Kritik zu: Moby Dick
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Der knapp 2,5stündige Abend lebt von der Energie und Spielfreude seines Ensembles: Nunes und seine diesmal rein männliche Crew choreographierten pralle Action-Szenen voller Humor, Körperlichkeit und Action und schuf ein Theaterfest, wie wir es in kargen, von Abstandsregeln geprägten Corona-Zeiten vermutlich noch eine ganze Zeit lang nicht mehr erleben dürfen. Sebastian Zimmler, Mirco Kreibich, Daniel Lommatzsch, Thomas Niehaus und Jörg Pohl folgen Nunes von der Alster nach Basel, letzterer sogar als Co-Intendant, und werfen sich nicht nur in Wasserschlachten, sondern auch in pantomimische Kämpfe mit dem Wal und gewagte Schiffsmanöver.

„Moby Dick“ überdauerte aber auch deshalb die Jahre, weil Nunes hier zeigt, dass er auch ganz anders kann: nicht nur hochtouriges Theater, manchmal haarscharf am Kindergeburtstag, sondern auch leise, poetische, nachdenkliche Töne. Die erste halbe Stunde besteht nur aus einer Aneinanderreihung kleiner Soli: mal düster-melancholisch, mal exzentrisches Mansplaining. Jörg Pohl nimmt die langen Wikipedia-artigen Exkurse aus dem Roman-Klassiker aufs Korn, in denen sich Herman Melville in langatmigen Ausführungen über alles, was wir noch nie über Walfang wissen wollten, erging. Satirisch arbeiteten sich daran auch Anita Vulesica und ihre HfS Ernst Busch-Studentinnen in ihrer „Moby Dick“-Adaption im 3. Stock der Volksbühne 2019 ab.

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Kritik zu: Das Werk
Die Uraufführung der Jelinek-Textfläche übernahm wieder einmal Nicolas Stemann, allerdings recht ideenlos. Die Spieler*innen agieren sehr statisch und konzentrieren sich darauf, die Wortkaskaden der Autorin abzufeuern. Im Zentrum des Abends stehen die Kritik am Massentourismus in den Alpen und mangelhafte Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, vor allem des Einsatzes von Zwangsarbeitern aus Osteuropa.

Als Klammer verbindet der Ort Kaprun diese beiden Themenkomplexe: dort starben mindestens 160 Zwangsarbeiter beim Bau des Wasserkraftwerks und 155 Touristen beim Seilbahnunglück im Winter 2000. Die Jury des Theatertreffens 2004 bezeichnete Kaprun als "monströse Metapher für das Österreich der Nachkriegszeit".

"Das Werk" steht im Gegensatz zu anderen Jelinek-Texten nur noch selten auf den Spielplänen deutschsprachiger Theater.
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Die Berliner Künstler*innen, die sich während ihres Studiums an der HfS Ernst Busch kennenlernten und zum Teil auch am DT Berlin feste Engagements haben, entwickelten aus Schlagwörtern des Corona-Diskurses einen 50minütigen, lautmalerischen Sprachstrom. Oft sind es nur winzige Nuancen bei den Lauten und Begriffen, die sich ändern, aber die Bedeutung verschieben und den Strom vorantreiben. Die ukrainische Gruppe bekam das Material zugeschickt und bearbeitete die Klänge aus der Fremdsprache mit tänzerischen und musikalischen Improvisationen.

„Morph“ ist intellektuell-avantgardistische Konzeptkunst: wohl durchdacht, aber auch sehr anstrengend. Die monotone Stimme, die einen Begriff nach dem nächsten unerbittlich vorträgt, mutet den Hörer*innen einiges zu und macht den Livestream zu einem anstrengenden Erlebnis.

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