinandersetzung mit den Thesen des Transhumanismus versucht der Abend gar nicht erst. Stattdessen springt Maertens zum nächsten Witzchen.

Wer bis zum Schluss durchhält, wird beim Abspann mit dem Arcade Fire-Song <My body is a cage> belohnt. Denn dies ist auch der zentrale Gedanke des Transhumanismus: die menschlichen Körper sind unperfekte Hüllen, die es zu überwinden und mit allen Mitteln morderner Technik zu verbessern gilt.
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Nicht nur der Titel erinnert an die Arbeiten von René Pollesch. Auch in diesem filmischen Prolog, der statt der auf Juni verschobenen Theater-Premiere produziert wurde und bis zum 10. Januar online abrufbar ist, werden die typischen Themen des designierten Volksbühnen-Intendanten verhandelt: Kapitalismus, Bindungsstörungen, der Druck zur Selbstoptimierung und zur Authentizität.

Der Unterschied: hier fallen sich keine Volksbühnen-Stars gegenseitig ins Wort, die soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Diskursgirlanden werden auf Spaziergängen durch Mitte und Kreuzberg zunächst monologisiert, später geflüstert, zuletzt zurück im leeren Theater im Chor gesprochen.

Der Text hat einige witzige Passagen zu Bahnhofs-Ratgeber-Kalendersprüchen wie "Höre auf Dein Herz", ist aber sehr epigonal und deshalb vor allem für Pollesch-Ultras empfehlenswert.
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Mit einem kurzen Gruß aus dem Lockdown meldete sich das Staatsballett Berlin am Neujahrsabend aus dem Lockdown: neben dem Best-Of der Repertoire-Klassiker und präsentierte die Compagnie auch zwei Miniaturen, die während des 1. Lockdowns im Frühjahr 2020 erarbeitet wurden, aus ihrem hervorragenden LabWorksCovid19-Projekt, einem der Highlights dieser Spielzeit. Als Sahnehäubchen gibt es noch ein Für Elise-Solo.

Der 40 Minuten kurze Abend ist vor allem ein Lebenszeichen der Tänzerinnen und Tänzer sowie der Choreographinnen und Choreographen aus einem Opernhaus, das in diesem Jahr über viele Monate geschlossen war. Der YouTube-Stream ist das ganze Jahr 2021 über bis zum Start des nächsten Silvester-Feuerwerks abrufbar.

 

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