Kritik zu: Körper
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Diesem Stück eilt ein Ruf voraus: „Körper“ von Sasha Waltz & Guests ist die erfolgreichste Inszenierung der Choreographin und gastierte in vielen Städten weltweit. Dieses Stück war im Januar 2000 eine der beiden Eröffnungspremieren der neuen Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz war, die Sasha Waltz damals gemeinsam mit Thomas Ostermeier und Jens Hillje übernahm.

„Körper“ wurde damals gleich zum renommierten Theatertreffen eingeladen und sorgte wohl vor allem deshalb für Furore, da es einen starken Bruch mit der Schaubühnen-Tradition von Peter Stein und Andrea Breth markiert.

Sicher gelingen den 13 Tänzerinnen und Tänzern einige starke Momente. Insgesamt fehlt der Arbeit der rote Faden. Assoziativ kreist „Körper“ um sein Thema und reißt einige Facetten an. Es geht um den Marktwert von Körpern in der Werbung, springt weiter zum Organhandel und kehrt immer wieder zur Orientierungslosigkeit des Individuums in einer unübersichtlicher gewordenen Welt zurück, wie sie schon oft in Choreographien und Performances beschrieben wurde.

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Wie bei Jürgen Gosch ist das sehr unübersichtliche Figuren-Personal aus Dostojewskis Roman-Wälzer <Der Idiot> von Beginn an im Hintergrund der ansonsten leeren Bühne präsent. Skeptisch beäugen sie den Neuankömmling Prinz Myshkin (David Dencik), der mit seiner großherzigen Naivität und seiner christlichen Nächstenliebe der Gegenpol zu ihren Machtspielen, Intrigen und kühl berechneten Heirats-Arrangements ist.

Fast zwei Stunden lang lässt Mattias Andersson seine Spieler*innen die Grundkonflikte des ausufernden Dostojewski-Romans nachzeichnen, schlägt dann aber den Bogen zur unmittelbaren Gegenwart: Ein Flüchtling hat schon zuvor mehrere kurze Auftritte und greift in der letzten halben Stunde in das Geschehen ein. In dieser auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 entstandenen Inszenierung konfrontiert er die Dostojewski-Figuren und das Publikum mit der Frage, welches Verhalten in dieser Krise moralisch richtig ist, und prangert die Abschottung an.

Leitartikelhaft und im soziologisch-kulturwissenschaftlichen Jargon tauschen sich die Spieler*innen nun über „White Privilege“ und die Globalisierung aus, bevor die Inszenierung mit einem kitschigen Schlussbild endet: der Fürst Myshkin sitzt in einer großen Gruppe von Schüler*innen des Sundbyberg Theater Studio.

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Kritik zu: noBody
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Sehr rätselhaft ist dieser Ausflug von Sasha Waltz ins Metaphysische. "noBody" entstand während der kurzen Phase, in der Sasha Waltz Anfang des Jahrtausends Teil einer vierköpfigen Intendanz der Schaubühne am Lehniner Platz war.

Mit "Körper" feierte sie dort 2000 ihren Einstand und wurde sofort zum Berliner Theatertreffen. Nach "S" schloss "noBody" eine Trilogie von Arbeiten ab. Das Anliegen der Choreographin war es, "das Nicht-Stoffliche, das Geistige jenseits des Körpers sichtbar zu machen." Die knapp 90minütige Choreographie verweigert sich einer klaren Narration, taucht assoziativ in rätselhafte Sphären ein und ist in seiner Abstraktion schwer zugänglich.

Seit 2008 war "noBody" nicht mehr auf der Bühne zu sehen. Die Wiederaufnahme im April 2020 im Rahmen einer Sasha Waltz-Werkschau an der Volksbühne fiel dem 1. Corona-Lockdown zum Opfer. Im 2. Lockdown bietet die Schaubühne im Januar 2021 drei Tage lang einen Mitschnitt: Der längst wieder eingestellte ZDFtheaterkanal und arte haben die Choreographie im Jahr 2002 hervorragend gefilmt.

 

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