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Seit 2011 tourt die Tanzshow Ballet Revolución über die Kontinente und nach fünf erfolgreichen Tourneen kommt sie auch in diesem Winter wieder nach Deutschland, gastiert derzeit im Admiralspalast. Noch bis zum 2. Februar bringen zwölf Tänzer und fünf Tänzerinnen die Seele Kubas auf die Bühne.
Und der Tanz wird grenzenlos präsentiert, die Tänzer scheinen alle Genres zu beherrschen und verweben sie scheinbar mühelos miteinander, den Spitzentanz mit dem Streetdance mit dem Contemporary Dance, immer mit dem unbedingten Gefühl für den Augenblick, mit absoluter Perfektion und überbordender Energie, aber auch mit höchster Anmut und natürlich immer mit der viel besagten und hier tatsächlich präsentierten kubanischen Leidenschaft. Ob im Solo, beim Paartanz oder in der Gruppe, alle Choreografien gehen ineinander über, sie sind alles andere als starr und doch entsteht ein perfekt konstruiertes Gesamtgebilde, das zeitweilig atemlos macht.
Die Musik wird live gespielt und gesungen und die Band, die ihren Platz im Hintergrund hat, bekommt zwischendurch immer wieder ihren Raum, ohne dass sich Musiker oder Tänzer in die Quere kommen. Es werden viele bekannte Hits gecovert, der Inhalt von Adeles „Hello“ wird von einem Paar in Szene gesetzt, „Roxanne“ wenig rockig, dafür sehr gefühlvoll von drei Paaren getanzt, großartig auch ein „Stuhltanz“, bei dem zwei Paare abwechselnd umeinander und miteinander verwoben leidenschaftlich das Publikum in Atem halten.
Es entstehen viele schöne Bilder auf der Bühne, nicht nur wegen der gelungenen Kostüme und der Hebefiguren oder akrobatischen Sprünge, es werden auch mal Rollenbilder gebrochen und manchmal fällt schwer, alles zu erfassen, weil einfach zu viel passiert auf dieser Bühne, auf der in jedem Augenblick die Luft flirrt.
Nach einem Solo zu Purple Rain wird langsam das Ende der Show eingeläutet und das Ensemble verabschiedet sich in Slow Motion, endlich kann auch alle Konzentration von ihnen abfallen und es wird über die Bühne getanzt als ob es kein Morgen gibt, das Publikum applaudiert begeistert, es hält niemanden mehr auf dem Platz. Ein mitreißendender und berührender Abend!
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Immer wieder mal in den nächsten Monaten ist ein neues Gastspiel auf der Bühne des Schlosspark Theaters zu Gast, Eros & Ramazotti. Und der Titel hält, was er verspricht, jeder, der etwas übrig hat für italienische Herzensbrecher, ob als Liedgut oder in Persona, dies kann durchaus doppeldeutig interpretiert werden, sollte diese Show nicht verpassen.
Zu Beginn der Vorstellung kündigt Eros Falsoletti in seiner Funktion, zusammen mit seinem Kollegen Luigi Ramazotti allabendlich die Gäste des Hotels Paradiso musikalisch bespaßen zu müssen, erstmal das Ende der Abendveranstaltung und leicht gebetsmühlenartig auch den Ablauf für einen Ausflug des folgenden Tages an.
Woran schon gleich zu Anfang mehr als deutlich wird, dass das Duo sich zu Höherem berufen fühlt als ihre Fähigkeiten an so einen “Milbenbunker” zu verschwenden, so viel grob zur Rahmenhandlung.
Sie bettet die beiden Vollblutmusiker und -schauspieler auf eine kleine Zeitreise mit zumeist italienischen Herzensliedern, also bekannten italienischen Hits von Adriano Celentano, Paolo Conte oder Louis Prima ein. 
Der vielseitige Dietmar Loeffler als Luigi, aus dessen Feder das Programm stammt, begleitet seinen Kollegen auf dem Piano und auch gesanglich, während Tommaso Cacciapuoti als Eros die Bühne mit seinen Gesangseinlagen rockt, dies auch locker mal in ganz verschiedenen Stimmlagen und mit interessanten Requisiten, von ernst oder lustig bis leidenschaftlich-erotisch, gern auch mal im sehenswerten Ausnahmezustand.
Die beiden sind mit viel Spielfreude, echter Leidenschaft und sehr viel Witz dabei, gestalten den Abend absolut kurzweilig, mit großer Bühnenpräsenz. Aber sie stehen ja auch nicht das erste Mal zusammen auf der Bühne (Pasta e basta in den Hamburger Kammerspielen), die gegenseitige Vertrautheit scheint unbedingt durch. Und Cacciapuoti ist auch die Steglitzer Bühne nicht fremd, hat er doch schon in mehreren Stücken des Schlosspark Theaters mitgewirkt.
Auch Regisseur Hans Holzbecher hat gute Arbeit geleistet, die Inszenierung ist rund und ohne Längen, findet eine schöne Balance zwischen Story und Gesang und wenn etwas unerwartet aus dem Ruder läuft, dann wird auch dieser Umstand charmant gewuppt.
Nebenher erfährt man noch die Lösung zu dem einen oder anderen Phänomen, zu dem man sich bisher noch keine Gedanken gemacht hat, zum Beispiel dem Armschubbeln, auch das Verhalten der Menschen in Pizzerien wird vortrefflich unter die Lupe genommen.
