Kritik zu: Vernon Subutex
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Wie schon bei Stefan Puchers Inszenierung an den Münchner Kammerspielen zieht sich die Exposition der Figuren in die Länge. Das siebzehnköpfige Ensemble des Abends stellt sich in kleinen Szenen vor, die zu sehr aneinandergestückelt werden. „Vernon Subutex“ ist ein Abend, der viel Kraft und Konzentration erfordert, um in dem Wimmelbild der Figuren den Überblick zu behalten.

In der zweiten Hälfte dominieren die Gruppenszenen, die Aufführung wird atmosphärisch dichter und bietet einen panorama-artigen Streifzug durch Phänomene, die die französische Gesellschaft und Kultautorin Despentes umtreiben: Roman-Vorlage und Theater-Adaption erzählen vom Alltags-Rassismus, vom Islamismus, von queeren Lebensentwürfen, von radikalem Feminismus. Begleitet von viel Live-Kamera-Einsatz und Musik säumen die schillernden Gestalten den Weg der Titelfigur, die Norbert Wally von der Grazer Indie-Rock-Band The Base verkörpert.

Ähnlich wie in einer Castorf-Inszenierung wechseln sich Leerlauf und eindrucksvolle Momente an diesem sehr langen Abend ab. Dabei nimmt der Regisseur Eisenach seine Figuren ernst und verfällt weniger oft in Slapstick als in seinen Berliner Arbeiten.

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Kritik zu: DisTanz
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In der anschließenden Performance „DisTanz“ setzten sich 20 Tänzer*innen mit den Abstandsregeln auseinander: In überdimensionalen Reifröcken, die wie aus einem Rokoko-Kostüm-Film wirkten, tanzten sie ihre Choreographie auf dem hinteren Areal des Pariser Platzes, in direkter Nachbarschaft zu Protestaktionen gegen die Regierungen von Venezuela und Serbien.

Wie schwer es die Kunst in Zeiten von Corona hat, machte diese Performance sehr plastisch deutlich: Ein Pulk von dicht gedrängten Zuschauer*innen ohne Mindestabstand bildete einen Ring um die Tänzer*innen und versperrte die Sicht. Wer sich diesem Getümmel nicht aussetzen wollte, konnte nur Bruchstücke und Ausschnitte der Choreographie erhaschen, vor allem weil sich große Teile der Performance am Boden abspielten und die Sichtbeschränkungen zu wenig mitgedacht wurden.

Das ist vor allem deshalb schade, weil die tänzerische Auseinandersetzung mit den Corona-Abstandsregeln und der Pandemie – nach den eingeschränkten Blicken aufs Geschehen zu urteilen – durchaus kreativ und witzig war. Nach der Premiere ist eine Gastspielreise an weitere öffentliche Orte der Republik geplant, die Choreographie wird auch filmisch dokumentiert und lässt sich dann zwar nur noch als Mitschnitt genießen, aber besser beurteilen.

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Kritik zu: zeitfüreinander
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In den Staffeln 1 und 3 quält sich das Projekt jedoch durch Redundanzen. Die kurzen 5-Minuten-Slots wechselnder Paare (zunächst hetero-, dann homosexuell) wiederholen kleine Gags entschieden zu oft, in den improvisierten Gesprächen tauchen immer wieder dieselben Textbausteine auf, so dass der Charme des Konzepts darunter deutlich leidet. Vor allem in der ersten Staffel bleiben die Figuren der Spieler*innen oft zu blass. Die klarsten Konturen und interessantesten Charaktere entwickeln Britta Hammelstein als beziehungsunfähige Beziehungscoach Meike, hinter derem scheinbar naiven Dauerlächeln in der 2. Staffel ein strategischer Plan sichtbar wird, und Camill Jammal als gockelhaft-posender Filmregisseur Tobias Weinberger. Einer der schönen Momente der ersten Staffel ist, wie kühl Emma (Franziska Machens) ihn auflaufen lässt.

Welches Potenzial in dem Online-Format steckt, blitzt immerhin in der 2. Staffel auf. Endlich haben die Paare mit 10 Minuten etwas mehr Zeit: die Dialoge werden pointierter und einfallsreicher, ohne den Brei aus dem vorherigen Date noch mal durchzukauen. Es macht Spaß den Paaren, dabei zuzuhören, wie sie verschiedene Beziehungsmodelle von Polyamorie bis Asexualität durchdiskutieren, ohne schnell zum nächsten Date weiterhecheln zu müssen.

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