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Postdramatisches Künstlerkolleltiv Rimini Protokoll konstruiert mit der Tetralogie >>Staat 1-4<< unterschiedliche Realitäten, die die Verfasstheit der Demokratie überprüfen und durchleuchten.
Befinden wir uns immer noch in einer Demokratie? Oder sind wir Teil eines Unterhaltungsprogramms, in denen (politische) Akteure im Verborgenen operieren und uns eine demokratische Welt vorgaukeln? Steuern wir, als Bürger, die Welt oder sind es ökonomische und politische Eliten, Lobbyverbände oder digitale Netze? Auf diese Fragen geht das Autoren-Regie-Team Rimini Protokoll (Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel) in ihrer Tetralogie >>Staat 1-4<< ein, welches entstanden ist in Kooperation mit den Münchener Kammerspielen, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatsschauspiel Dresden, dem Schauspielhaus Zürich und dem Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin. Das künstlerische Team realisiert seit 2000 Projekte mit sogenannten Ready-Made-Darsteller und wurde mit ihrem Projekt >>Deutschland 2<< (UA Theaterhalle Bonn-Beuel, 2002) international bekannt. Mit >>Staat 1-4<<, das bis zum 25. März im HKW zu erleben ist, hinterfragt das Kollektiv gesellschaftspolitische Phänomene der Realität und versucht spielerisch mit seinem Publikum die Machtstrukturen der Welt zu fassen. In >>Staat 4 – Weltzustand Davos<< (UA Schauspielhaus Zürich, 2018 ) versetzt das Kollektiv die Zuschauer in ein Eisstadion im Schweizer Alpenstädtchen Davos. Weiterlesen!
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Nachwuchskünstler Ersan Mondtag verarbeitet am Maxim Gorki Theater in seiner Inszenierung >>Ödipus und Antigone<< griechische Tragödien zu einem amüsanten thebanischen Familiendrama.
In jeder Familie gibt es Konflikte, Auseinandersetzungen und immer liegt irgendwo eine Leiche im Keller; so ergeht es auch der griechischen Herrscherfamilie in Theben. Ihre komplexe Familiengeschichte ist geprägt von Mord, Inzest, Suizid und der Schwierigkeit Recht und Gerechtigkeit zu differenzieren. Regisseur Mondtag beginnt die Tragikomödie mit einem Streit zwischen den Schauspielern Yousef Sweid und Orit Nahmias. Beide möchten Eteokles spielen, weil dieser als erster Anrecht auf dem Thron hat und ehrenvoll begraben wird. Nachdem Orit Nahmias erklärt hat, dass diese Rolle ihr aufgrund ihrer israelischen Herkunft besonders gut passt, muss der Palästinenser Yousef Sweid sich mit der Rolle des Polyneikes zufrieden geben. Im Geschwisterzwist gefangen, sprechen Eteokles und Polyneikes über den Nahostkonklikt, das Geschlecht, über den neuen US-Präsidenten und den (kommenden) Faschismus, bevor sie in die Antike verschwinden. Dort angekommen, begegnet der Zuschauer Greisen. Verstaubte Charaktere mit runzeligen Gesichtern, grauen Haaren und einer altersbedingten Bewegungsschwäche. Think pink! Ist das Motto der mythologischen Alten, die mit viel Humor, Zynismus und Sarkasmus über die Dramen von König Ödipus, Antigone und Sieben gegen Theben  die Revolte von Ödipus Tochter, Antigone erzählen. Weiterlesen!
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Gorkis Exil Ensemble produziert zusammen mit dem Regisseur Sebastian Nübling und dem Text von Heiner Müllers >>Die Hamletmaschine<< unter Verwendung von Texten von Ayham Majid Agha den dritten Clown im Arabischen Frühling.

Der Dramatiker Heiner Müller befasst sich in seinem Werk >>Die Hamletmaschine<< (1977) mit der Situation des Intellektuellen in der Zeit der DDR. Dort ist der Intellektuelle zum Zuschauer von Aufständen und Revolutionen geworden. Er ist der zweite Clown im kommunistischen Frühling, welcher das Volk mit belangloser Kunst unterhält und nicht ins zeitliche Geschehen eingreift. Dieses Motiv greift das Exil Ensemble des Maxim Gorki Theater in Berlin auf und transportiert es nach Syrien. Hier befindet sich Müllers Intellektueller als dritter Clown im Arabischen Frühling. Insgesamt befinden sich in Sebastian Nüblings Inszenierung >>Die Hamletmaschine<< sieben Schauspieler als Clowns auf der Bühne. Die Schauspieler stammen aus Syrien, Palästina oder Afghanistan. Alle kommen aus Kriegsgebieten, haben Fluchterfahrung und leben im Exil. Müllers Text >>Die Hamletmaschine<< wird an diesen Abend nur kaum gesprochen. Er erscheint hauptsächlich als Projektion in Deutsch, Englisch und Arabisch. Nur selten wird Bezug zum Text genommen. Müllers Drama wird mit Texten von Ayham Majid Agha ergänzt, welche die Clowns über den Brudermord von Kain und Abel nach Syrien, Damaskus, führt. Figuren und Handlungszusammenhänge verschwinden. Im Vordergrund von Nüblings Interpretation steht die belanglose Kunst der Clowns. >> Drama findet nicht mehr statt.<<, weder auf der Bühne noch in der Realität. Weiterlesen!
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3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 695+
4 1563+
3 1376+
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Kritiken: 2125
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