Dabei werden die beiden, also in ihrem Dasein als Hotelmusikanten, immer wieder gefordert, wenn z.B. “wichtige” Leute im Publikum sitzen. Was bei Eros durchaus das eine oder andere Psychodrama auslösen kann, trägt er doch das Trauma einer eher unerfreulichen Mitwirkung beim ESC (European Song Contest) schon ganze zehn Jahre mit sich.
Aber selbst dies vermag er am Ende noch aufzulösen, das Publikum der gut besuchten Berliner Premiere ist begeistert und schon vor den drei Zugaben gibt es Standing Ovations, verdientermaßen!
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Rita Feldmeier hat das Debüt zu ihrem Marlene-Dietrich-Abend gegeben, die Bühne des Schlosspark Theaters für diesen Gesangsabend gewählt, der unter dem Zeichen „Allein in einer großen Stadt“ steht. Und kaum zu glauben, dass sich die Protagonistin der Interpretation so einer Diva erst in reiferen Jahren widmet, überzeugt sie doch auf ganzer Linie und vermittelt den Eindruck, als hätte sie nie etwas anderes getan.
Dabei passt es in diesem Fall durchaus, hat doch auch Marlene Dietrich erst spät ihre Gesangskarriere gestartet, vorher hauptsächlich geschauspielert. So wie auch Rita Feldmeier seit über vier Jahrzehnten dem festen Ensemble des Hans Otto Theaters in Potsdam angehört. Was der Inszenierung von Achim Wolff durchaus zuträglich ist, besteht der Abend nicht nur aus Gesang sondern auch aus Plaudereien, mit ihrem Pianisten Jörg Daniel Heinzmann, der die Diva nicht nur auf dem Instrument virtuos begleitet.
Und ja, Feldmeier wird dieser Diva mit jeder Faser ihres Körpers gerecht, sie gibt jeder einzelnen Silbe Bedeutung, pointiert jede Bewegung, überzeugt in dieser Rolle sowohl mimisch als auch gestisch so sehr, dass wirklich Marlene Dietrich auf der Bühne zu stehen scheint. Und das liegt nicht nur an der Frisur, der berühmt gewordenen weit geschnittenen Marlene-Hose und der bis zum Hals zugeknöpften weißen Hemdbluse. Sie nimmt sich der frechen Art Dietrichs mit viel Charme an.
Der gesamte Abend ist von einer Spannung begleitet, es reiht sich nicht nur Lied an Lied, sondern es wird so ganz nebenbei auch eine Geschichte erzählt, die die Inszenierung gelungen abrundet.
So handelt die erste Hälfte des Programms von ihrem Eintreffen in ein Hotelzimmer, in dem sie aus ihren Befindlichkeiten keinen Hehl macht, nicht gerade zufrieden ihrem anstehenden Auftritt entgegenblickt. Und das titelgebende Lied ihrer Show „Allein in einer großen Stadt“ singt, bevor sie auf ihre Karriere zurückblickt, sei es ihr Weg nach Hollywood, ihre Zeit bei den GIs und ihre Rückkehr nach Deutschland 1960, die ihr deutlich zeigt, dass sie bei vielen Leuten immer noch als Vaterlandsverräterin gilt.
Und sie geht hart mit sich selbst in‘s Gericht, die Zuschauer erfahren ganz schnörkellos davon, dass sie von ihrer Stimme keine hohe Meinung hat, sich „wie eine Höckergans anhöre, die gerade geschlachtet wird.“ Und daher auch stark auf ihr Äußeres setzt, ihr Pailettenkleid zum Beispiel mit dem berühmten weißen Schwanenfedermantel ergänzt.
Mit dem sie nach der Pause die zweite Hälfte optisch höchst beeindruckend einläutet, in der sie wieder in die „Gegenwart“ eintaucht und das Publikum mit ihrem Outfit in Jubelrufe versetzt, mit „Johnny“ ihr Konzert startet. Dem dann viele bekannte Lieder folgen, jedes einzelne berührt, so wie Feldmeier es darbietet, sehr stark zum Beispiel „Marie“, für das Marlene Dietrich von Gilbert Becaud höchst persönlich die Erlaubnis erhalten hat, es als Frau zu singen, handelt es doch von einem Mann.
Auf den Wunsch ihrer Tochter hin hat sie auch „Sag mir, wo die Blumen sind“ in ihr Portfolio aufgenommen, inzwischen gehört es zu ihren Lieblingsliedern; zu denen des Publikums spätestens nach diesem Abend wohl auch.
Und könnte dieses Programm ohne „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ zu Ende gehen? Mit diesem Lied aus dem „Blauen Engel“, leider größtenteils in englischer Sprache gesungen, beschließt Feldmeier diesen großartigen Abend.
Und nach langem Applaus hat sie dann auch noch einen Koffer in Berlin. Und viele Fans dazugewonnen; es bleibt zu hoffen, dass Rita Feldmeier mit ihrem Programm noch viele Menschen beeindrucken und berühren können wird, zwei Termine in näherer Zukunft gibt es schon auf der Schlosspark Theater Bühne, am 24. November und am 28. Dezember.

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