Kritik zu: Anna Karenina
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Diese unbeschwerte, selbstironische Gute-Laune-Show war an diesem grauen November-Abend im zweiten Corona-Lockdown eine willkommene Abwechslung im Pandemie-Alltag und sicher nicht so gramzerfurcht und düster wie das Gesicht von Kommissar Faber (Jürgen Hartmann) im Jubiläums-Tatort von Dominik Graf aus der Dortmunder Schmuggel-Tristesse, der parallel zu diesem Live-Stream aus Hamburg lief.

Die „Anna Karenina“ ist vor allem etwas für Freunde schrulliger Figuren und schrägen Humors, die gerne zwei Stunden abschalten und sich in eine heiter-ironische Comedy-Welt entführen lassen. Eine Schwäche des Abends ist allerdings, dass er allzu sehr Kopie ist und nur das bewährte Konzept verfolgt, ohne das Original weiterzuentwickeln.

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Nicolas Stemann (am Klavier auch live mit auf der Bühne) und sein Ensemble zeichnen in einer gelungenen musikalisch-kabarettistischen Revue die vergangenen Corona-Monate nach. Manchmal regiert das Prinzip <Reim Dich oder ich fress Dich>, aber die Songs bauen klug chronologisch und dramaturgisch aufeinander auf.

Die Ballade <They don´t care about artists any more> folgt auf den Song zu den Lufthansa-Milliarden und zeigt deutlich die fragwürdigen Prioritäten der Politik. Musikalisch sind Titilayo Adebayo in <Es ist nur ein Stich> und Tabitha Johannes mit ihrer NDW-Revival-Hymne an das <Plexiglas> die Highlights, politisch ist die <Nazi Hippies in Berlin>-Abrechnung mit den <Querdenkern> das stärkste Statement im Reggae-Sound. Gerahmt werden die Songs von einer sakralen Prozession durch den Schiffbau, die live vor Ort sicher noch eindrucksvoller wirkt als im Mitschnitt. Als Bonus-Track hat Karin Pfammatter noch einen denkwürdigen Rock-Lady-Auftritt im <Züri brännt>-Stil, in dem sie sich wie schon im Schweizer Tatort von einer ganz anderen Seite zeigen kann als in ihrer <Der Mensch erscheint im Holozän>-Elegie.
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Die Company Christoph Winkler erinnert mit einem Mix aus Spoken-Word-Performance, raunendem Off-Kommentar, oft unscharfe Video-Aufnahmen und viel Tanz an den Kulturwissenschaftler und Pop-Theoretiker Mark Fisher und seine Theorie. Rätselhaft bleibt diese düstere Hommage, die um seine Theorie des Haunting kreist und erschöpfte Gestalten zeigt, die in ihrer Verzweiflung zucken und ihre Bewegungen wie im Hamsterrad wiederholen.

Die tranceartige Geisterbeschwörung zeichnet ein deprimierendes Bild vom Verschwinden der Zukunft und von der Ausweglosigkeit, die Fisher so stark empfand, dass er sich 2017 das Leben nahm. Eine Besprechung seiner Essays und Einordnung seiner Theorien gibt es z.B. hier.

 

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