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Die neue Arbeit des „RAUM + ZEIT“-Kollektivs (Regie: Bernhard Mikeska, Text: Lothar Kittstein) ist halb Familienaufstellung und halb Geisterbeschwörung. In szenischen Miniaturen verschwimmen Traum und Realität, literarische Figuren und reale Charaktere des Mann-Clans. Im Zentrum der 70 Minuten steht Erika Mann, die von zwei Ensemble-Neuzugängen verkörpert wird: von Katharina Bach, die vom Schauspiel Frankfurt kam, und von Svetlana Belesova, die zuletzt in Bochum engagiert ware. Sie spielen Erika Mann, die daran scheiterte, sich von ihrem dominanten Übervater, dem Nobelpreisträger Thomas Mann, zu emanzipieren, dem sie als Privatsekretärin diente, und die auch im Schatten ihres geliebten Bruders Klaus Mann stand.

Erst in den letzten Minuten verlassen die Spieler*innen ihre Glaskästen, in denen sie voreinander abgeschottet waren. Zu spät wagen Klaus und Erika Mann die Konfrontation mit dem Vater. Auch für die Inszenierung kommt dieses Aufbäumen zu spät: spröde und rätselhaft bleibt die Annäherung an die unglückliche Familie Mann, die vor allem für Literaturwissenschaftler und Mann-Aficionados reizvoll sein könnte.

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Kritik zu: Onkel Wanja
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Fast drei Stunden lang voller Kunstpausen leiden die Tschechow-Figuren an ihrer Unzulänglichkeit, ihrer Langeweile und ihrer unerwiderten Liebe. Weitschweifige Klagen über ihr Schicksal und ihre verpassten Chancen wechseln sich mit kurzen Wut- und Zornausbrüchen, bevor Meike Droste als Sonja zum berührenden Schlussmonolog ansetzen darf. Beschwörend ruft sie „Wir ruhen uns aus! Wir ruhen uns aus!“, glaubt aber selbst nicht daran und wischt Ulrich Matthes, der als Onkel Wanja wie ein Häuflein Elend auf seiner Bank kauert, die Tränen aus dem Gesicht.

13 Jahre nach der Premiere ist dieser Theater-Klassiker noch bis 31. Januar 2021 als Streaming-Angebot des DT Berlin und der Plattform dringeblieben abrufbar. Damals jubelten die Feuilletons ergriffen über die tränenreiche Verzweiflungs-Performance eines hochkarätigen Ensembles. „Onkel Wanja“ räumte reihenweise Preise ab: In die 10er-Auswahl des Theatertreffens war der Abend sowieso eingeladen, darüber hinaus wurde sie zur „Inszenierung des Jahres“ gewählt. Ulrich Matthes und Jens Harzer, der damals als Gast verpflichtet wurde und heute im Hamburger Thalia-Ensemble ist, teilten sich die Auszeichnung als „Schauspieler des Jahres“, Constanze Becker, die Oliver Reese zunächst nach Frankfurt, dann ans Berliner Ensemble folgte, wurde zur „Schauspielerin des Jahres“ gekürt.

Dieser Archiv-Stream ist in all seinem Retro-Charme vor allem theaterhistorisch interessant, weil Goschs eingangs beschriebener Stil, dass seine Spieler*innen immer auf der Bühne präsent bleiben müssen, bis heute immer wieder zitiert wird, zum Beispiel von Daniela Löffner bei „Väter und Söhne“ oder Johan Simons im „Hamlet“.

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Der Abend zeichnet nach, wie jahrzehntelang versucht wurde, die unangenehme Tatsache eines rechten Terroranschlags unter den Teppich zu kehren. Besonders bitter für die Überlebenden ist, dass das Versorgungsamt ihre Verletzungen oft bagatellisierte. Der Abend lebt von der eindringlichen, authentischen Schilderung der Überlebenden des rechten Terrors und konzentriert sich ganz auf die Opferperspektive.

Im Zentrum stehen politische Aufklärungsarbeit und Informationsvermittlung, dennoch hat dieser Dokutheater-Abend über das Oktoberfest-Attentat auch einige spielerische Momente, so beginnt der Abend z.B. mit einer kurzen, szenischen Collage, was im Jahr 1980 sonst noch los war: von Disco-Hits bis zur Bundestags-Wahlkampf-Auseinandersetzung zwischen Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß.

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