Kritik zu: Die Ratten
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Eine der stärksten Inszenierungen von Michael Thalheimer. Eine zentrale Rolle spielt die nur knapp 1,60 m hohe Bühne: die Figuren können nicht aufrecht stehen und nur gebückt agieren. Dadurch wird um so deutlicher, wie sehr es in ihnen brodelt und wie starker Druck auf ihnen lastet. Die WELT schrieb damals treffend: Da ducken sich lauter Kraftpakete sprachlich-gestischer Energie an der düster dräuenden Absturzrampe. Die FAZ ergänzte, dass wir lauter Gespenster mit Genickstarre. Gekrümmte, Gepresste erleben.

Von dem Abend, der verdientermaßen zum Theatertreffen 2008 eingeladen wurde, bleibt vor allem die starke Ensemble-Leistung mit Constanze Becker (als Frau John), Regine Zimmermann (als Paulina Piperkarcka), dem zu früh verstorbenen Sven Lehmann (als John) und Niklas Kohrt (als Bruder) in Erinnerung.
Kritik zu: Odem
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Rätselhaft-sperrige Versuchsanordnung "für drei Androiden und eine Nonne".

Das Bühnenbild und die Kostüme von Josa Marx hat hohen Wiedererkennungs-Faktor: der Nebel-Gothic-Zombie-Stil ist bereits aus vielen Settings bekannt, die Marx gemeinsam mit Wilke Weermanns Partner Ersan Mondtag konzipiert hat.

Die Androiden quälen sich mit ruckelnden, extrem stilisierten Bewegungen durch einen 100minütigen Abend auf der Kellerbühne in Kassel, der selbstreferentiell um Anspielungen auf Frankenstein kreist, dem es aber an Reibung und Energie fehlt.

Weermanns Inszenierung ist noch stilisierter als von Mondtag gewohnt, allerdings auch musikalischer. Für diesen Part ist vor allem Lona Culmer-Schellbach als Nonne zuständig.
Kritik zu: Diebe
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Ein großes Mühlrad, das an die mittelalterlichen Darstellungen der Räder des Schicksals anknüpft, dreht sich unerbittlich im Zentrum der Bühne. Mit jeder Umdrehung spuckt es die Protagonisten aus, die sichtlich um Halt ringen. Die kleinen Miniaturen zeigen Menschen, die verängstigt und desillusioniert sind. In geduckter Haltung schleichen sie durch ihr Leben, träumen von einer glücklicheren Zeit, stecken aber doch im Morast ihrer beengten Verhältnisse fest.

Die Grundstimmung dieser Miniaturen und taumelnden Gestalten schwankt zwischen Melancholie und Aberwitz, angesichts der Länge von fast 4 Stunden hätten einige Striche in der Textfassung den Theaterabend noch dichter gemacht.

Eingeladen zum Theatertreffen 2010.

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