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Die Frauen dürfen sich freuen, die Bar jeder Vernunft widmet ihnen nun schon zum 5. Mal den Sommer, zumindest gesanglich, in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Katrin Sass, die dieses Programm, das noch bis zum 25. August läuft, mit ihren Liedern ebenfalls bereichert und sich für diese Rolle in diesem Jahr sicher nicht zufällig gewinnen ließ, 30 Jahre nach Mauerfall. Mitstreiterinnen sind z.B. Bettina Wegner, Georgette Dee, Katharina Franck und Yasmin Tabatabai. 
Nun präsentiert gerade die Britin Barb Jungr, die für ihren Besuch in ihrer Lieblings-Bar eine eigene Auswahl ihrer Lieder zusammengestellt hat, mit “Freedom – Walls, Women and Love” Songs von Bob Dylan, Neil Diamond, Leonard Cohen und anderen sowie eigene Lieder. 
Und es dauert nicht lange, bis der Funke zum Publikum überspringt, Barb Jungr ist alles andere als abgehoben, hat nichts divenhaftes, sondern präsentiert sich als patente Wegbegleiterin aller, wenn sie ihre Lebensweisheiten zum besten gibt, mit viel Humor, Gestik und Mimik agiert, jede Liedzeile wird mitgelebt. Schnell wird klar, dass sie die Lieder nicht beliebig ausgewählt hat. Oft nimmt sie Bezug auf die Botschaften und interpretiert ihre Songs gesanglich entsprechend, manchmal vielleicht ein bisschen zu laut. 
Begleitet wird sie am Flügel von Jenny Carr, die ihre Kollegin kraftvoll und mit durchaus eigener Note musikalisch mit in Szene setzt.
Barb Jungr lebt in ihrer Musik, liebt die Bühne und ihr Berliner Publikum und kann dies auch mehr als deutlich zeigen ...
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Star Dust - From Bach to Bowie, allein diese beiden Musiker in einem Zug zu nennen bzw. sie auch noch in einer Show zu präsentieren, könnte erstmal kurze Verwunderung hervorrufen. 
Dann aber hebt sich der Vorhang und bis er sich wieder senkt, wird dem Zuschauer ein tänzerisches Feuerwerk geboten, das beide Künstler gleichsam huldigt; die erste Hälfte des Abends gehört den Bachs, die zweite Bowie. 
Und der gesamte Abend gehört zweifellos dem New Yorker Complexions Contemporary Ballett, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert und dies gerade in Berlin, genauer gesagt in der Komischen Oper, die dem 16-köpfigen Ensemble einen angemessenen Rahmen bietet, noch bis zum 14. Juli.
Einer der beiden Gründer der Truppe, Dwight Rhoden, hat selbst eine äußerst erfolgreiche Karriere als Tänzer hinter sich, bevor er anfing, sich der Choreografie zu widmen. Seine Arbeit steht für eine übergreifende Form von Tanz, die verschiedenste Bewegungs- und Tanzmuster reflektiert und zu einem neuen Ganzen verbindet. Von Bachs Musik fühlt er sich förmlich eingeladen, sie zu choreografieren, sagt er. Ergänzt wird er von Desmond Richardson, ebenfalls Gründer und künstlerischer Ko-Direktor, außerdem ehemaliger Star-Tänzer. Das Ergebnis ist eine Mischung aus klassischem Ballett und modernem Tanz, von Preisen überhäuft, und dargeboten und miterarbeitet von einem Ensemble, das sich mit absoluter Perfektion und Körperbeherrschung bewegt, die Musik förmlich in sich aufzusaugen scheint und keine klassischen Muster bedient, es stehen echte Typen auf der Bühne, die ihre Wurzeln in unterschiedlichen Kontinenten haben.
Der choreografische Einfallsreichtum scheint schier unerschöpflich; ob die Tänzer allein, als Paar oder in der Gruppe agieren, das Zusammenspiel der Tänzerinnen und Tänzer ist fast außergewöhnlich. Dabei wird ja keine fortlaufenden Geschichte erzählt, trotzdem wird immer etwas erzählt, es sind Momentaufnahmen verschiedenster Situationen.
