Kritik zu: 9 Tage wach
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So sprunghaft-assoziativ wie die Roman-Vorlage ist auch der knapp zweistündige Theater-Abend, den vor allem Moritz Kienemann trägt. Er spielt den jungen Mann, der in die Spirale der Sucht hineingerät, in seiner gewohnt sehr körperbetonten Spielweise, mit der er 2019 bei den beiden Dresdner Theatertreffen-Einladungen „Das große Heft“ und „Erniedrigte und Beleidigte“. Oft in Video-Großaufnahme verkörpert er den aufgewühlten Protagonisten Eric, der in den Schlüsselszenen des Abends vor dem Staatsanwalt sitzt und sich rechtfertigen muss.

Regisseur Sebastian Klink, der zu Volksbühnen-Zeiten lange Jahre Castorfs Assistent war, aber auch mit kleineren Arbeiten auffiel, verzichtet anders als sein Vorbild auf Fremdtexte, sondern bleibt in dieser Uraufführungs-Inszenierung nah an der Vorlage und ihrem Stoff. Durch schnelle Schnitte und häufige Rollenwechsel der beiden anderen Spieler*innen (Eva Hüster und Jannik Hinsch) bekommt der Drogen-Trip-Abend eine fiebrige Intensität.

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Jonathan Kempf und Jan Bülow, die gemeinsam an der HfS Ernst Busch studierten, imaginierten sich in die fiktive Liebesgeschichte von zwei Promis, die einen steilen Karriereknick hinter sich haben: Winona Ryder war ein gefragter Hollywoodstar in den 1990ern, liiert mit Johnny Depp und mehrfach für einen Oscar nominiert. Als sie 2002 wegen Ladendiebstahls erwischt wurde, war ihre große Zeit vorbei, auch wenn sie mit der Netflix-Serie „Strange Things“ wieder auf sich aufmerksam machte. Noch umstrittener ist ihr Partner: Hans-Georg Maaßen machte sich an der Spitze des Bundesamts für Verfassungsschutz unmöglich, brachte die Koalition mit seinen umstrittenen Äußerungen fast zum Platzen, musste schließlich selbst gehen und geistert als Stichwortgeber der AfD durch den rechten Rand des politischen Diskurs.

Die Idee, aus der unwahrscheinlichen Liebe von Ryder und Maaßen, eine satirische Farce zu machen, hat Charme. Ein hübscher Einfall war auch, dass sich Elisa Plüss als nervige Tante Elly in breitem Schwyzerdütsch einmischt und ihre Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlässt. Aber der 45 Minuten kurze Sommertheater-Abend bleibt zu sehr Skizze, das komische Potenzial des Plots über die Beziehungsprobleme des Paares, das nach Göttingen geht, um dort Physik zu studieren, wird nicht ausgeschöpft.

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Mit einer Persiflage auf das manchmal undurchdringliche, oft widersprüchliche Konvolut der Corona-Hygieneregeln begrüßte eine Spielerin ihr Publikum. Während sie sich in einem Monolog über FFP2-Masken und Toilettenbesuche verhedderte, erschien in den Fenstern des Salons nach und nach ein weiblicher Chor, der Passagen aus „In your face, frühsommerlichneonationalistischer Depressionszusammenhang!“ von Gerhild Steinbuch und Thomas Köck vortrug. Einige scharfzüngige und scharfsinnige Beobachtungen über Viren, Martin Sellner und seine Identitäre Bewegung oder Alexander Gauland aus der „Hochrisikogruppe“ eröffneten und beendeten dieses sommerliche Chorprojekt.

Doch trotz dieser Klammer zerfiel der Rest in kleinteiliges Stückwerk: hier eine Slapstick-Nummer von Film-Star und Neu-Ensemble-Mitglied Jella Haase, die hysterische Schreie ausstieß und mit einem Staubsauger hantierte, dort ein Klavier-Part von Volksbühnen-Urgestein Sir Henry, der mit tiefschwarz geschminkten Augen einige Randbemerkungen beisteuerte.

Das Wichtigste an dem Abend, der mit geringem Vorlauf vorbereitet werden musste, war, dass endlich wieder vor Publikum gespielt werden konnte, so dass dramaturgische Holprigkeiten und lose Fäden der Nummernrevue weniger ins Gewicht fallen.

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