0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Der philosophisch-essayistische Roman „Im Herzen der Gewalt“, in dem Édouard Louis darüber reflektiert, wie er die Vergewaltigung durch einen Migranten verarbeiten soll, kommt Marciniaks Regiestil sehr entgegen: Das Abtasten und die vorsichtige Annäherung zwischen Édouard und Louis, deren Begegnung als einvernehmlicher Flirt beginnt, erzählt Marciniak als tänzerischen Pas de deux. Thomas Ostermeiers Inszenierung, die vor zwei Jahren an der Schaubühne Premiere hatte," rel="nofollow" >Anders als bei Thomas Ostermeiers Inszenierung, die vor zwei Jahren an der Schaubühne Premiere hatte, wird die brutale Aggression, mit der dieser One-Night-Stand endet, in Marciniaks Bearbeitung nur angedeutet.

Sie arbeitet vor allem heraus, wie die Hauptfigur von allen Seiten Ratschläge bekommt und bedrängt wird. Ein Stimmengewirr prasselt auf ihn ein und erklärt ihm, was für ihn aus ihrer Sicht die beste Strategie zur Bewältigung des Erlebnisses ist. Sein Kampf um die Deutungshoheit steht im Mittelpunkt des Abends. Schwester, Freunde und Polizei umkreisen den Protagonisten auf einer engen Bühne, die unter Wasser gesetzt ist. Bis über die Knöchel stehen die Spieler*innen im Nassen und waten durch die Pfützen.

Weiterlesen
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Zu thesenhaft ist die angestaubte Romanvorlage aus dem Jahr 1847, die den Antagonismus zweier Prototypen vorführt: Hier der junge, romantisch-naive Sasha, den es aus der Provinz in die Hauptstadt zieht, dort sein zynisch-verbitterter Onkel Petr. Wortreich, aber handlungsarm entspannt sich der Konflikt der Lebensentwürfe und Generationen, der absehbar auf die völlige Desillusionierung des nach dem 2. Akt am Boden zerstörten Sasha zusteuert, bevor der Epilog einen Haken schlägt: Der Neffe Sasha hat sich zum smarten Strippenzieher gewandelt, der genauso gefühllos kalkuliert und eine Vernunftehe ohne romantische Gefühle eingeht, wie es sein Onkel immer forderte, während Petr plötzlich sentimental wird und in Sasha seinen Meister fand.

Mit Filip Avdeev, der auch im „Decamerone“-Reigen einen starken Eindruck hinterließ und hier den Sasha und seine Wandlungen verkörpert, hat Serebrennikow zwar einen starken Hauptdarsteller. Über fast drei Stunden kann er diese Inszenierung allerdings nicht tragen, der Inszenierung fehlt es an Spannungsbögen und spielerischen Momenten, zu ermüdend kreist sie um den beschriebenen Antagonismus.

Weiterlesen
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Gerade die herbstliche Stimmung mit kühlem Wind, der zwischen den mit deutlichem Abstand platzierten Stuhlreihen fegte, und den düsteren Wolken passte erstaunlich gut zur melancholischen Liederauswahl von Sina Martens. Ihre Chansons drehten sich häufig um unerfüllte Sehnsucht, Abschiede und das Ende des Sommers. Ganz in Schwarz gekleidet führte sie durch den knapp einstündigen Liederabend.

Die einzelnen Stücke wurden durch Gedankensplitter unterbrochen, die u.a. aus dem Fragebogen von Max Frisch stammten, und den nachdenklichen Grundton des Abends verstärkten. Sie schlug einen Bogen von Hildegard Knef bis zu Marlene Dietrich, die leisen Töne dominierten, nur selten gab es humoristischere Beiträge wie Nina Hagens Lamento über den vergessenen Farbfilm auf Hiddensee, der bei keiner BE-Premierenparty fehlen darf.

Weiterlesen

 

Preis: €14,95 €11,95

UNSERE BÜCHER
ALS PDF-DATEI

AUSWAHL

 

Preis: €14,95 €11,95

 

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN





AUF DER BÜHNE © 2020

AUF DER BÜHNE

Auf der Bühne

TICKETS KAUFEN
eventim


PDF-Datei: 11,95 € 8,95 €
Weitere Formate auf
Amazon & Google:
Kindle eBook
Taschenbuch
Google eBook

WEITERE BÜCHER


WIR EMPFEHLEN

3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 824+
4 1849+
3 1624+
2 1013+
1 422+
Kritiken: 2746

PDF-Datei: 22,60 € 16,95 €

Weitere Formate auf Amazon & Google Play:
Kindle eBook - Taschenbuch - Google eBook


UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI

AUSWAHL


WIR EMPFEHLEN



BUCH ALS PDF-DATEI
Toggle Bar
X

Right Click

No right click