„Ich bin ein Dreck“, stöhnt Stefanie Reinsperger im gleichnamigen Theaterfilm und robbt sich mit vollem Körpereinsatz durch das Herbst-Laub. In einer sichtlich heruntergekommenen Dusche wartet bereits Wolfgang Michael, der wie Reinsperger am Berliner Ensemble engagiert ist. 

In dieser assoziativen Collage, die Reinsperger gemeinsam mit Akin Isletme konzipierte, treffen kurze Auszüge aus Brecht-Tagebüchern und Schnipsel seiner Dramen auf Texte seiner Geliebten und Co-Autorinnen. Mal schlüpft Reinsperger in die Rolle der Magd Grusche aus Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“, mit der sie 2017 ihren Einstand am Berliner Ensemble feierte, mal rezitiert Michael verzweifelte Brecht-Sätze.

Die sehr verqualmte kurze Collage ist aber zu sprunghaft, die Anordnung der Texte wirkt recht willkürlich, so dass der Film weniger eindringlich wirkt als erhofft.

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Kritik zu: Isola
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Schauplatz der drei Akte ist der Biedermeier-Salon eines Grafen, in dem sich die adlige Gesellschaft zu einem Fest treffen wollte. Bedrohliche Nachrichten, das plötzliche Auftauchen eines Totengräbers und geheimnisvolle Geräusche sorgen für Unruhe. Die Gäste trauen sich nicht mehr vor die Tür und verschanzen sich in ihrer Paranoia, in die sie sich immer weiter hineinsteigern.

Mit altertümlicher Sprache und ebensolchen Kostümen taucht „Isola“ in die Schauer-Romantik des 19. Jahrhunderts. Flüsternde Stimmen aus dem Off und dräuende Musik rufen eine Mystery-Atmosphäre hervor, die bis zum grotesken Splatter-Finale durchgehalten wird. Die Inszenierung ist zwar atmosphärisch dicht, aber das Stimmungsbild einer paranoiden Gruppe im selbstverordneten Lockdown zieht sich zu sehr in die Länge. Abzuwarten bleibt, wie die Schauer-Groteske auf der Bühne ohne filmische Hilfsmittel wirkt und ob sie dann nicht ins unfreiwillig Komische abdriftet.

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Kritik zu: Medeamaterial
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Schon Heiner Müllers Text ist kein traditionelles, leicht konsumierbares Theaterstück, sondern eine sperrige, postdramatische Textcollage. Kuttner/Kühnel drehen die Schraube noch eine Umdrehung weiter und machen aus der Müller-Vorlage einen 40-minütigen filmischen Essay: der Meister selbst, das kettenrauchende Orakel aus Lichtenberg, ist vom Band zu hören; Filmschnipsel von Ulrike Meinhof oder Pier Pasolini werden aus dem Archiv eingestreut; unterlegt vom Klangteppich von Lila-Zoé Krauß und Helena Ratka flüstern und raunen die drei Spielerinnen Elif Esmen, Natalie Hünig und Christina Jung die archaischen Textbrocken und ihre Assoziationen.

Sehr düster und sperrig ist dieser Festival-Auftakt. Überraschend fehlt die (selbst)-ironische Leichtigkeit und das Poppig-Revuehafte, das üblicherweise Regie-Arbeiten von Kuttner/Kühnel auszeichnet, die regelmäßig in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin inszenieren. Üblicherweise lässt es sich Kuttner nicht nehmen, als Conférencier die Handlung zu kommentieren und ins Spiel einzugreifen, diesmal beschränkte er sich auf die Regie und eine kurze Ankündigung aus dem Festivalstudio.

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