Und wenn die erste Hälfte romantisch, spielerisch oder feierlich gestaltet ist, ist die zweite Hälfte nahezu überbordend an Energie, die sich Bahn bricht, auch die Körper sind bunter, die Gesichter schriller, “Major Tom” ist einer der Höhepunkte oder ist es “1984”? Der Übergang zwischen “Heroes” zu “Modern Love” ist auf jeden Fall grandios, den Tänzern steht der Spaß im Gesicht geschrieben und im Körper, fast jeder darf mal Bowie sein und Playback singen, dies überzeugt nicht immer.
Dafür die Lichttechnik, die zusammen mit Nebelschwaden punktgenau die jeweils passende Atmosphäre herstellt.
Spätestens beim Schlusslied “Let´s Dance” ist der Bann zum Publikum gebrochen, die Truppe fordert förmlich zum Mittanzen auf und die Zuschauer nehmen die Einladung gern an, jetzt fällt auch die Spannung von den Tänzern ab, für ein paar Augenblicke scheint alle Choreografie außen vor zu sein, auch wenn auch diese Bewegungen schon wieder perfekt scheinen.
Ein intensiver Abend, der mit Standing Ovations endet ...
Kritik zu: West Side Story
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Die West Side Story - ein Musical-Klassiker, der sich um zwei Banden dreht, die sich bekämpfen. Und zwischen den Fronten Maria und Tony, zwei Liebende, die am Ende keine Chance haben. So der Inhalt in Kurzform; an den Melodien dieses weltbekannten Musicals wie Maria, Tonight, America, I Feel Pretty oder Somewhere aus der Feder Leonard Bernsteins ist wohl kaum jemand vorbeigekommen.
Dieser Tage nun ist die Geschichte von der Upper Westside zu Gast in der Staatsoper unter den Linden, gleichzeitig auch als erste Sommer-Gastbespielung seit der Wiedereröffnung im umgebauten und sanierten Opernhaus, noch bis zum 14. Juli.
Und der Prolog lässt ahnen, in welche Richtung der Abend geht. Es ist weniger der blutige Krieg der beiden Banden, der präsentiert wird als vielmehr die tänzerische Umsetzung der Konflikte, auf der der Fokus liegt. Das Erbe von Jerome Robbins, dem ersten Regisseur und Choreografen der West Side Story ist unübersehbar, er nutzte den Tanz als Kunstform, um die rivalisierenden Gruppen zu charakterisieren, darüber hinaus auch als zentrales Kommunikationsmittel. Joey Mc Neelys jetzige Inszenierung funktioniert ganz im Geiste des Originals, auch bei ihm wird die tänzerische Umsetzung zum Mittelpunkt.
Und die rivalisierenden Kämpfe sind überzeugend choreografiert, das vor allem australische Ensemble agiert mit viel Temperament, Präzision und höchster Professionalität. Allen voran Chloé Zuel, die in der Rolle der Anita sowohl schauspielerisch als auch tänzerisch mit ihrer Rolle verwachsen scheint. Wofür sie sich am Ende auch den größten Applaus abholt. 
Das Bühnenbild besteht aus beweglichen Seitenteilen, mit Balkonen und Feuertreppen, auf der Hinterwand ebenfalls wechselnde Videoinstallationen, die monochrom auch mal zu einem beeindruckenden Bild des vor ihr tanzenden Ensembles wird, die Lichttechnik unterstützt effektvoll.
So wie die vor allem jungen Darsteller auch gesanglich überzeugen, allen voran Sophie Salvesani als Maria und Todd Jacobson als Tony, auch wenn ihnen die Leidenschaft ein wenig abgeht.
Schön aber, wie das Immigrantenthema aufgenommen wird, zum Beispiel im deutlichen spanischen Dialekt der Sharks, aus Puerto-Rico kommend, im Gegensatz zu den Jets, die sich trotz polnischer Wurzeln als Platzhirsche sehen. In Sachen Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass hat sich in über 60 Jahren also nicht viel geändert seit der Uraufführung 1957 am New Yorker Broadway.
Das Publikum zeigt sich begeistert, mit Standing Ovations.
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3.3
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5 689+
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