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Das Quartett haut sich die Schlagworte um die Ohren, während die beiden Moderatorinnen versuchen, die vorgegebenen Themen im starren Zeitschema abzuhaken. Nach dem ersten Beschnuppern bekommen die vier bunt zusammengewürfelten Münchner*innen die Aufgabe, dem 75jährigen Josef Schneider, der ebenfalls für dieses Format gecastet worden war, auf seine vom Band eingespielten Resentiments gegen Flüchtlinge und auf seine spitzen Bemerkungen gegen Fridays for Future zu antworten. Gemeinsam sollen sie einen Brief verfassen. Auch diese Diskussion wurde im März mitprotokolliert und nun vom Kammerspiele-Ensemble nachgesprochen. Absehbar können sich die vier Diskutant*innen nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Ungelenke Formulierungen und Floskeln werden aneinandergereiht. Es kommt, wie es kommen muss: Schneider überfliegt den Brief und tut ihn als irrelevant ab, als Paulmann und Puls ihn im September, einen Monat vor der Premiere, noch einmal ins Theater zu einem Wiedersehen eingeladen haben. Der Versuch, mit dem Rechten zu reden, landete in der Sackgasse.

Der spannendste Moment des Abends, der über sprödes Doku-Reenactment nicht hinauskommt, ist aber nicht die Interaktion mit dem Publikum, sondern der Schluss-Dialog: Paulmann und Pauls versuchen, sich in Schneider hineinzudenken, und zählen in einem heiteren Ping-Pong all die Gründe auf, die zum Scheitern der Kommunikation führten. Für ihn waren die beiden immer nur privilegierte Schauspielerinnen, die sich in ihrer Künstler-Blase im Stil von Pippi Langstrumpf die Welt so machen, wie sie ihnen gefällt, und seine Mansplaining-Welterklär-Monologe einfach an sich abprallen lassen.

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Die Splatter-Phantasie eines schwarzgefiederten Todes- und Racheengels schrieben Lydia Haider und Esther Straganz, nachdem sie sich im vergangenen Jahr beim Akademikerball mit einer Kaufkarte in der Wiener Hofburg umgesehen haben.

Clara Liepsch spielt den geheimnisvollen Engel, der mit einer Mischung aus Staunen und Ekel durch sieben Räume der Hofburg flaniert. Jedes Wort und jede Silbe bewusst überbetonend beschreibt sie die Milieus, die ihr dort begegnen: den Baron Max, der ihr auf der Feststiege begegnet und den sie von einer Clubnacht wiedererkennt, die mittlerweile etablierten „Alten Herren“ der Verbindungen und die feist grinsenden Studenten in voller Montur mit ihren Narben und Schmissen im Gesicht.

In jedem dieser sieben Kreise der Hölle, die der Engel durchschreitet, weicht die Neugier dem Entsetzen: Blut spritzt aus den Körperöffnungen, Augen purzeln aus dem Gesicht, Körper lösen sich wie in einem Säurebad auf oder ersticken. Dieser Stoff klingt nach großem Splatter, nach Tarantino oder einem italienischen Giallo. Regisseurin und Videokünstlerin Evy Schubert hat sich für einen anderen Weg entschieden. Bis auf eine kurze Szene, in der die Protagonistin in der Küche auf ein blutiges Stück Fleisch eindrischt, wird das Gemetzel nur mit Worten geschildert, nie gezeigt.

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Kritik zu: Dance Nation
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Der Text dieser deutschen Erstaufführung von Clare Barron ist sehr dünn. Ein Pubertäts-Selbstfindungs-Solo voller Klischees reiht sich an das nächste. Notdürftig werden die Soli von einer Rahmenhandlung zusammengehalten: gemeinsam trainieren die Teenager*innen für einen Wettbewerb, angestachelt von einem ehrgeizigen Lehrer. Die Sprache ist unverblümt und sehr direkt in your face: laute Emotion, wenig Reflexion.

Stephan Kimmig und sein Team haben aus dieser Vorlage noch das Beste rausgeholt. Interessanter wird der Abend meist dann, wenn er zu den Live-Musik-Beats von Nils Strunk ins Tanzen kommt. Die energiegeladenen Acts münden ironisch in eine Sitztanz-Tattergreis-Choreographie mit übergroßen Masken.

 

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