Kritik zu: Network
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Für die Entwicklung der 1980er und 1990er Jahre mit dem steilen Aufstieg von Privatfernseh-Managern wie Helmut Thoma von RTL wirkt die „Network“-Satire von 1976 geradezu prophetisch. Viele seiner markigen Sprüche könnten auch 1:1 von den damaligen Filmfiguren stammen. Seitdem hat sich die Medienwelt aber doch drastisch gewandelt. Aus unserer heutigen Perspektive mit Social Media-Konzernen wie Facebook aus dem Silicon Valley, die sich zu weltweiten Oligopolen ausbreiten, wirken die damaligen Hahnenkämpfe fast schon putzig und harmlos.

Die deutsche Erstaufführung von „Network“, die Jan Bosse in Hamburg nach der Broadway-Bühnen-Fassung von Lee Hall inszenierte, bleibt zu sehr im Retro-Look stecken. „Network“ ist ein großes Ausstattungsfest: Stéphane Laimé (Bühne) und Katrin Plath (Kostüme) schufen eine 70er-Jahre-Welt in knalligem Orange, bei dem bis hin zum Wählscheibentelefon jedes Detail passt. Die Thalia-Spieler*innen um Stargast Wolfram Koch in der Hauptrolle als Mischung aus Wutbürger, Gernot Hassknecht und esoterisch-verstrahltem Fernseh-Prediger stürzen sich lustvoll in die Karikaturen bis an den Rand der Klamotte.

Aber für unsere Gegenwart hat unser dieser durchaus unterhaltsame Abend wenig zu sagen, wie einige Hamburger Kritiken nach der Premiere zu Recht schrieben.

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Einakter und kleine Miniaturen waren die Spezialität von Georges Courteline. Im Fin de siècle führte er klischeehaft überzeichnete, prototypische Kleinbürger vor: betrogene Ehemänner, Paragraphenreiter in Amtsstuben.

Die Schaubühne präsentierte aus ihrem reichhaltigen Archiv den ZDF-Mitschnitt des Abends aus dem Jahr 1977, die einige, unverbundene Miniaturen aneinanderreihte. Die grotesken kleinen Nummern, die betont harmlos beginnen und jeweils in eine Farce kippen, sind aus theaterhistorischer Sicht als Vorläufer des absurden Theaters eines Beckett oder Ionesco interessant. Die einzelnen Nummern wirken aber ziemlich redundant, wie angestaubter Edel-Boulevard. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Courteline heute kaum noch gespielt wird.
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Choreograph Fabrice Mazliah und drei Performer*innen erforschen in ihrer sehr experimentellen, digitalen Arbeit die Wahrnehmung des Raums und der Bewegungsmuster. Im Grenzbereich zwischen Performance und Tanz tasten sie sich über eine Mosaikfläche und verharren in bewusst sehr ungelenken Posen. In ironischen Kommentaren vergleichen sie ihre Miniaturen mit berühmten Filmszenen aus "Titanic" oder "Odyssee durchs Weltall".

Der Tisch, der von Beginn an im Zentrum ihrer Dialoge steht, kommt erst gegen Ende auch ganz leibhaftig ins Spiel und ist eine der wenigen Requisiten auf ansonsten leerer Spielfläche. Mazliah, der als Tänzer in hochkarätigen Ensembles wie dem Nederlands Dans Theater und bei William Forsythe im Ballett Frankfurt engagiert war, entwickelte "Telling Stories" bereits 2015 mit dem Kollektiv MAZAMA.

Am 8. Januar hatte die Corona-Online-Verion mit nur noch drei Spieler*innen als Live-Stream aus dem Mousonturm Frankfurt Premiere und ist dort bis 12. Januar abrufbar.

 

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