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Die beiden sehr unterschiedlichen Antiken-Überschreibungen aus Antwerpen haben gemeinsam, dass sie wie Hörspiele mit Kammermusik-Untermalung wirken und ihnen deutlich anzumerken ist, dass sie 2020 schon unter Corona-Abstandsregeln inszeniert wurden. Zu den Schostakowitsch-Streicher-Klängen des Danel Quartets tragen die beiden Solistinnen ihre Texte recht statisch und ohne größere szenische Einfälle vor. Das Wort steht im Mittelpunkt dieses Abends.

Der „Antigone in Molenbeek“-Text ist Milieustudie in dem Stadtteil von Brüssel, der traurige Berühmtheit erlangte, da Islamisten dort Attentäter rekrutierten, aber zugleich Erinnerungsarbeit an den verlorenen Bruder und fiebrige Odyssee der Protagonistin durch die Instanzen.

In der zweiten Hälfte des Gastspiels aus Antwerpen erzählt Kae Tempest vom Mythos des blinden Sehers „Tireisias“, der nach Schlangenbissen vom Mann zur Frau wurde und sich wieder zurückverwandelte. In der niederländischen Übersetzung, die Katelijne Damen vorträgt, geht einiges von der vorwärtstreibenden Sprachgewalt des Originals verloren, die Kae Tempest 2015 als Spoken Word Performance auf die Bühne des Londoner Royal Court Theatre brachte.

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Eigentlich ist es ihre Stärke von Lot Vekemans, Figuren in verdichteten Texten plastisch werden zu lassen, wie zum Beispiel in ihrem Monolog „Ismene, Schwester von…“, in dem Susanne Wolff seit 2014 am DT Berlin zu erleben ist oder den „Judas“-Monolog, den Steven Scharf seit 2012 an den Münchner Kammerspielen performt.

Doch der „Niemand wartet auf dich“-Text von Vekemans bleibt blass und gibt auch theatralisch nur wenig her, so dass die Zoom-Vorstellung kaum über eine szenische Lesung hinauskommt. Wie Christiane Lutz in der SZ zurecht kritisierte, nutzt der von Daniela Kranz eingerichtete Monolog die Möglichkeiten des Online-Mediums überhaupt nicht. „Dreifach eindimensional“ bleibt der Abend und fällt damit hinter die „Superspreader“-Zoom-Performance zurück, bei der Florian Jahr am Ende in Großaufnahme auf die Kameralinse hauchte, aber sonst ebenfalls keine Interaktion mit den Zoom-Zuschauer*innen aufnahm.

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"Jeeps" ist ein typischer Text von Nora Abdel-Maksoud: hochtourig, mit schnell abgefeuerten Pointen, der sich schmerzfrei auch in die tieferen Regionen der Kalauer und Zoten hinabbegibt.

Am interessantesten ist die neue Groteske von Abdel-Maksoud, wenn sie sich - drastisch und zugespitzt wie gewohnt - mit gesellschaftlichen Missständen befasst: mit den Schikanen der Jobcenter und mit der Schere zwischen Arm und Reich, die durch die Generation der Erben noch größer wird.

Die Idee, das Erbrecht durch eine Lotterie zu ersetzen, gibt der Satire Drive. Der Text wäre aber noch stärker, wenn er diese zentrale Idee noch mehr ausbauen und sich weniger auf Nebenstränge verlieren würde.
Wegen Corona muss die Premiere auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Tischprobe, die als Live-Stream von den Münchner Kammerspielen öffentlich gemacht wurde, machte aber schon deutlich, dass der neue Text von Nora Abdel-Maksoud Potenzial hat.

 

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