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Männer im Tütü, das klingt erstmal nach ziemlich viel Klamauk.

Dass es auch anders geht, beweist das Ensemble Les Ballets Trockadero de Monte Carlo, die noch bis zum 14. Januar im Berliner Admiralspalast gastieren.

Das ausschließlich männliche Ensemble der Trocks, wie sie von ihren Fans genannt werden, beherrscht die gesamte Bandbreite des geläufigen Ballett- und Modern-Dance-Repertoires und gibt Originalchoreografien werkgetreu wieder, zum Beispiel aus Schwanensee, Go for Barocco oder Raymondas Wedding. Dass sie damit so komisch wirken, ist dem Umstand geschuldet, dass sie kleine Missgeschicke und Schwächen bewusst überzeichnen, gern mit dem Klischee der divenhaften Ballerina spielen. Dies mit viel Charme, so manchem Augenzwinkern und viel Gestik und Mimik, die Geschichten erschließen sich dem Publikum dadurch leicht. Außerdem sind es zum Teil kräftige Männerkörper, die unsere Sehgewohnheiten hier und da irritieren, wenn sie – natürlich in entsprechenden Kostümen und Perücken – den sterbenden Schwan oder eine zarte Prinzessin verkörpern, gern mal in Spitzenschuhgröße 47. Auf der anderen Seite kommen einige Ensemblemitglieder dank zierlicherer Figur und der entsprechenden Maske den weiblichen Originalen ganz nah, wären da nicht immer wieder die amüsanten Aussetzer.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1974 gastierte die derzeit 16-köpfige Truppe in 600 Städten und 35 Ländern, hat als weltweit bekannte Tanzkompanie schon etliche Preise eingeheimst. Und die Nachfrage ist ungebremst, kein Wunder, die Truppe hat mittlerweile eine große Fangemeinde.

Und bekommt am Ende ihren verdienten Applaus, samt Standing Ovations.
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Das kubanische Ensemble der Ballet Recolución bringt Leidenschaft an die Spree und in den Berliner Winter. Dabei ist ihr Name Programm: Das Tanzgenre Ballett scheint tatsächlich revolutioniert, denn klassische Figuren haben ihren Platz, werden aber mit Street- und zeitgenössischem Tanz so geschickt verwoben, dass das Ergebnis, gepaart mit dem untrüglichen kubanischen Gefühl für Rhythmus und Bewegung, den Tanz neu definiert, fern aller Schubladen. Die sehenswerten von Jorge Gonzáles designten Kostüme und die Musik mit vielen bekannten Pop-Hits, neu auflegt von der Ballet Revolución Live-Band, machen die Sache rund, es wird Enrique Iglesias gespielt, aber auch Justin Timberlake, Adele und George Michael, die Revolución könnte also auch politisch interpretiert werden, wenn sich die Öffnung Richtung Western auch an dieser Stelle widerspiegelt. 

Jedenfalls entsteht so eine mitreißende Mischung, ein Ohren- und Augenschmaus, der sich sensibel ergänzt. 
Noch bis zum 31. Dezember weilen die athletischen Darsteller in der Stadt, im Admiralspalast, wo sie schon 2016 zu Gast waren, insgesamt kommt die 19-köpfige Truppe auf schon vier ausverkaufte Tourneen, die sie durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führt. Der Abend ist kurzweilig und abwechslungsreich, Tanzpassagen, in denen das gesamte Ensemble auf der Bühne ist, wechseln ab mit ruhigen Momenten, in denen nur zwei Paare alle Blicke auf sich ziehen. Begleitet von einer ausgeklügelten Lichtshow. 

Die zwölf Tänzer und sieben Tänzerinnen wurden alle in zwei der weltweit angesehensten Tanzschulen in Kuba ausgebildet, in zeitgenössischem und klassischem Tanz. Das Choreographen-Duo stammt aus Australien (Aaron Cash) und Kuba (Roclan Gonzalez Chavez) und hat offensichtlich beste Arbeit geleistet. So wie auch die 19 Tänzer, ihnen gilt am Ende der Respekt des Publikums, das Standing Ovations gibt.
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Es ist nicht ganz einfach, aus einem Kultfilm eine erfolgreiche Bühnen-Show zu machen. Autorin Eleanor Bernstein hat sich dieser Aufgabe gestellt und sie mit ihrem Independent-Film "Dirty Dancing", einem der aufregendsten Tanzfilme aller Zeiten, gemeistert. Ihre Bühnen-Version hat seit ihrer Weltpremiere 2004 im australischen Sydney über Nordamerika bis nach Europa bereits mehr als sechs Millionen Besucher begeistert und gastiert derzeit im Berliner Admiralspalast, wo das Ensemble noch bis zum 18. Mai spielt, singt und tanzt, was die Bühne hergibt.

Und in mehrerlei Hinsicht einen Augenschmaus für alle Liebhaber der Standardtänze bereithält, insbesondere natürlich für den Mambo. Das Ensemble agiert mit sichtbarer Freude, Kate Champion´s Choreografie reißt mit und die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt, anders wäre dies ja auch kaum denkbar. Anna Weihrauch als "Baby" und Mate Gyenai als "Johnny" haben sich ihre Rollen unter vielen Bewerbern verdient erobert. Aber auch alle anderen Rollen sind passend gecastet, besonders Marie-Luisa Kaster tanzt ihre Penny mit großem Ausdruck und absoluter Perfektion.

Das Bühnenbild nutzt dabei alle Möglichkeiten der modernen Technik, wechselnde Video-Installationen lassen im Minutentakt neue Raum- und Landschaftssituationen entstehen, sodass auch die berühmt-berüchtigte Hebefigur-Szene im See spielend umgesetzt werden kann. Kreative Szenenübergänge und entsprechende Requisiten auf der Bühne unterstützen dabei.

Die Band hat sich einen ungewöhnlichen Platz in einen nach hinten gerichteten Balkon oberhalb der Bühne erobert, eine Art Rollo lässt zurückhaltend halbe Durchsicht für die Zuschauer.

Witzige Inszenierungsideen und kleine komische Momente machen aus dem Stoff mehr als nur eine nachgespielte Filmversion. Die Wechsel von der Spießigkeit in Kellerman´s Ferienresort zu den wilden Tänzen in der Brutstättenhöhle des Mambos und umgekehrt machen richtig Spaß.

Sodass am Ende keine Wünsche offen bleiben, höchstens die Sehnsucht danach, noch viel länger in diese mitreißende Tanzdarbietung eintauchen zu können.

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