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Mad Office – Büro Absurd. Eigentlich gibt der Name dieses Programms im Kern tatsächlich schon her, was er verspricht, auch wenn insgesamt gar nicht so leicht zu beschreiben geht, was Trygve Wakenshaw und Barnie Duncan da auf die Bühne der Bar jeder Vernunft bringen, noch bis zum 11. April.

Aber vielleicht muss es das auch gar nicht, denn den unzähligen komischen Momenten kann man in einer verbalen Beschreibung nur schwer gerecht werden, dazu sind die Aktionen der beiden Vollblut-Komiker viel zu skurril, absurd und eben absolut situationskomisch, mit einem Hang zum Surrealismus.

Und ja, ein Büro steht tatsächlich auf der Bühne, mit allem, was dazugehört und was auch bespielt wird, samt Kaffeemaschine, letztendlich ist alles aber nur Vehikel für die grenzenlose Phantasie der beiden. Geht nicht, gibt’s nicht, alle noch so schrägen Ideen scheinen die Chance zu bekommen, in das Programm aufgenommen zu werden.

Anfängliche klassische Bürosituationen, in schnellem Wechsel pantomimisch dargeboten, gehen über in zahllose Momente, die jeder aus seinem ganz eigenen Arbeitsalltag in einem Büro kennt, ob es das Bedienen eines Telefons oder Computers ist oder das persönliche Miteinander der Kollegen nervt. Die sich dann aber doch vollkommen anders entwickeln als im normalen Leben, eben einfach komplett absurd. Aktentaschen mutieren zu Hunden, eine Krawatte zu einer Schlange, ein einfacher Händedruck weitet sich zu einer langwierigen Aktion aus, es wird gern und effektvoll in Slow Motion agiert, das macht sich auch bei einem Rodeo-Ritt sehr gut. Alles wird ad absurdum geführt, selbst das Rauchen eines Löffelbiscuits wird möglich. Und was das Öffnen eine Fensters oder das Klingeln des Telefons zur Folge haben kann, darf man sich eigentlich nicht entgehen lassen.

Die Dialoge in englischer Sprache sind minimal gehalten, es braucht auch kaum Sprache für dieses Format der Comedy. Dass die beiden vertraut sind im Spiel miteinander, ist nicht zu übersehen, schließlich sind sie schon seit 20 Jahren befreundet, kommen beide aus Neuseeland und sind schon seit fast immer in der Darstellenden Kunst zu Hause. Trygve Wakenshaw als ausgebildeter Clown ist groß und schlaksig und Barnie Duncan als gelernter Schauspieler kräftiger und kleiner. Was aber nicht bedeutet, dass sie dem Klischee von Dick und Doof gerecht werden, Schlau- und Schwachkopf können beide. Und dies seit 5 Jahren zusammen. Eine gute Idee ...
Kritik zu: The Tap Pack
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Die fünf Australier, die sich hinter The Tap Packs verbergen, sind echte Multitalente. Sie steppen nicht nur, was der Bühnenboden hergibt, sie tanzen und präsentieren auch diverse Songs, immer verbunden mit einer guten Portion Humor. Derzeit sind sie schon zum zweiten Mal zu Gast im Tipi am Kanzleramt, noch bis zum 8. April.

Eine vielfältige Show erwartet den Zuschauer also, inspiriert vom Rat Pack um Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr., höchst musikalisch, mit Live-Musik von Schlagzeug und Keyboard.

Mit Songs von Sinatra, Gershwin oder Porter scheint das Quintett zuweilen in eine andere Zeit zu entführen, bis dann immer wieder moderne Pop-Songs von Gallagher oder Beyoncé in die Realität zurückführen.

Ausgefeilte Choreografien bringen auch Einzelnummern auf die Bühne, meistens jedoch geben sich die fünf Tapper die Klinke, nein, auch diverse Requisiten in die Hand, wie Hüte, Stöcke, Flaschen, Bälle oder einen Mikrofonständer. Es entstehen immer wieder schöne Bilder, das Ausziehen eines Jacketts wird zu einem echten Thema. Zwischendurch ist auch eine kurze Geschichte in die Show eingebaut, die in einer schnell improvisierten Bar spielt.

Meistens jedoch wird gesteppt und das wirklich beeindruckend, die fünf Entertainer zeigen jede Menge Rhythmusgefühl, Körperbeherrschung und Kondition. Immer wieder werden echte Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt und ein Stepp-Duett sorgt für viel Applaus, das Publikum wird zunehmend in die Show einbezogen.
Nachdem die fünf Protagonisten sich nach und nach auch noch persönlich vorgestellt haben, dürfte der Funke wohl endgültig übergesprungen sein, die Zuschauer zeigen begeisterte Rückmeldung.
Kritik zu: Stomp
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Stomp ist zurück in Berlin. Noch bis zum 18. März ist das Rhythmusspektakel im Admiralspalast zu erleben und das ist wörtlich zu nehmen.

Denn darauf muss man erst einmal kommen. Mit Dingen, die wir im Alltag täglich benutzen, eine Klangperformance zu inszenieren, die darüber hinaus noch sehr viel mehr auf die Bühne bringt.

Dabei begann alles schon vor 27 Jahren, in den Straßen von Brighton, mit Händen und Füßen und ein paar Besen. Inzwischen sind viele andere „Klangkörper“ hinzugekommen, Stomp (Fußstapfen) hat sich zu einer Bewegung entwickelt, die aus vielen Städten nicht mehr wegzudenken ist, im Londoner Westend 15 Jahre lief und auch in New York zum Stadtbild gehört.

Die Gegenstände sind einfach und effektiv, neben den schon erwähnten Besen finden viele andere Accessoires Verwendung, auf ganz unterschiedliche Art, was in entsprechenden Choreographien verpackt ist. Eine Serenade mit Streichholzschachteln oder ein Lichtkonzert mit Feuerzeugen mutet eben vollkommen anders an als ein rasanter Tanz mit Einkaufswagen, es ist immer wieder beeindruckend, welches Potenzial aus den einfachsten Gegenständen herauszuholen möglich ist und welche Bilder auf der Bühne entstehen.

Neben viel Kondition, es wird ohne eine Pause performt, zeigen die acht Klangwerker auch viel Charakter, jeder bringt seine Kultur und persönlichen Eigenheiten mit, was von den Erfindern Luke Cresswell und Steve McNicholas ausdrücklich gewünscht ist. Jeder Darsteller verkörpert einen eigenen Typus der Show, deren interne Bezeichnungen wie Sarge, Bin Bitch oder Doctor Who noch von den Spitznamen der Original-Charaktere stammen. Und die fast immer komisch sind, also wirklich komisch. Humor spielt in dieser Kombination aus Perkussion und Bewegung nämlich eine große Rolle, außerdem wird fast ausschließlich nonverbal kommuniziert, viel auch interaktiv mit dem Publikum. Es werden immer wieder kleine Geschichten erzählt, herrlich witzig, wie z.B. ein Friseurbesuch, der nur mit einer Zeitung bestritten wird.

Am Ende mündet alles in einem riesigen Klangspektakel mit großen blechernen Mülltonnen und dann sind fast zwei Stunden vergangen. Das Publikum ist begeistert und dankt mit Standing Ovations.
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